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Erst mal, denke ich, müssen wir unsere Mitbürger von den Vorzügen der Monarchie überzeugen. Nach fast hundert Jahren haben wir Deutschen ja überhaupt keine eigene Erfahrung und schon längst keine Erinnerungen an die Monarchie, wie sie mal in der Geschichte war. Die Monarchie heute ist ja sehr anpassungsfähig, sie passt sich ja jeder Zeit und Generation an. Aber grundsätzlich muss man das Volk erst mal auf die Vorteile hinweisen und informieren, was will man mit einem König von Deutschland.Der Herr Fitzek versucht das eben einfach vorzuleben, der schafft einfach Tatsachen.
Ja, das ist schon richtig. Aber wenn König von Deutschland, dann sollte das eigentlich mit einem grossen Zuspruch erfolgen und nicht jemand sein, der sagt ‚So, ab heute bin ich König von Deutschland, setzte mir die Krone auf, mache eine eigene Währung und sonstwas alles.‘ Ich finde das ist so nicht der richtige Weg. Aber er hat ja schon einige Anhänger.Ja, das ist ganz klar. Das ist ganz normal und auch verständlich, und bevor er so etwas an die Öffentlichkeit bringt, muss er ja auch eine Schar von Treuen hinter sich haben. Das würde ja jeder so machen, ganz klar.
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Das macht doch nichts. Also, der Bund Aufrechter Monarchisten hängt natürlich der Tradition von 1918 an. Für uns ist der Thronprätendent eben Georg Friedrich Prinz von Preußen.Foto: Gryffindor | Wikimedia | GemeinfreiAber der will ja nicht.Ja, der will nicht–sagt er. Gut. Muss man zur Zeit akzeptieren.Was kann man denn da machen?
Tja, ich denke ganz einfach, wenn das Volk ihn ruft, und der Ruf in der Öffentlichkeit nach Monarchie wird stärker, und mit dem Wunsch, die Preußen als König zu haben, dann muss er diesen Ruf spüren. Er muss merken, dass viele Menschen in Deutschland sich an die Preußen erinnern—ich meine, die Demokratie ändert sich ja ständig, und auch die Staatsform kann sich ändern, wie auch immer—und wenn Georg Friedrich den Ruf verspürt, dann denke ich, kann er sich eines Tages nicht versperren. Dann muss er sagen, „OK, ich stehe dafür zur Verfügung.“Das ist ja im Grunde nichts weiter als seine Pflicht!Ja! Also, das er gegenwärtig komplett nein sagt ist verständlich. Ich persönlich hätte natürlich den Wunsch, er würde auch mal ein bisschen öffentlich zu einer neuen Monarchie in Deutschland Stellung beziehen. Aber er hat das so entschieden, und das muss man akzeptieren. Außer, das Volk ruft—und der Ruf, der dürfte dann nicht bei ihm an den Ohren vorbeigehen.
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Ja. Wobei man auch über eine parlamentarische Monarchie reden kann, in der der Monarch eben wie der Bundespräsident jetzt repräsentative Aufgaben wahrnimmt—aber eben ein ganz anderes Flair vermittelt. Aber es wäre schon interessant, darüber nachzudenken, ob der Monarch ein bisschen mehr Gestaltungsrecht bekäme.Sollte der deutsche König auch wie Prinz Harry als Soldat in Afghanistan kämpfen?
Ja, das finde ich gut, wenn Mitglieder des Hauses sich engagieren. Der Thronfolger wird auf seine Aufgabe vorbereitet, und dadurch lernt derjenige ja von klein auf, was ihn eines Tages erwartet. Im Fall von Prinz Harry finde ich das schon gut, dass sie sich so beteiligen. Ob das wohl in Deutschland so sein sollte, oder ob das auch im humanitären, karitativen oder wissenschaftlichen Bereich sein kann, das muss man dann im Einzelfall prüfen, auch nach den Interessen der einzelnen Mitglieder. Man muss bei solchen militärischen Einsätzen die Gefahren natürlich immer im Auge behalten.
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Ja, am besten entsteht so eine Situation gar nicht. Aber man muss ja immer die Eventualitäten einkalkulieren, so traurig das auch ist. Aber ich finde schon, dass Prinzen die gesund sind, gut von Figur sind, und arbeitsfreudig sind und Liebe zu Mitmenschen haben, dass die bei Gefahr mithelfen können, das finde ich dann schon gut. Zum Beispiel bei Hochwasserkatastrophen: das sollte von Prinzen königlicher Herkunft nicht darauf verzichtet werden, das gehört einfach dazu. Man wird gefordert, und wo Not am Mann ist, muss man mitmachen. Das fördert auch die Liebe zum Volk.Wenn Georg Friedrich nun partout nicht König von Deutschland will, könnte sich der BaM dann doch noch hinter Peter Fitzek stellen?Das kann ich mir momentan nicht vorstellen. Dazu müsste man erst mit den Mitgliedern sprechen. Das Haus Preußen hat ja eine Vielzahl männlicher Nachkommen, zum Beispiel Philipp Kyrill. Und sollten die Preußen gar nicht wollen, dann muss man mal überlegen. Es gibt ja in Deutschland viele hochfürstliche Familien, die bis 1918 regiert haben. Ich könnte mir vorstellen, das Haus Württemberg hat eine exzellente Ausstrahlung, und Herzog Karl hat sich ja auch wohlwollend zur Monarchie geäußert—wohlverstanden, er ist der einzige, der das gemacht hat.Und wenn jetzt keiner von denen wollte, würden Sie es dann selber machen?
Nein, da habe ich ja gar nicht die Ausbildung dazu. Ich denke (lacht) nett gedacht, ja. Also, abwegig ist es auch nicht, dass man eine bürgerliche Person zum König ernennt, wie bei den Wahlkönigtümern im hanseatischen Bereich. Hat auch seine Vorteile.
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