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'Fortnite'-Profi verrät ihre vier besten Tricks, um jede Runde zu gewinnen

Die 28-jährige 'Call of Duty'-Weltrekordhalterin Simone ist wie Millionen andere Spieler auch dem Hitspiel 'Fortnite' verfallen. Im Interview verrät sie ihre besten Tricks und häufige Fehler, die 'Fortnite'-Anfänger begehen.

von Dominik Schott
18 April 2018, 5:00am

Bild (links): Epic Games || Simone alias xKuschel ist 'Call of Duty'-Veteranin und erfahrene 'Fortnite'-Spielerin (rechts) | Bild: xKuschel

Fortnite ist das vielleicht angesagteste Videospiel der letzten Jahre: Millionen Spieler weltweit stürzen sich täglich vom virtuellen Himmel der quietschbunten Inselwelt, um zwischen zusammengesuchten Waffen und eilig zusammengezimmerten Aussichtstürmen um ihr Leben zu kämpfen. Wer am längsten überlebt, gewinnt – und kann direkt die nächste Runde starten. Längst ist Fortnite mit über 40 Millionen Nutzern zu einem der meistgespielten und meistgestreamten Spiele geworden, mit dem Superstar Drake ebenso Spaß haben kann, wie die eigenen Klassenkameraden.

Um herauszufinden, wie man mit Fortnite aber nicht nur Spaß haben, sondern auch regelmäßig auf den ersten Plätzen landen kann, haben wir bei einem Profi nachgefragt: Die 28-jährige Simone studiert im echten Leben Marketing und bereitet sich darauf vor, nach Australien auszuwandern. In der Welt der Online-Spiele ist sie unter dem Pseudonym xKuschel als Call of Duty-Weltrekordhalterin und erfolgreiche Fortnite-Spielerin bekannt: Vor 200 bis 2000 Zuschauern streamt sie täglich den beliebten Shooter auf Twitch und gibt ihren rund 64.000 YouTube-Abonnenten Tipps, wie sie besser in Fortnite werden können. Zu einer ihrer meistgeklickten Veröffentlichungen gehört dabei ein Video über Machos, die während Simones Livestreams abfällige Kommentare in den Chat schreiben, wie "Die gehört doch in die Küche!" oder "Frauen können doch gar keine Videospiele zocken!"

Von dieser sexistischen Haltung, die ihr vielfach auch in der Fortnite-Community begegnet, ist Simone bis heute genervt – dabei hat doch gerade sie mit ihren eindrucksvollen Weltrekorden bewiesen, dass sie wohl die meisten ihrer männlichen Zuschauer jederzeit in die Tasche stecken könnte.

Lektion 1: Streams schauen und lernen

Motherboard: Trotz dieser beeindruckenden Erfolge als CoD-Spielerin bist du im Oktober 2017 dann aber doch komplett auf Fortnite umgestiegen. Wie kam es dazu?

Simone: Viele meiner CoD-Freunde waren sehr enttäuscht von der damals neuesten Zombie-Erweiterung und haben sich dann nach einem anderen Spiel umgesehen. Die sind dann auf Fortnite hängen geblieben und meinten 'Hey, schau dir das doch auch mal an!' Anfangs dachte ich noch, dass das viel zu kindisch und bunt aussieht, aber als ich es dann selbst ausprobierte, wusste ich: Ja, das ist mein Ding. Und seitdem spiele ich Fortnite rauf und runter, in der aktuellen Season bin ich Level 94 von 100.

Welche Streamer würdest du denn den Motherboard-Lesern empfehlen, um besser im Spiel zu werden?

Zum einen natürlich Ninja, der wirklich gut ist. Dann noch King Richard und Avery, die kann man sich auf jeden Fall ansehen.

Man muss kein Geld ausgeben, um zu gewinnen

Zurück zu deiner Fortnite-Karriere und einer Frage, die ich einfach stellen muss: Das Spiel ist ja in der Grundversion gratis, aber hast du nach all den Monaten doch schon mal Geld für Ingame-Items ausgegeben?

Ich spiele zwar noch immer mit der kostenlosen Grundversion, aber ich habe ehrlich gesagt schon Geld für Skins und Emotes ausgegeben. Ich weiß nicht sicher, wie viel, aber es sind bestimmt über 100 Euro seit Oktober 2017.

Das Wichtigste: Gewinnen kann nur, wer baut – aber nicht zu viel

Ideale Sniper-Türme: Nicht zu hoch, um das Fundament noch reparieren zu können, und gespickt mit vier Rampen, die auf der obersten Etage Schutz bieten | Bild: Screenshot Motherboard, Youtube

Okay, ich frage jetzt mal ganz konkret: Gib mir doch mal handfeste Tipps, die mir den Sieg in Fortnite garantieren, oder mich zumindest nicht mehr ganz so schlecht aussehen lassen!

Der wichtigste Tipp zuerst: Bauen, bauen, bauen. Das ist das Besondere an Fortnite, du entscheidest Kämpfe nicht unbedingt, weil du am besten schießen oder ausweichen kannst, sondern, indem du möglichst schnell möglichst viel baust, wenn es drauf ankommt.

Was genau ihr baut, ist dabei ebenfalls wichtig: In hektischen Gefechten ist es immer sinnvoll, schnell um sich herum Wände hochzuziehen, um vorübergehend geschützt zu sein und die Position der Gegner zu ermitteln. Einfach den Wand-Bauplan auswählen, die Maus um 360 Grad drehen und dabei klicken. Dann noch eine Rampe reinsetzen und schon hat man einen halbwegs sicheren Aussichtspunkt. Das sollte man zuerst lernen, wenn man dieses Spiel anfängt.


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Echte Profis machen immer Druck

Ein paar Fornite-Spieler schwören ja darauf, gleich zu Beginn der Runde einen Aussichtsturm zu bauen und dann einfach abzuwarten, bis Spieler vorbeikommen. Was hältst du von dieser Taktik?

Wenn man sich Profi-Spieler ansieht, dann merkt man schnell, dass das eigentlich keiner so macht, der auf einem höheren Niveau spielt. Bei den Profis wird immer gerusht, immer vorwärts, immer zum Gegner hingehen, Druck machen. Ich persönlich halte auch nicht viel von diesen stationären Türmchen, da lernt man auch nicht wirklich die Essenz von Fortnite – und nicht zuletzt ist es einfach langweilig.

"Gesteht euch eure Fehler ein!"

Und wenn sie trotzdem ihre Türmchen bauen, machen viele Spieler trotzdem immer den gleichen Fehler: Sie bauen zu hoch. Aber wenn man höher als drei Stockwerke baut, dann bekommt man Fallschaden, sollte der Boden wegbrechen. Dieses Wissen nutzen gute Spieler zu ihrem Vorteil und während sie das Fundament der Türme wegbomben, sitzt der Turmbesitzer im obersten Stockwerk und ist zu weit vom Erdgeschoss entfernt, um es reparieren zu können.

Training mit dem Scharfschützengewehr lohnt

Das Scharfschützengewehr ist zwar keine sonderlich einsteigerfreundliche Waffe, aber die Trainingsstunden lohnen sich | Bild: Epic Games

Ist notiert! Und empfiehlst du irgendwelche speziellen Waffen, die ihren Zweck besonders gut erfüllen?

Ich sage ja immer: "No sniper, no win". Ich hasse es, wenn ich kein Scharfschützengewehr bekomme, das ist unheimlich mächtig – auf weite Distanzen aber selbst im Nahkampf, wenn man ein bisschen mit dem Ding übt. Klar, das ist vor allem für Einsteiger keine leichte Waffe, aber ich empfehle trotzdem ganz stark: Rüstet das Teil jedes Mal aus, wenn ihr eins findet und übt damit, irgendwann werdet ihr dann auch besser. Diese Investition lohnt sich wirklich.

Und nicht zuletzt: Ihr müsst euch eure Fehler eingestehen. Ich sehe ständig Streamer und talentierte Fortnite-Spieler, die ihren Bildschirmtod auf Bugs, technische Probleme oder "Cheater" schieben. Das ist Blödsinn, stattdessen solltet ihr jede Niederlage nutzen, um darüber nachzudenken, was da eben schief gelaufen ist. Nur so werdet ihr wirklich besser.

Wunderbar, ich fühle mich schon etwas besser. Danke, Simone!

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