Symbolbild Wissenschaftler: PhotoAlto | imago || Vibrator: Science Photo Library | imago || Bearbeitung: VICE

Warum ihr euch diese Sextoys besser nicht einführen solltet

Und bitte auch nicht aufsetzen oder ablecken! Akute Gesundheitsgefahr, warnt Stiftung Warentest.

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30 Januar 2019, 3:10pm

Symbolbild Wissenschaftler: PhotoAlto | imago || Vibrator: Science Photo Library | imago || Bearbeitung: VICE

Stell dir vor dein Sexpartner riecht, als hätte er in einer Wanne aus Schadstoffen gebadet und du wirst nur wegen Angstschweiß feucht. Wälz dich lieber nicht mit ihm durch die Laken und erkläre deinen Intimbereich für eine gesperrte Zone. Das Gleiche solltest du wahrscheinlich auch mit ein paar der bunten Sexpartnern aus deiner Nachttischschublade machen.

Spielzeuge, an denen Kinder rumnuckeln, müssen Richtlinien erfüllen. Für die Erwachsenen-Toys sieht das anders aus. Sexspielzeuge sind nicht genormt und es gibt keine Richtlinien oder Warnhinweise für ihre Materialen. Deshalb hat Stiftung Warentest 18 Sextoys untersucht, darunter zwölf Vibratoren, drei Liebeskugeln und drei Penisringe, die im Internet oder im Sexshop gekauft wurden. Das Ergebnis: Auch bei Spielzeugen solltest du auf Safer Sex achten.

Alles, was irgendwo in Körperöffnungen gesteckt wird, hat oft Schleimhautkontakt. "Diese Gewebe sind meist gut durchblutet und können empfindlich sein. Schadstoffe haben in Sextoys deshalb nichts zu suchen", sagt Chemikerin Sara Wagner-Leifhelm, die den Erwachsenen-Spielzeug-Check geleitet hat. Insgesamt sind fünf Toys durchgefallen, zwei erreichten nur "befriedigend" – und das hat nichts mit dem "befriedigend" zu tun, an das man bei Sexspielzeugen eigentlich denken sollte.

Auflegevibratoren

Wenn man Kommentarspalten im Internet glauben schenken darf, dann haben die Druckwellenvibratoren in den letzten Jahren einen großen Hype erfahren. Und laut Nutzerinnen mehr Orgasmen verursacht, als jeder "Sexgott" bei Tinder.

Im Schadstoff-Check wurden die "prominentesten" Auflegevibratoren getestet. Während der Satisfyer mit der Note 1,6 belohnt wird, kommt der teurere Womanizer nur mit einer 3,2 davon. Der Schadstoffgehalt sei größer, aber laut Stiftung Warentest immerhin "nicht besorgniserregend".

Durchgefallen ist die Quietscheente I rub my duckie, die ihr natürliches Habitat nicht in der Badewanne, sondern auf der Klitoris hat. Der Auflegevibrator wird von der Stiftung mit mangelhaft ausgezeichnet, denn der gelbe PVC-Kunststoff sei sehr stark mit "polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen" (PAK) belastet. Und das ist krebserregend.


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G-Punkt und Rabbitvibratoren

Charlotte aus Sex and the City schloss sich aus Lust tagelang mit ihrem Rabbitvibrator im Schlafzimmer ein – das kann man mit den beiden Modellen aus dem Test auch machen. Anders sieht es bei "the best selling cock in the world" aus, wie es Doc Johnson von einem seiner Vibratoren behauptet. Der Kunststoff setze sehr viel Phenol frei, eine Substanz die laut Stiftung Warentest im Verdacht steht, Gendefekte zu verursachen.

Ein Fetisch-Set aus Umschnallvibrator und Maske bekommt ein mangelhaft, obwohl ihr mit dem Vibrator beruhigt spielen könntet. Aber in der Maske seien 100-mal mehr DEHP nachgewiesen worden, als erlaubt. Der Weichmacher, der eigentlich ohne Zulassung nicht verwendet werden darf, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Also verbindet euch lieber mit der nächsten Krawatte die Augen.

Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen ist ein Paarvibrator von "We Wibe". Das Silikon, mit dem ihr euch befriedigt ist kein Problem. Aber das Metall am Ende soll mehr Nickel abgeben, als der gesetzliche Grenzwert bei anderen Spielzeugen erlaubt, und verpasst euch womöglich eher eine Allergie als einen gemeinsamen Orgasmus.

Digital sind übrigens nicht nur die Pornos, die zum Warm-up auf dem Laptop laufen, sondern auch ein penisförmiger Vibrator mit Kamera, der bei der Benutzung (kein Scherz) "in den Intimbereich filmt". Er hat zwar die Schadstoff-Bestnote von 1,0 abgeräumt und ist bei der Datenübertragung auf den PC per Kabel relativ sicher – trotzdem solltet ihr solche privaten Fahrten in eure Vagina lieber nicht in der Cloud abspeichern.

Penisringe

Schon deine Eltern sagten dir, nicht alles was man draufsteckt, bekommt man auch wieder ab, so auch bei Ringen, die man auf den Penis zwängt. "Von Ringen und Hülsen aus Metall rate ich komplett ab, die kriegt man von einem steifen Penis nicht mehr runter. Im krassesten Fall stirbt das Glied ab", warnt Wolfgang Bühmann, Mitglied des Berufsverbands deutscher Urologen. Aber keine Sorge, die Penisringe im Test konnten immerhin alle mit einer Schere aufgeschnitten werden. Ob man das noch selbst hinbekommt ist nicht klar, aber die freundliche Assistenzärztin aus der Notaufnahme freut sich bestimmt über eine neue Anekdote, die sie auf Partys erzählen kann.

Um das zu vermeiden, ist laut Stiftung Warentest beim Kauf die richtige Größe am wichtigsten. Falls ihr der Einschätzung eurer Sexpartnerin nicht vertrauen wollt ("Der Größte, den ich je gesehen habe") könnt ihr euren Penis auch mit einem Kondometer ausmessen. Achja, und von den drei getesteten Modellen habe nur der Ring von Durex geringe Schadstoffmengen aufgewiesen.

Liebeskugeln

Gute Verkäuferinnen auf Dildo-Partys schwören, Liebeskugeln seien nicht nur dafür da, dass sich dein Partner mehr abmühen muss, irgendwas in dich hineinzustecken. Sondern auch um deine Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Laut Dr. Rainer Lange vom Berufsverband der Frauenärzte sei das Quatsch. "Zwei Drittel aller Frauen können ihre Beckenbodenmuskulatur gar nicht ansteuern", zitiert ihn zu Stiftung Warentest. Auch gebe es keine wissenschaftlichen Belege für eine gesundheitliche Verbesserung durch Liebeskugeln.

Das Testurteil beweist, dass ihr bei einem der Modelle lieber zur Physiotherapie gehen solltet, statt euch den krebserregenden Stoff PAK vaginal einzuführen, den die Liebeskugeln der Firma "Joydivison" aussondern sollen.

Wir fassen also zusammen: Nicht alles, was dreckig ist, sollte mit Sex zu tun haben. Das gilt auch für benutzte Toys. Stiftung Warentest warnt, dass die Rillen und Ritzen eurer benutzten Spielzeuge irgendwann nur noch eine Horde von Bakterien erregt, die sich dort eingenistet haben. Außerdem sollte man verschiedene Toys aus verschiedenen Materialien nicht in einer Schublade aufbewahren, da sie sich gegenseitig angreifen können. Ihr könnt also schmutzig sein, eure Sexspielzeuge sollten in Zukunft aber unbedingt sauber bleiben.

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