Gesundheit

Wie du kochst, ohne andere zu vergiften

Kein Grund zur Panik, aber diese Grundlagen schaden trotzdem nicht.
2.11.18
Kühlschrank mit Lebensmitteln

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung geht von jährlich über 200.000 Menschen aus, die an Lebensmitteln erkranken. Und damit du oder dein Date, das du mit deinen Kochkünsten begeistern wolltest, nicht Teil der nächsten Statistik werdet, haben wir für dich die Grundlagen sicherer Lebensmittelzubereitung zusammengetragen. Mit diesen Tipps vermeidest du nicht nur höllische Magenkrämpfe, sondern sparst auch Geld, weil du weniger wegwirfst.

Bei der Zubereitung

  • Verwende ein separates Plastikschneidebrett für rohes Fleisch oder Fisch – und reinige es anschließend gründlich. Eine Verunreinigung durch rohes Fleisch ist der schnellste Weg für eine plötzliche Lebensmittelvergiftung. Die paar Taler für das Extrabrettchen sollte dir deine Gesundheit schon wert sein.
  • Wasch dir deine verdammten Hände, du Ferkel. Beim Gemüseschneiden mit der Hand durchs verschwitzte Gesicht gestrichen? Hände waschen. Rohes Fleisch angepackt? So was von Hände waschen, bevor du irgendwelche anderen Zutaten oder Küchenutensilien anfasst. So schwer ist das nicht. Du hast das nicht umsonst von Kindesalter an eingebläut bekommen.
  • Rohes Fleisch nicht mit Wasser abspülen. Das verteilt nur potenzielle Keime in der ganzen Spüle, die du nach dem Kochen bestimmt zu schrubben vergisst. Wenn dein Rezept es erfordert, tupf das rohe Fleisch mit Papiertüchern trocken und wirf diese anschließend in den Müll.


MUNCHIES-Video: Geruch verändert den Geschmack


Die richtige Temperatur

  • Kühlschränke sollten eine Temperatur von 7 Grad Celsius haben, Tiefkühlfächer etwa -17 Grad Celsius. Wenn du dir unsicher bist, besorg dir ein Thermometer im Baumarkt und leg es in den Kühlschrank. Schau alle paar Stunden mal nach, ob die Temperatur stabil im sicheren Bereich bleibt.
  • Wenn du warme Gerichte in den Kühlschrank stellst, solltest du sie gleichmäßig in einem flachen Gegenstand verteilen, damit sie schnell abkühlen können. Je länger Speisen zum Abkühlen brauchen, desto mehr Zeit haben Bakterien, sich darin breitzumachen. Besonders anfällig sind Lebensmittel bei Temperaturen zwischen 7 und 60 Grad Celsius. Wenn du zum Beispiel Suppe in den Kühlschrank stellen willst, füllst du sie am besten in eine breite, flache Tupperdose oder Pfanne. Nach dem Abkühlen kannst du sie in einen kleineren Behälter umfüllen. Insbesondere, wenn es in deiner Küche warm ist, reicht es manchmal nicht, Lebensmittel auf der Ablage abkühlen zu lassen. Investiere in ein Thermometer
  • Lager Milchprodukte im hinteren Teil des Kühlschranks, wo es konstanter kühl ist. Die Milchpackung in der Tür ist vielleicht praktisch, aber durch das Öffnen und Schließen variiert die Temperatur dort am stärksten und generell ist die Tür der wärmste Bereich des Kühlschranks.
  • Zerlegtes Hühnchen (einzelne Schenkel oder Brustfilets) sollten bei einer Innentemperatur von 75 Grad gekocht werden. Ganze Vögel, also ein komplettes Hühnchen oder ein Truthahn, sollten eine Temperatur von 83 Grad Celsius erreichen. Um das zu überprüfen, steckst du ein Thermometer ins Fleisch, so nah an den Knochen wie möglich.
  • Rinderfilets sollten etwa 58 Grad Celsius erreichen, was etwa Medium entspricht. Wenn du es lieber blutig hast, dann sollte die Temperatur zwischen 40 und 55 Grad Celsius liegen. Rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch kann allerdings Krankheiten übertragen, also bitte auf eigene Gefahr.
  • Schweinefleisch sollte eine Innentemperatur von 70 Grad erreichen, dann sterben auch die Trichinen, fiese Fadenwürmer, im Fleisch ab.

Kann ich das noch essen?

  • Eier – Halten sich erstaunlich lange. Wenn du sie nach dem Einkauf konstant im Kühlschrank aufbewahrst, vielleicht sogar länger als das Verfallsdatum. Wenn du dir unsicher bist, leg das Ei in ein Glas Wasser. Schwimmt es oben, schmeiß es weg. Wenn du nur Eiweiß- oder -gelb verwendest und den Rest aufbewahren willst, dann solltest du diesen in einem luftdichten Behälter füllen und spätestens am dritten Tag verbrauchen. Einfrieren ist allerdings auch möglich.
  • Fisch – Fisch sollte keinen übertrieben fischigen Geruch verbreiten. Eine allgemeine Regel lautet: Riecht er nach Meer, ist er frisch. Egal, ob mager oder fettig: Roher Fisch hält sich nur zwei Tage im Kühlschrank.
  • Konserven – Kontrollier Konservendosen beim Einkauf auf irgendwelche Dellen. Beschädigungen können die Versiegelung beeinträchtigen und dazu führen, dass sich in der Dose Bakterien breitmachen. Im schlimmsten Fall fängst du dir davon einen Botulismus ein, auch Wurstvergiftung genannt. Klingt witzig, ist aber tödlich. Wenn sich eine Dose nach außen wölbt, ab in den Müll damit.
  • Trockene Lebensmittel – In luftdichten Behältern sollten Mehl und Co bis zu einem Jahr halten. Frischgemahlenes Mehl, bei dem der Keim vom Getreide noch enthalten ist, musst du im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahren. Es hält nur ein paar Monate. Das gängigste Anzeichen für schlechtes Mehl sind Mehlwürmer. Wenn Mehl abgestanden riecht, ist das ein Zeichen dafür, dass es zu viel Feuchtigkeit abbekommen hat. Weg damit. Vollkornmehl hält sich übrigens erheblich kürzer als weißes Allzweckmehl, also schau lieber öfter mal nach dem rechten.
  • Hackfleisch – Sobald du Rind, Schwein oder irgendein anderes Tier durch den Fleischwolf drehst, bekommt das Fleisch unzählige neue Ecken, Winkel und Luftlöcher, in denen sich Bakterien breitmachen und ihre Unwesen treiben können. Bewahre Hackfleisch nicht länger als ein-zwei Tage im Kühlschrank auf. Wenn du es nicht sofort verarbeiten willst, packst du es am besten in den Tiefkühler. Wenn Rinderhack leicht grau wird, heißt das nicht unbedingt, dass es schlecht geworden ist. Wenn es allerdings grau ist und müffelt: weg damit! Ganze Fleischstücke können im Kühlschrank bis zu fünf Tage überdauern, rohes Hühnerfleisch jedoch nicht mehr als zwei. Gekochtes Fleisch und Geflügel können bei guter Kühlung und Lagerung bis zu vier Tage halten.

Sauberkeit ist das A und O – echt jetzt

  • Küchenhandtücher regelmäßig waschen und austauschen. Außerdem sollten sie Gelegenheit haben, zwischendurch zu trocknen. Lass sie nicht zusammengeknüllt auf der Ablage liegen, sondern häng sie auf.
  • Wechsle mindestens einmal im Monat den Küchenschwamm aus. Du kannst einen gut ausgespülten Schwamm auch in der Mikrowelle erhitzen oder im Geschirrspüler mitwaschen, um ein paar Bakterien zu töten und die Lebensdauer zu verlängern.
  • Putz die Ablagen regelmäßig – und zwar die ganze Fläche, nicht nur den Bereich, den du glaubst, dreckig gemacht zu haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat auch ein gewisser Radius um das Schneidebrett Spritzer und Tropfen abbekommen. In Ecken und Fugen zwischen Kacheln kann sich mit der Zeit ebenfalls fieses Zeug sammeln.
  • Rohes Fleisch oder Fisch im untersten Kühlschrankfach aufbewahren, und zwar gut eingepackt. Es sollt auf keinen Fall auf andere Lebensmittel oder Behälter tropfen, oder mit ihnen in Berührung kommen.


Dieser Artikel erschien zuerst bei MUNCHIES US im VICE Guide to Life.

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