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Rezept: Selbstgemachter Weed-Senf

Passt besonders gut zur Bratwurst.

von Katinka Oppeck
19 April 2018, 9:29pm

Collage: MUNCHIES Media | Fotos: Pixabay | Pixnio | CC0

Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Die St. Galler Bratwurst polarisiert. Das Schweizer Qualitätsprodukt gehört neben der Cervelat (einer Brühwurst) zu den beliebtesten Grillwürsten des Landes. Schon 1438 wurde die Traditionswurst zum ersten Mal in den Statuten der Metzgerzunft St. Gallen erwähnt, 2008 wurde sie exklusiv geschützt. Eine echte St. Gallerin ist die Bratwurst übrigens nur, wenn das Fleisch aus der Schweiz (oder Liechtenstein) stammt und aus Zutaten besteht, die sich auch in den letzten 540 Jahren kaum verändert haben: Kalb- und Schweinefleisch, Gewürze und Milch.

In ihrem Heimatkanton wird die Kalbsbratwurst auch nach strengen Regeln verzehrt: Wurst und ein Bürli (ein traditionelles Brötchen aus der Ostschweiz) müssen reichen. Senf dazu kommt in St. Gallen schon fast einer Todsünde gleich. Entsetzen und Ekel machen sich breit, wenn du im Beisein waschechter St. Galler deine Bratwurst in Senf (oder andere Dips) tunken würdest.


MUNCHIES VIDEO: Der Koch, den Gras am Leben hält


Der Rest der Schweiz ist da zum Glück etwas liberaler und gönnt sich gern mal einen Klecks Senf zum Grillvergnügen. Wer aber St. Galler Freunde zu seinem engeren BBQ-Kreis zählt, hat auch in Zürich schon dutzende Male die Senf-Diskussion geführt. Aber wie bei einem Joint, der die Runde in der Gruppe macht, könnte dieser 4/20-Leckerbissen selbst bei St. Gallern Anklang finden: selbstgemachter Weed-Senf.

Während dich die CBD-Version von Weed-Senf zwar nicht high macht, sorgt der dezente Cannabis-Geschmack aber für ein kulinarisches Hoch, dem auch Verfechter der Bratwurst-ohne-Senf-Debatte den einen oder anderen Pluspunkt abgewinnen könnten. Und falls der Geschmack deine Ostschweizer Freunde noch nicht restlos überzeugt hat: CBD beruhigt auch erhitzte Gemüter, die sich wegen Senf in Rage reden.

Und wie macht man Weed-Senf jetzt selbst? Was auf den ersten Blick total kompliziert wirkt, ist eigentlich ganz einfach. Um deinen Weed-Senf herzustellen, brauchst du zuerst mit Gras angereicherten Zucker, der deinem selbstgemachten Senf die richtige Note verleiht. Welches Gras du dafür verwendest, bleibt völlig dir überlassen.

Wählst du zum Beispiel eine Kush-Sorte, kannst du deinem Senf damit erdige und holzige Noten geben, die den Grillgeschmack deiner Wurst unterstützen. Setzt du auf Züchtungen, die ein "Lemon" im Namen tragen, verleihst du ihm ein zitroniges Aroma, das für neue, erfrischende Geschmacksexplosionen sorgen könnte. Deiner kulinarischen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und natürlich kannst du deinen Gras-Zucker auch für alles andere verwenden, das gesüsst werden muss.

Mit Gras versetzter Zucker

Foto: Farideh Sadeghin

Dauer: 2 Stunden

Zutaten
3 g CBD-Gras
125 ml hochprozentiger Alkohol (gibt's in der Apotheke)
115 g Kristallzucker

Zubereitung
1. Ofen auf 120°C vorheizen. Das Gras gleichmässig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Marihuana backen und dabei darauf achten, dass es nicht heisser als 120°C wird (verbrennt das Gras, kann es seine Wirkung verlieren). Für rund 35-40 Minuten backen und abkühlen lassen, bevor es mit einem Grinder oder einer Mühle zu einem groben Puder verarbeitet wird. Dieses decarboxylierte Weed kannst du in einer luftdichten Box an einem kühlen, dunklen Ort bis zu zwei Monate aufbewahren.

2. Die Ofenhitze auf 93°C verringern. Währenddessen das decarboxylierte Weed in ein Glas füllen und mit Alkohol bedecken. Deckel drauf und alle fünf Minuten schütteln, rund 20 Minuten lang. Über einer Schüssel durch ein Käseleinen oder Mulltuch sieben und die festen Bestandteile wegwerfen. Dann diesen Alkohol mit dem Zucker vermischen und ihn gleichmässig in einer Backform verteilen. So lange im Ofen unter gelegentlichem Rühren backen, bis der Alkohol verdampft und der Zucker leicht goldig ist.

Ist der Weed-Zucker vollständig abgekühlt, kannst du dich endlich an den Senf machen:

Selbstgemachter Weed-Senf

(Dieses Rezept funktioniert natürlich auch für normalem Senf, dafür nimmst du statt Weed-Zucker einfach normalen Kristallzucker.)

Collage: MUNCHIES Media | Fotos: Farideh Sadeghin | Pixnio | CC0

Ergibt rund 340 g
Vorbereitung: 5 Minuten
Insgesamt: 20 Minuten

Zutaten
255 g Senfpulver
1 TL Weed-Zucker
1 TL brauner Zucker
¼ TL Kurkumapulver
¼ TL Knoblauchpulver
¼ TL Zwiebelpulver
125 ml Weissweinessig
1 Prise Salz

Zubereitung
In einer mittleren Pfanne das Senfpulver, beide Zuckersorten, Kurkuma-, Knoblauch- und Zwiebelpulver mit 125 ml Wasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und rund 5 Minuten köcheln lassen bis die Masse dickflüssig wird. Essig unterrühren und weitere 5 Minuten köcheln lassen. Von der Hitze nehmen und mit Salz würzen. Vor dem Servieren komplett auskühlen lassen. Deinen selbstgemachten Weed-Senf kannst du im Kühlschrank bis zu drei Monate lagern.


Wichtig: In der Schweiz ist der Kauf und Konsum von CBD-Weed legal. Wenn wir hier also von Gras sprechen, ist natürlich immer legales CBD-Gras gemeint. Der Handel, Besitz, Anbau und Konsum von Gras mit einem THC-Gehalt von mehr als einem Prozent ist in der Schweiz weiterhin verboten. In Deutschland gilt Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräusserung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis ohne Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte als strafbar. Nach dem österreichischen Suchtmittelgesetz wird bestraft, wer Cannabis erwirbt, besitzt, erzeugt, einführt, ausführt oder einem anderen überlässt oder verschafft. Da der Konsum den (wenn auch nur vorübergehenden) Besitz des Stoffs voraussetzt, fällt auch das automatisch unter die Liste der Straftatbestände.


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