wisemen

Göteborgs Hooligans haben zum 20. Geburtstag ein glorifizierendes Prügel-Best-of veröffentlicht

Seit 20 Jahren prügeln sich die „Wisemen" von IFK Göteborg mit rivalisierenden Hools. Auslöser für ihre Gründung waren Gewaltexzesse von Stockholmer Schlägertrupps. Die sorgten 2002 auch für eine Tragödie.
29.12.16

Die Hooligan-Firm Wisemen von IFK Göteborg feiert dieser Tage 20-jähriges Bestehen und hat zu diesem Anlass eine Art Best-of-Video veröffentlicht.

Zu sehen sind die Anhänger von Blåvitt (Blauweiß), wie sie sich immer neue Schlachten mit Firms rivalisierender Vereine liefern. Die Bilder sind genauso gewalttätig wie monoton—und versuchen, die sportlichen, aber eben auch gefährlichen Auseinandersetzungen zu glorifizieren—ohne die dunklen Stunden der Gruppe sowie der Hooligan-Kultur zu berücksichtigen.

Spannend ist die Entstehungsgeschichte der Wisemen. Denn die Firm wurde 1996 von IFK-Fans als Gegengewicht zu den Hooligans der drei großen Stockholmer Vereine (Djurgården, AIK & Hammarby) gegründet. Letztere dominierten seit den 80er-Jahren die schwedische Hool-Szene—und schlugen bei Auswärtsfahrten in Göteborg alles kurz und klein. Genau das wollten sich die Göteborg-Fans nicht länger bieten lassen und formierten ihre eigene kleine Schläger-Armee.

Für Negativschlagzeilen sorgten die Wisemen am 27. August 2001, als sie eine Gruppe von Hammarby-Auswärtsfans auf dem Weg zum Ullevi-Stadion mit Metallrohren attackierten. Ein Hammarby-Fan erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Die Ermittlungen zu dem Vorfall führten laut Göteborgs-Posten zur „größten Durchleuchtung der schwedischen Hooligan-Kultur aller Zeiten."

Traurige Berühmtheit erlangten die Wiseman am 29. Juli 2002, als ihr Mitglied Tony Deogan zu Schwedens erstem Todesopfer im Rahmen einer Sportveranstaltung wurde. Im Anschluss an eine geplante Schlägerei zwischen Wisemen und den Firman Boys von AIK wurde Deogan in einem Stockholmer Park so schwer misshandelt, dass er einige Tage später seinen schweren Kopfverletzungen erlag. Diese Schattenseite war im Video nicht zu sehen.