Fotos

Mein Tag mit einem Pastafari

Du benutzt ein Nudelsieb nur zum Kochen, für die Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters ist es eine heilige Kopfbedeckung.

von Jen Osborne
28 Januar 2015, 5:00am

Obi mit einem Plastik-Nudelsieb als Kopfbedeckung

Bei den ganzen religiösen Extremisten, die mit ihren Terroranschlägen in den Nachrichten zu sehen sind, ist es manchmal schwierig, die kleineren und außergewöhnlichen Glaubensrichtungen zu bemerken, die es auf der ganzen Welt gibt. Dazu gehört auch die relativ bescheiden agierende Religion Kirche des fliegenden Spaghettimonsters, in die ich mit dieser Fotoreihe einen Einblick gewähren wollte. Zum ersten Mal in den Fokus der Öffentlichkeit geriet diese Glaubensrichtung im Jahr 2005, nachdem sich ein verärgerter Vater bei der amerikanischen Schulbehörde darüber beschwert hatte, dass man den Kindern die Schöpfungslehre beibringt. Pastafarianismus ist eine richtige Religion, zu der vor allem Atheisten, Agnostiker und Freidenker zählen, die aber auch schon bei Buddhisten, Christen und Moslems Anklang gefunden hat. Die Pastafaris sind dabei nicht „gegen Religion an sich, sondern gegen die durchgeknallten Dinge, die im Namen von Religion getan werden."

Dem Pastafarianismus hat sich auch der 37-jährige Obi Canuel angeschlossen, ein charismatischer Amateurmechaniker und Videospiel-Sammler mit einem Abschluss in Philosophie. Um Weihnachten herum bin ich nach Surrey, British Columbia, gefahren, habe ein wenig Zeit mit ihm verbracht und dabei seinen Alltag fotografiert und mit ihm über seinen Glauben gesprochen. Obis Markenzeichen, das überall für Aufsehen sorgt, ist dabei ein heiliges Nudelsieb, das er ständig auf seinem Kopf trägt. Sein Beweggrund dafür: „So kann das Wasser durchlaufen und die Nudeln bleiben hier."

Obi vor einer griechisch-orthodoxen Kirche in der Straße, in der er mal gewohnt hat

Obi wirbt bei einer SkyTrain-Station für die Church of the Flying Spaghetti Monster.

Promo-Flyer der Church of the Flying Spaghetti Monster

Obis British Columbia Services Card (hier durfte er auf dem Foto sein Nudelsieb tragen, beim Führerschein wurde ihm dieses Recht bislang verwehrt)

Obi posiert mit einem Schraubenschlüssel. Er ist ein geschickter Mechaniker und tritt für die Rechte der Arbeiter ein.

Obi trägt eine riesige kaputte Uhr, um zu zeigen, dass Pastafaris nicht an das Konzept der Zeit gebunden sind. Anscheinend führt er so ein freieres und spaßigeres Leben.

Vor Kurzem hat Obi dieses Kit Car fertiggebaut. Dafür hat er vier Jahre gebraucht.

Obi steht in der Warteschlange, um sich ein Videospiel zu kaufen.

Obi auf der Suche nach einem neuen Sieb

Obi erklärt einer potenziellen Bekehrten seine Religion.

Diese Mitarbeiter eines Restaurants kennen Obi aus den Nachrichten und freuen sich darüber, ihn in echt gesehen zu haben.

Obi wartet auf den Bus.

Obi beim Verteilen der Flyer

Obi und sein Telefon

Obi beim Tanken

Die Videospiel-Kanonen-Sammlung von Obi

Hier zockt Obi gerade Pac-Man.