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Frankfurt ist jetzt offiziell die nachhaltigste Stadt der Welt

Berlin wurde auf einem überwältigend ökologischen sechsten Platz des Sustainable Cities Index gelistet.
16.2.15
Frankfurt, du Blume der Welt. Bild: ​Wikimedia, Nicolas Scheuer | ​CC BY-SA 4.0

Wer in Frankfurt lediglich Flughafen, Skyline und die  rappende Hauptstadt des Verbrechens sieht, tut der kapitalistischen Main-Metropole, wie nun brandheiß bekannt wurde, unrecht. Der gerade veröffentlichte ​​​Sustainable Cities Index krönt die Hessenmetropole nämlich mit dem Titel, die nachhaltigste Stadt der Welt zu sein. Der Welt! Vor London, Kopenhagen, Amsterdam und Rotterdam. Wer hätte das gedacht. (Die Flughafengröße scheint dabei wenig über die urbane Nachhaltigkeit auszusagen.)

Zwanzig Faktoren aus den fünf sogenannten Schlüsselbereichen Wirtschaft, Gewerbe/ Arbeitsplätze, Risiko, Infrastruktur und und Finanzen mussten für die Studie als Untersuchungsgrundlage herhalten. Und weil man mit dem Listenbauen schon so kreativ dabei war, hat man die Daten dann gleich noch einmal in soziale, ökologische und ökonomische Themen aufgeteilt.

Ökologisch und ökonomisch verdiente Frankfurt sich locker den Weltmeistertitel, landete in Sachen Menschenfreundlichkeit und Lebensqualität jedoch nur auf Platz 9, einen vor Berlin (da sage noch mal jemand was über die ruppigen Berliner). In der Gesamtwertung ist Frankfurt weltweit aber einfach unschlagbar.

Frankfurt ist jetzt offiziell die nachhaltigste Stadt der Welt .

Bilder:​ Sustainable Cities Index, Arcadis

Berlin findet sich ebenfalls in den Top Ten auf Platz 6 und vermengt damit quasi die deutschen Erfolge von Eurovision Song Contest und Fußballweltmeisterschaft zu einem guten Durchschnittswert im oberen Spektrum.

Zu den Städten mit den miesesten Quoten gehören einige der am schnellsten wachsenden Städte Asiens wie Jakarta (45), Manila (46), Mumbai (47), Wuhan (48) und Neu Delhi (49).

Das Problem der Nachhaltigkeit ist leider nur, dass sie trotz allem immer noch eine leere Phrase bleibt. Ein Konglomerat harmloser Wohlfühlfaktoren, die wenig über die wirklich brisanten Themen aussagen, sondern ein grafisch hübsch aufgemachter Schwanzvergleich bleiben.

Natürlich ist solch eine Liste interessant, um zu sehen an welcher Stelle sich die eigene Stadt global behaupten kann. Doch außer einem „hier guck mal, meine Stadt schlägt sich ganz gut", bleibt der Effekt auf die eigene Nachhaltigkeit dieser Studie eher gering. Sogar ein Glücksindex wäre anschaulicher gewesen, da solch einer wenigstens zeigt, dass Fahrradwege, Arbeitsplätze und frische Luft den Menschen augenscheinlich gut tun.

​Was sagen uns diese Ergebnisse nun außer, dass mal wieder ein neues Ranking durch das allseits beliebte Internet geistert? Können wir uns mit unseren tollen Quoten zurücklehnen und uns und unserer Kanzlerin selbstgerecht auf die Schultern klopfen?

Es scheint eher so als wäre noch einiges an globalem ​Engagement vonnöten und, dass wir uns weiterhin ernsthaft um unseren Planeten sorgen müssen. Denn, wenn das dreckige Berlin auf Platz 6 der weltweiten Charts steht, wo vor jeder U-Bahnstation mindestens ein Obdachloser sein Lager aufgeschlagen hat und die Mieten die Einkommensverhältnisse in den letzten Jahren dramatisch überholt haben, sehen die Verhältnisse auf den hinteren Plätzen sicherlich mehr als erschreckend aus.