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​RB Leipzig verbietet Legida-Anhänger die Trompete

Ein RB-Trompeter bläst bei Heimspielen zur Attacke. Auf Facebook ist er Anhänger des rechtspopulistischen Bündnisses Legida. Die Trompete muss er abgeben, ins Stadion darf er aber weiterhin.

von Benedikt Niessen
04 Dezember 2015, 1:30pm

Der RB-Bläser ist künftig nur noch mit Schal unterwegs (Foto: Imago)

Bei Rasenballsport Leipzig herrscht eine Null-Toleranz-Politik. Der Hauptinvestor aus Österreich will in Sachsen ein familienfreundliches Stadionerlebnis schaffen. Gewaltbereite Fans oder politische Aussagen, wie es sie in einigen anderen ostdeutschen Kurven gibt, sollen gar nicht erst ins Stadion gelangen. Laut Informationen der Leipziger Volkszeitung (LVZ) hat man deshalb jetzt dem RB-Trompeter hinter den Kulissen sein Instrument verboten.

Der langjährige RB-Fan bläst bei jedem Heimspiel in seine Trompete und heizt die Fans aus Leipzig zur Attacke an. Ein üblicher Vorgang in der Fankultur—etwa auch bei Schalke 04. Doch in den sozialen Netzwerken tritt der RB-Vorbläser als Anhänger des rechtspopulistischen Bündnisses Legida auf. Ein Attacken-Bläser mit öffentlichen Legida-Sympathien? Das wollte der Verein verständlicherweise nicht tolerieren.

Laut LVZ hat der Verein dem Fan in einem persönlichen Gespräch wohl mitgeteilt, dass er seine prominente Rolle als Trompeter mit dieser privaten Gesinnung nicht mehr ausüben darf. Zwar muss er seine Trompete nun zu Hause lassen, doch soll er weiterhin ins Stadion dürfen. Auf Anfrage von VICE Sports ließ RB Leipzig mitteilen, dass sich der Verein nicht über den Vorfall und die Berichterstattung der LVZ äußern wolle. Trotzdem scheint es sich für den Fan ausgeblasen zu haben. Zumindest im Stadion von RB Leipzig.