siegertipps fürs tippspiel

EM-Tippspiele sind so unfassbar leicht zu gewinnen

Warum gewinnt immer Gerda aus der Buchhaltung? Dabei gibt es ein paar ganz einfache Regeln, wie man locker den Jackpot knackt.
2.6.16
Foto: Imago

Tippspiele werden gerne mal von Arbeitgebern ins Leben gerufen, um die mangelnde Mitarbeiterführung anhand eines Kalenders in der Kaffee-Küche und eines winkenden 250-Euro-Jackpots zu kaschieren. Fragt sich, wie teambildend es ist, wenn Gerda aus der Buchhaltung wieder mal auf dem ersten Platz thront, obwohl sie nicht mal die belgische von der deutschen Flagge unterscheiden kann. Dabei kennt ihr doch ganz genau die Marktwerte aller Mannschaften und habt immer die Nachberichte der EM-Quali-Spiele studiert und trotzdem verkackt ihr es. Ihr denkt einfach zu viel. Oder vielleicht zu wenig. Denn bei 10 Euro Einsatz winkt meistens ein beachtlicher Preis, ganz zu schweigen von dem Fame im Büro. Hier sind ein paar einfache Tipps, wie ihr jedes Tippspiel gewinnen könnt.

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1. Seid realistisch

Die häufigsten Ergebnisse im Fußball sind 2:1, 1:1 und 1:0. Beim Tippspiel wurden noch keine Helden geboren und solltet ihr wirklich mal ein 4:2 richtig tippen, dann werdet ihr eher komisch von der Seite angeguckt, als dass euch jemand auf die Schulter klopft. Ein Tippspiel ist kein Wettschein, bei dem ihr die Quote in die Höhe treiben müsst. Es ist ein Marathon, versucht viele richtige Tendenzen statt einzelne Zufallstreffer zu landen.

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2. Setzt die Fan-Brille ab

Wenn ihr bei jedem Turnier einen Zehner auf Deutschland als Titelgewinner setzt, wie auf Schalke 04 als Deutscher Meister, dann habt ihr was falsch gemacht. Obwohl Ersteres wohl häufiger vorkommt. Wenn ihr bei der Tippabgabe an den letzten Kroatien-Urlaub zurückdenkt, an Giuseppe, der die beste Pizza der Stadt macht oder ihr aus unerfindlichen Gründen Sympathien für Portugal habt—blendet sie aus. Der Wunsch als Vater des Gedanken bringt nichts. Versucht euch bei den Tipps von jeglichen Sympathien und Antipathien zu befreien, auch wenn der Fußballgott es scheinbar nicht immer macht.

3. Beachtet Wettquoten

Wettquoten zu beachten, ist eigentlich Schummeln—aber trotzdem absolut legitim. Es ist so, als ob man sich Tipps vom Profi—dem Buchmacher—abholt. Durch Wettquoten kann man jedoch Tendenzen erahnen. Je geringer die Quote für eine Mannschaft ist, desto deutlicher kann ein Sieg ausfallen. Frankreich hat im Eröffnungsspiel gegen Rumänien eine 1,3er-Quote, ihr könnt also ohne schlechtes Gewissen auf einen Sieg mit zwei oder drei Toren Unterschied tippen. Wenn der Favorit eine höhere Quote als 1,5 hat, fährt man mit dem klassischen 2:1 oder 1:0 sicher. Lässt sich kein eindeutiger Favorit ausmachen, wie beispielsweise bei der Partie Belgien gegen Italien, tippt man Unentschieden.

4. Ignoriert die Vergangenheit

Turniere werden gerne zum Anlass genommen, um olle Kamellen auszugraben. Ja, wir wissen, dass Deutschland häufig gegen Italien verloren hat. Für das aktuelle Turnier spielt das trotzdem eine untergeordnete Rolle. Der Fußball verändert sich kontinuierlich und der Kader kann sich schon zwischen zwei Turnieren grundlegend ändern. Noch unbedeutender sind zufällige Randstatistiken wie: Auftaktspiele liegen Deutschland nicht, England ist bei Regen besser, und Götze trifft in pinken Schuhe viermal häufiger. Das sind Lückenfüller, damit Béla Réthy etwas zu schwafeln hat. Die könnt ihr getrost missachten.

5. Riskiert etwas bei Rückstand

Vorhin haben wir gelernt, dass einfache Ergebnisse die größten Erfolgsaussichten haben. Das bringt aber nichts mehr, wenn ihr kurz vor Ende des Tippspiels vom Sieg soweit entfernt seid wie San Marino an einer EM-Teilnahme. Wenn ihr in der K.O.-Phase deutlich zurücklegt, bringt euch ein 2:1 auch nicht weiter, weil unter Garantie zwölf Leute den gleichen Tipp abgeben. Gibt es einen klaren Favoriten, setzt ihr auf den Außenseiter, bei ausgeglichenen Matchups tippt eher auf ein 3:1 als auf ein 1:0.