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In diesen zehn Städten studiert es sich am besten

Vor Kurzem wurde wieder die jährliche Rangliste der „weltweit führenden urbanen Ziele für internationale Studenten" veröffentlicht. Deutschland ist auch vertreten.

von Pierre Longeray
02 Dezember 2015, 4:18pm

Foto: Pixabay | CC0

Titelbild: Pixabay | CC0

Vor Kurzem hat QS, ein Unternehmen, das sich auf das Zusammenstellen von Hochschulbildungs-Listen spezialisiert hat, wieder seine jährliche Rangliste der „weltweit führenden urbanen Ziele für internationale Studenten" veröffentlicht. Paris wurde dabei nun schon zum vierten Mal in Folge zur studentenfreundlichsten Stadt der Welt gewählt. Auf Platz zwei folgt Melbourne und danach kommt Tokio. Berlin landet immerhin noch auf dem neunten Platz. München landet auf Platz 11 und schafft es damit knapp nicht in die Top 10, die folgendermaßen aussehen (die Vorjahrsplatzierung ist in Klammern genannt):

1.) Paris (1)
2.) Melbourne (2)
3.) Tokio (7)
4.) Sydney (4)
5.) London (3)
6.) Singapur (15)
7.) Montréal (8)
8.) Hongkong (5)
9.) Berlin (16)
10.) Seoul (10)

Jede der aufgelisteten Städte hat dabei Punkte für die Qualität der ansässigen Hochschulen, für die Vielfalt der Studentenkörperschaft, für die „Attraktivität" des Umfelds, für die Erschwinglichkeit sowie für die Beliebtheit bei den globalen Referenten bekommen. Nur Städte mit mindestens zwei hochrangigen Universitäten und mehr als 250.000 Einwohnern wurden in die Liste aufgenommen.

Thierry Coulhon, der Präsident von Paris Sciences et Lettres—einer Vereinigung von Pariser Hochschulinstitutionen und Forschungszentren—, äußerte sich in der Tageszeitung Le Parisien zu den guten Nachrichten und meinte, froh darüber zu sein, dass Paris seinen Titel verteidigen konnte.

„Nach den schrecklichen Terroranschlägen, die diese symbolische Stadt erschüttert haben, ist Paris mehr als jemals zuvor darauf bedacht, jeden Tag für seine Werte der Solidarität, der Freiheit und der Kreativität einzustehen."

Die französische Hauptstadt hat allein schon durch seine 18 hochrangigen Universitäten—darunter die Sciences Po Paris, die ENS Paris, die Sorbonne und die HEC Paris—viele Punkte bekommen. Nur London steht in Sachen akademischer Exzellenz mit 19 der 75 besten Universitäten noch besser da.

Mit einer durchschnittlichen Studiengebühr von etwa 2.200 Euro pro Jahr liegt Paris auch in Bezug auf die Erschwinglichkeit ganz weit oben—dieser Wert gleicht die hohen Lebenskosten nämlich wieder aus.

Neben den Studiengebühren kommt bei der Errechnung der Erschwinglichkeit auch noch der sogenannte „Big Mac Index" ins Spiel, ein 1986 vom Economist eingeführter, witzig gemeinter Messwert der Kaufkraft. Dieser Wert basiert darauf, wie viel der berühmte Hamburger in der jeweiligen Stadt kostet. Außerdem wird auch der „iPad Index" berücksichtigt, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert—nur eben mit dem Apple-Tablet.

Für die Leute, die von der Burger- und Apfel-Rechnerei nicht überzeugt sind, ermittelt QS die Erschwinglichkeit einer Stadt aber auch noch mithilfe des „Cost of Living"-Indexes von Mercer.

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Wenn man jedoch nur die Erschwinglichkeit betrachtet, rutscht Paris auf Platz 25 zurück. Sparsame Studenten sollten sich dieser Liste zufolge lieber für die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur (Platz 1), Warschau (Platz 2) oder Hsinchu in Taiwan (Platz 3) interessieren.

Auch in der Kategorie „Attraktivität" muss sich Paris 21 anderen Orten geschlagen geben. Laut dem Verbrechensindex von 2015 liegt Paris in Bezug auf Sicherheit bei 446 Städten nur auf Rang 324. Und der Umweltverschmutzungsindex besagt, dass die französischen Hauptstadt bei den 300 verschmutztesten Stadtkernen auf Platz 122 liegt—zwischen Krakau und Phuket.

QS hat aber auch andere vielleicht nicht ganz so akademisch relevante Informationen zusammengestellt. So gibt es in Paris zum Beispiel 300.000 Hunde (somit sind diese Tiere verglichen mit Kindern in der Überzahl) und nur ein einziges Stop-Schild.

„Paris ist stolz darauf, zum vierten Mal in Folge zur besten Studentenstadt der Welt gewählt worden zu sein", sagte die Bürgermeisterin Anne Hidalgo. „Junge Menschen sind unsere größte Stärke und verkörpern unsere größten Hoffnungen."

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Die USA sind mit elf Städten am häufigsten in der kompletten Rangliste vertreten, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit acht. Australien ist allerdings das einzige Land, das mit gleich zwei Städten in den Top 5 aufwarten kann, nämlich Melbourne und Sydney.

Melbourne konnte dabei an seinem zweiten Platz festhalten, weil es in der australischen Metropole sieben Eliteuniversitäten gibt und die Studentenkörperschaft sehr vielfältig ist—30 Prozent der dort Studierenden kommen aus dem Ausland. Das viertplatzierte Sydney steht aus ähnlichen Gründen so weit oben.

Trotz der vielen Top-Universitäten sind in den Top 10 keine US-amerikanischen Städte zu finden. Dieser Umstand dürfte wohl zum Teil den immens hohen Studiengebühren geschuldet sein. So liegt Boston—immerhin der Standort von Harvard und dem MIT (das von QS übrigens zur besten Universität der Welt gekürt wurde)—auf Platz 13, während New York dann auf Platz 20 folgt und San Francisco trotz seiner Nähe zu den Unis von Stanford und Berkeley sogar erst auf Platz 27 gelandet ist.

Aber auch Deutschland ist in der Liste zu finden. Dabei hat es Berlin mit seinem neunten Rang sogar in die Top 10 geschafft und sich damit im Vergleich zum Vorjahr um ganze sieben Plätze verbessern können. Und München kann sich immerhin noch mit Platz 11 rühmen, was an sich ja auch gar nicht so schlecht ist. Das Land der Dichter und Denker darf also zumindest ein bisschen aufatmen.

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