Das Babette schliesst wieder – und am Wochenende folgt schon der nächste Techno-Club

In der verhexten Location an der Langstrasse will es nun das Below 83 versuchen.

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29 November 2017, 8:48am

Das war ein kurzer und unglamouröser Tanz: Nicht mal ein Jahr schaffte es das Babette, an der Langstrasse 83 durchzuhalten – ein weiteres Kapitel im verhexten Haus, das nicht in die Zürcher Club-Geschichtsbücher eingehen wird. Bereits am Freitag eröffnet mit dem Below 83 bereits der nächste Techno-Club in dieser Location. Ob dieser sich in Zürich durchsetzen kann?

Fast seit Eröffnung des Babette wurde in der Zürcher Szene gemunkelt, dass es der Club nicht lange machen wird: Ihre Bestätigung bekamen die Skeptiker spätestens im Juni als der künstlerische Leiter des Clubs, Patrique Etter, wieder alles wegen "widrigen Umständen" hinschmiss, wie er damals auf Facebook postete – nur vier Monate nach dem Opening. Kurz darauf wurde eine neue Facebook-Seite für das Babette eröffnet. Relevanz und Akzeptanz fand die neue Clubführung in Zürich jedoch keine.

Die Crew, die seit September unter dem alten Club-Namen noch das Ruder rumzureissen versuchte, eröffnet nun am Freitag mit einer Locals-Nacht das Below 83. Die Fäden ziehen laut Soulis Iskos, der beim Babette und beim Below 83 als Business Developer fungiere, er selbst, Amir Bekiri, als DJ Matt Manik unterwegs und Veranstalter der ctrl+alt-Partyreihe im Hiltl, Techno-Papst und Booker Arnold Meyer und Grafiker Andi Zollinger.



Abgesehen von Meyer leiten seit September also Personen den Club, die nicht gerade als schillernde Nachtleben-Figuren bekannt sind. Und besonders Soulis Iskos' Werdegang ist interessant. Auf Anfrage von Noisey erwähnt er neben einem griechischen Club in Cambridge, den er während seiner Studienzeit leitete, keine weiteren vorhergegangenen Tätigkeiten im Eventbereich – dafür aber sein Engagement bei der Innerschweizer Immobilienverwaltung Zulumi AG, welche Rotlichtmilieu-Immobilienmogul Fredy Schönholzer gehört. Und Schönholzer besitzt auch die Liegenschaft an der Langstrasse 83. "Ich wurde nicht von Schönholzer eingesetzt, um den Club zu leiten. Ich habe überhaupt keinen Kontakt zu ihm. Mein Freund Afrim Baftiri, der Mieter der Liegenschaft ist, hat mich gebeten, ihm zu helfen", schreibt Iskos via Facebook-Messenger.

Afrim und sein Bruder Urim Baftiri sind besonders in Luzern kein unbeschriebenes Blatt. Zuletzt gerieten die Baftiri-Brüder mit ihrer Globo Event AG, die das Jailhotel in der Luzerner Innenstadt führte, im Frühling dieses Jahres in die Schlagzeilen. Das Luzerner Kantonsgericht verurteilte Afrim Baftiri wegen Urkundenfälschung und unwahren Angaben über kaufmännisches Gewerbe bei der Gründung der Globo Event AG. Afrim Baftiri sei laut Tages Anzeiger ausserdem bekannt für seine häufig wechselnden Betriebsgesellschaften.

Im Hintergrund ist der Club also schon mal speziell. Im Vordergrund tut sich indes nicht viel: Die Location erhalte keinen neuen Anstrich, musikalisch wolle man laut Soulis Iskos auf ein ähnliches technoides Programm wie das Babette setzen. "Das höchste Ziel der Below-83-Crew ist es, sämtliche Gäste mit einem Lächeln in die Nacht oder in den Morgen zu entlassen", zitiert Iskos das niedergeschriebene Konzept des Clubs. Gastfreundschaft sei das Alleinstellungsmerkmal des Clubs. Ausserdem sei es ihnen ein Anliegen, faire Preise anzubieten: "Keine schlecht gemixten Drinks zu überhöhten Preisen, sondern ein vollumfängliches Angebot, das die Brieftasche schont."

Ob das Konzept bei der Grösse und dem Mietzins (25.000 Franken im Monat) aufgeht und sich das Below 83 in Zürich durchsetzen kann? Keiner der bislang angekündigten Events im Below 83 zählt auf Facebook über 100 Interessen – einen Hype um die Eröffnung gibt es also nicht wirklich. Man solle selbst vorbeikommen und sich überzeugen, sagt Iskos: "Jeder muss diese Atmosphäre erleben und herausfinden, ob diese Umgebung und Verbindung von Menschen nicht etwas Spezielles ist." Wir sind gespannt.



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