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Wir haben 30 Forschende gefragt, was ihnen Hoffnung für die Zukunft macht

"Wenn du das grade liest, hast du unfassbares Glück, heute lebendig zu sein, denn jetzt ist die beste Zeit der Menschheitsgeschichte."

von Becky Ferreira
21 Dezember 2018, 11:30am

Einfallsreichtum und Zusammenhalt - vor allem das macht einem Großteil unserer Befragten Hoffnung | Bild: Cathryn Virginia

Das Sprichwort "Mögest du in interessanten Zeiten leben" kann als Fluch oder Segen interpretiert werden. Ob auf maximalen Kommerz getrimmte Konzerne, Klimawandel oder politischer Extremismus: Es gibt einige Gründe, von der Gegenwart und der Zukunft beunruhigt zu sein.

Dabei geschehen um uns herum auch jede Menge wunderbare Dinge, die in den von Krisen dominierten Nachrichtenmedien allzu schnell übersehen werden. Deswegen haben wir 30 schlaue Köpfe gefragt, was für Hoffnungen sie für unsere Zukunft haben.

Motherboard: Was gibt dir Hoffnung für die Zukunft?

1. "Die jüngere Generation, die wütend und gut organisiert ist. Sie erinnert mich an die Generation meiner Großeltern, die den Faschismus bekämpft hat. Ich wünsche diesen Menschen viel Glück. Sie werden es brauchen."

Farah Mendlesohn, Historikerin, Associate Fellow des Anglia Ruskin Centre for Science Fiction and Fantasy und leitende Redakteurin bei Manifold Press, Großbritannien

2. "Der Aufstieg und die wachsende Macht des Weiblichen, insbesondere die damit verbundenen Werte und Prioritäten, wie sich umeinander, um den Planeten und um andere Geschöpfe zu kümmern. Die wachsende Akzeptanz (mancher) Männer gegenüber ihren eigenen weiblichen Seiten und der sichtbare Beweis für die Auflösung des Patriarchats macht mir Hoffnung – trotz allen Gegenwinds."

Elaine Power, Expertin für Ernährungsunsicherheit und Professorin an der School of Kinesiology and Health Studies der Queen's University, Kanada

3. "Meine Studierenden. Sie glauben an die Wissenschaft, hassen Hass und machen verdammt schlaue Dinge mit diesen Geräten, von denen wir immer behaupten, sie würden ihre Hirne ruinieren."

Douglas McCauley, Professor für Meereskunde an der University of California, Santa Barbara, USA

4. "Wir verfügen als Spezies über das Rezept zum Erfolg. Wir sind im Notsituationen unglaublich widerstandsfähig und kreativ; wir können auf das Wissen und den Fortschritten früherer Generationen bauen und haben die einzigartige Fähigkeit zur Selbstoptimierung im Laufe einer einzigen Lebensspanne. Wenn du das grade liest, hast du unfassbares Glück, heute lebendig zu sein, denn jetzt ist die beste Zeit der Menschheitsgeschichte. Gestern war die zweitbeste Zeit und ich kann kaum erwarten, was uns morgen bringt."

Daniel Szafir, Assistenzprofessor für Computerwissenschaften, kreative Technologien, Informatik und Luft- und Raumfahrttechnik, sowie Direktor des Interactive Robotics and Novel Technologies Laboratory (IRON Lab) an der University of Colorado in Boulder, USA

5. "Wenn ich einer 10-jährigen Schülerin ein neues wissenschaftliches Konzept erkläre, ihre Augen aufleuchten und sie begeistert sagt: Das ist so cool!"

Shobhana Narasimhan, theoretische Physikerin am Jawaharlal Nehru Centre for Advanced Scentific Research in Bangalore, Indien

6. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die ganzen Experimente, die momentan zur Lösung gigantischer Probleme auf der Welt stattfinden, zu einem kollektiven Lernprozess führen."

– Bruce Bimber, Dozent der Fakultät für Politikwissenschaften und dem Center for Information Technology and Society an der University of California, Santa Barbara, USA

7. "Dass mehr und mehr Regierungen Wissenschaft, Technologie und Innovation als die Säulen der Gesellschaft sehen."

Tebello Nyokong, Professorin für Arzneimittelchemie und Nanotechnologie an der Rhodes University, Südafrika

"Technologie kann uns näher zusammenbringen"

8. "Der menschliche Erfindungsreichtum. Wir machen einen Haufen dummer Dinge, aber mit unseren großen Gehirnen können wir weit denken und aus Erfahrungen lernen. Die Dinosaurier hatten die Möglichkeit nicht und konnten sich nicht vor einem Meteoriten retten. Ich habe keine Zweifel, dass irgendwo unter den Milliarden Menschen auf unserem Planeten ein Genie sitzt, das ausklamüsern kann, wie man den Klimawandel bekämpft. Hoffen wir, dass wir uns weiter zu einer gerechteren Welt entwickeln, damit diese Person die Möglichkeit bekommt, uns zu retten."

Steve Brusatte, Paläontologe an University of Edinburgh und Autor von Aufstieg und Fall der Dinosaurier: Eine neue Geschichte der Urzeitgiganten, Großbritannien

9. "Frauen, die sich erheben und ihren Anteil an Macht und Verantwortung einfordern."

Izabella Łaba, Mathematikprofessorin an der University of British Columbia, Kanada

10. "Jugendbewegungen. Junge Menschen auf der ganzen Welt erfinden Aktivismus und Demokratie neu. Sie finden radikale, neue Wege, um Ungerechtigkeiten zu verstehen und anzupacken."

Caroline Bettinger-López, Professorin der Rechtswissenschaften und Leiterin der Human Rights Clinic an der University of Miami School of Law, USA

11. "Eine neue Generation wirkmächtiger Biotechnologien wird Durchbrüche in der Entwicklung von Medikamenten ermöglichen, zum Beispiel Gentechnologie oder Krebsimmuntherapie."

Arun Sharma, Forschungsstipendiat im Fachbereich Genetik der Harvard Medical School, USA

12. "Jugendliche heutzutage wissen nicht nur, dass Zähneputzen vor Karies schützt, sondern auch, dass menschliche Aktivitäten im großen Stil zum Klimawandel beitragen."

Tabetha Boyajian, Astrophysikerin an der Louisiana State University, USA

13. "Die Entwicklungen im Technologiebereich der vergangenen 50 Jahre zeigen, wie kreativ die Menschheit sein kann – und das mit zunehmender Geschwindigkeit. Ich bin optimistisch, dass es uns im 22. Jahrhundert besser geht und wir besser integriert sind. Auch wenn wir dann nicht mehr alle auf dem gleichen Planeten leben."

Dimitar D. Sasselov, Phillips Professor für Astronomie und Direktor der Origins of Life Initiative an der Harvard University, USA

"Habgier und Hass sind nicht nachhaltig"

14. "Mutter Erde wird uns vergeben, wenn wir uns kollektiv für den richtigen Weg entscheiden."

Justin Crepp, Professor für Physik und Direktor der Engineering and Design Core Facility der University of Notre Dame, USA

15. "Die kommende Generation ist weder verängstigt noch begeistert von digitalen Technologien. Sie bringt bessere Voraussetzungen mit als ältere Generationen, um sie sinnvoll einzusetzen. Die kommende Generation stellt sich der Frage, wie wir garantieren, dass technologischer Fortschritt auch der breiten Allgemeinheit zugute kommt.

Rasmus Nielsen, Direktor des Reuters Institute for the Study of Journalism, Professor für politische Kommunikation an der University of Oxford und Chefredakteur des International Journal of Press/Politics, Großbritannien

16. "Technologie kann uns näher zusammenbringen, unsere Beziehungen verbessern und uns mit alten und neuen Freunden verbinden. Technologie wird unsere Beziehungen nicht ersetzen, sondern sie stärken."

Kate Devlin, leitende Dozentin für soziale und kulturelle KI an der Fakultät für digitale Geisteswissenschaften des King's College London und Autorin von Turned On: Science, Sex and Robots, Großbritannien

17. "Hoffnung macht mir die Demokratisierung des Zugangs zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Mobilität und Sicherheit für die aufsteigende Mittelschicht in Asien, Afrika und Lateinamerika. Das gibt jungen Menschen die Möglichkeit, zu lernen, zu erneuern und sich selbst eine bessere Zukunft zu erschaffen."

Dr. Ayesha Khanna, Mitbegründerin und CEO von ADDO AI und Koautorin von Hybrid Reality, Singapur



18. "Wir haben unglaubliche Fortschritte bei der Lösung von Informatikproblemen gemacht. Wenn wir nur einen kleinen Bruchteil dieser Ideen in Echte-Welt-Lösungen übersetzen könnten, würde es uns prächtig gehen."

Jean Yang, Gründerin von Akita Software, Assistenzprofessorin an der Carnegie Mellon University, USA

19. "Für jeden Zeitungsartikel über Plastik in den Meeren gibt es andere Artikel über Menschen, die Ideen dagegen testen und biologisch abbaubare Alternativen zu Plastik erfinden."

Kristin Alford, Ingenieurin und Direktorin des futuristischen Museums MOD an der University of South Australia

"Wir lernen endlich, über unsere Gefühle zu sprechen"

20. "Afrikanische Forschende verändern die Welt mit High Tech und Innovationen. Der Hunger wird enden, sobald die Wissenschaft ein diverser, inklusiver Ort wird. Nach echten Partnerschaften in Wissenschaft und Technologie zu streben, ist das, was mich morgens aufstehen lässt."

Laura Boykin, Computerbiologin und Leiterin des Boykin Labs an der University of Western Australia

21. "Angepisste Frauen, die für Veränderungen kämpfen."

Jason De León, "Arthur F. Thurnau"-Professor und Direktor für Undergraduate Studies im Bereich Anthropologie der University of Michigan, USA

22. "Es macht mir Hoffnung, zu sehen, wie Menschen die einprogrammierten Vorurteile in künstlicher Intelligenz bekämpfen. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, ein Problem zu lösen, das die Menschheit seit ihrer Entstehung plagt. Ihr Job ist nichts Geringeres, als menschliche Vorurteile aus elektrischer Gedankenverarbeitung zu eliminieren. Alle Menschen, die sich diesem Bereich widmen, sind für mich Helden.

Emily Crose, Cybersecurity-Expertin und ehemalige NSA-Analystin, USA

23. "Selbstfahrende Elektroautos könnten unser Leben in der Zukunft verändern."

– Bin Wang, Professor für Atmosphärik an der University of Hawaii, USA

24. "Die Tatsache, dass die Zukunft keine Menschen braucht."

Matteo Bittanti, Assistenzprofessor im Bereich Media Studies und Leiter des MA-Programms für Game Design an der IULM University, Italien

25. "Alles, was mir gerade dazu einfällt, ist wahrscheinlich lächerlich und falsch."

Lea Boroditsky, Professorin für Kognitionswissenschaften an der University of California, San Diego, USA

26. "Musik. Klang und Stille können Veränderungen in der Welt umfassen und katalysieren."

Nina Eidsheim, Musikwissenschaftlerin an der University of California, Los Angeles und Autorin von Sensing Sound und The Race of Sound, USA

27. 👩🏿‍💻👩‍🚀👨🏽‍💻, 👨🏽‍🔬🤔👩🏾‍🔬👨‍🏫 ➕ 👨🏽‍🎤👩‍🎨👩🏽‍🎤, 🤜🤛🏽 🏗️ 👄👅👀👆👃🏿👂 📱🤳📡🔭🛰️🚀 🅾️🦎📶🕸️🔗🌐☁️➕🌕👽🌱✝️🎩📈🕘🕙🔬 🅾️🦎💥☄️🐒🤰🏿💃🏽🕺🏿💀🤖🌞

Carla Gannis, Künstlerin und Dozentin für digitale Kunst am Pratt Institute

28. "Überleben ist immer noch unser stärkster Instinkt, gefolgt von Liebe. Habgier und Hass sind nicht nachhaltig. Wir werden unseren Weg aus diesem düstern Tal finden. Das haben wir immer schon getan."

Greg Asbed, Stratege für Menschenrechte bei der Coalition of Immokalee Workers and Fair Food Program, USA

29. "Als Gesellschaft lernen wir meiner Meinung nach endlich, über unsere Gefühle zu sprechen."

Jay Owens, Technologie-Journalistin und leitende Forscherin der Audience Intelligence Platform Pulsar, Großbritannien

30. "Die Zukunft ist noch nicht geschehen. Wir erschaffen sie gerade gemeinsam in der Gegenwart. Das bedeutet, dass jede gerade lebende Person eine Gelegenheit hat, eine positive Rolle in der Zukunft zu spielen."

Amy Webb, quantitative Zukunftsforscherin, Dozentin für strategische Frühaufklärung an der New York University Stern School of Business und Gründerin des Future Today Institute, USA

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Dieser Artikel ist gekürzt und in voller Länge zuerst auf der englischsprachigen Seite von Motherboard erschienen.