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Fotos

Beim Brunch mit einem Haufen Pornostars—das Buch

Nate „Igor" Smith isst gern und häufig mit allen möglichen Pornostars und Promis, von Lena Dunham bis Stoya. Fotografiert hat er sie alle.
28.10.14

Letzen Monat startete Nate „Igor" Smith, vielen wohl bekannt durch seinen party- und frauenlastigen Foto-Blog Driven by Boredom, eine Aktion auf Kickstarter, um 1000 Dollar für einen Bildband zusammenzubekommen, der Fotos von seinen Freunden beim Essen enthalten soll. Erstaunlicherweise erreichte er sein Ziel innerhalb eines Tages. Aber was unterscheidet seine Fotos von den Tausenden fürchterlichen Essensposts auf Instagram? Igor macht doch auch nur Fotos von seinen Freunden beim Essen. Nur dass seine Freunde Porno-Stars, Schauspieler und Promis sind.

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Wir fühlen uns zum Teil für dieses Projekt verantwortlich, weil VICE 2012 eine Sammlung von Igors Fotos veröffentlicht hat. Ein Foto, auf dem die zukünftige VICE-Autorin Stoya beim Milkshake-Trinken zu sehen ist, verbreitete sich rasend schnell und genauso schnell forderte die Internet-Community einen Bildband. Nach dem großen Erfolg seiner ersten Kickstarter-Aktion (er sammelte 3300 Dollar ein, um das Buch Get Your Kicks drucken lassen zu können, hat Igor beschlossen, eine zweite Kickstarter-Aktion zu machen, um zu sehen, ob die Menschen immer noch Interesse an „Dinner with Igor" haben. Haben sie.

Als Gegenleistung gibt es von Igor unter anderem Ausgaben des Buches, signierte Fotos und sogar ein Abendessen mit Igor persönlich (für diejenigen, die mehr als 500 Dollar spenden, obwohl noch niemand Igor diesbezüglich in die Pflicht genommen hat). Er hat zwar schon sein ursprüngliches Ziel erreicht, aber er hat sich vorgenommen, eine Party in New York zu schmeißen, wenn er mehr als 3000 Dollar einnimmt.

Das alles hört sich ziemlich cool an. Also habe ich mich mit Igor in Verbindung gesetzt, um ihm ein paar Fragen zu stellen. Er hat sie beantwortet, als er gerade dabei war, Iggy Pop in Miami zu fotografieren. Ich muss mir andere Freunde zulegen.

VICE: Wann hast du damit angefangen, deine Freunde beim Essen zu fotografieren?
Igor Smith: 2008 fing ich an, eine 35-mm-Kompaktkamera überall hin mitzunehmen. Ich treffe mich häufig mit Freunden zum Essen, also habe ich quasi zu derselben Zeit angefangen, diese Fotos zu machen, zu der ich angefangen habe, die Kamera mit mir herumzutragen.

Wer bezahlt denn? Zahlst du für das Essen, weil du ja fotografierst, oder zahlt ihr getrennt?
Wenn ich ein Model fotografiere und wir danach etwas essen gehen, zahle ich meistens. Einen Teil dieser Fotos habe ich bei Dates aufgenommen und da zahle ich natürlich auch. Aber ich glaube nicht, dass ich jemandem jemals nur deshalb das Essen bezahlt habe, damit ich denjenigen dabei fotografieren konnte.

Hassen die Leute es nicht, wenn sie fotografiert werden, während sie gerade den Mund voll haben?
Das hängt von der Person ab. Manche hassen es, mache finden es lustig. Je besser ich mit jemandem befreundet bin, desto weniger interessiert es mich, was er oder sie davon hält.

Auf Instagram und Facebook gibt es Tonnen von grottenschlechten Fotos, auf denen grinsende Menschen vor Tellern mit Eggs Benedict zu sehen sind. Diesen Leuten gibt niemand Geld für einen Bildband. Dir schon. Wie kommt es, dass du so viele Promis und Pornostars kennst?
Ich fotografiere von Berufs wegen nackte Frauen, Musikfestivals und Partys, deshalb hänge ich häufig mit interessanten Leuten rum. Aber nicht mit allen, die im Buch zu sehen sein werden, bin ich gut befreundet. Ich habe kürzlich Aziz Ansari fotografiert, als er backstage bei seiner Show im Madison Square Garden einen Burger aß. Ich denke, ich werde ihn auch im Buch unterbringen. Aziz ist einer derjenigen, die ich nur flüchtig kenne.

Was ist so interessant daran, berühmten Menschen beim Essen zuzusehen? Macht sie das authentischer, menschlicher?
Es gibt mit Sicherheit Menschen, die so denken, aber das sind diejenigen, die US Weekly lesen und nicht irgendwelche künstlerisch angehauchten Hipster-Fotobücher sammeln. Das mit den Promis ist einfach nur eine Promogeschichte. Im Buch geht es aber weniger um berühmte Menschen als darum, jemandem gegenüber zu sitzen, der sich gerade über sein Essen beugt. Das dann 200 Mal.

Wenn du nicht gerade Porno-Stars dabei fotografierst, wie sie Milkshakes trinken, mit was für Fotos verdienst du dann dein Geld?
Ich halte mich gern für jemanden, der die Subkultur dokumentiert. Aber jetzt mal im Ernst, ich fotografiere betrunkene Leute, nackte Frauen, Juggalos und eben tausend andere Sachen, wenn ich jemanden davon überzeugen konnte, mich dafür zu bezahlen.

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