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Rassismus

Dieser weiße Typ sagt, er wurde diskriminiert, weil er ein mildes Curry bestellte

Der Gast Stuart Lynn war entsetzt, die Worte „VERY MILD, WHITE PPL" auf seiner Rechnung für ein Wildfleischcurry zu lesen.
29.9.15
Photo via Flickr user angela n.

Curry ist eines der Nationalgerichte Englands. Chicken Tikka Masala steht regelmäßig ganz oben auf den Listen der Lieblingsspeisen der Briten und die scharfe, aromatische Küche Indiens wird im Grunde als Britisch angesehen, da sie schon seit 200 Jahren im ganzen Land gegessen wird.

Aber Currys können sehr scharf sein—manchmal schon fast gefährlich scharf—, was dazu führt, dass viele Restaurantgäste für den westlichen Gaumen genießbarere Versionen wie Butter Chicken bestellen und um weniger Schärfe bitten, damit sie nicht in Ohnmacht fallen oder anfangen zu halluzinieren.

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Stuart Lynn ist so ein weißer Mann, der indisches Essen sehr gerne mag und seine Gerichte milder bestellt. Jetzt steht er im Mittelpunkt einer Kontroverse, weil er darum bat, sein Curry mit Wildfleisch, das er im Valentine Restaurant in Southall (Westlondon) zum Mitnehmen bestellte, „sehr mild" zu würzen.

Als er seine Bestellung erhielt, sei er entsetzt gewesen, als er die Worte „***VERY MILD, WHITE PPL***" auf der Rechnung neben dem Namen seines bestellten Gerichts las.

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Lynn, ein Supervisor am Flughafen Heathrow, sagte zu The Mirror, dass er sehr wohl scharfe Gerichte essen kann und dass er sich von den ethnischen Vorurteilen, die in der Aussage dieser Rechnung stecken, angegriffen fühlte. „Es impliziert, dass wir keine scharfen Currys aushalten. Manchmal esse ich gerne scharfes Curry. Ich wollte einfach nur mal zur Abwechslung ein mildes. Ich fand das sehr unangebracht."

Aber das Restaurant, von dem die scheinbar diskriminierende Beleidigung stammen soll, behauptet, es handle sich um ein riesiges Missverständnis. Ruby Kandasamy, die Besitzerin des Valentine Restaurant, schwört, dass keine bösen Absichten dahinter stecken. Stattdessen weist sie auf die linguistische Verwirrung über das Wort „ppl" hin, das scheinbar für „Milch" stehen soll.

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„Ich bin der Sache nachgegangen und kann bestätigen, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Mit ‚white ppl' meinen wir nicht weiße Leute, sondern eine weiße Sauce aus Milch, Sahne, Kokosmilch und Gewürzen, die wir in ein Gericht geben, wenn ein Kunde es mild bestellt", sagte sie zu The Mirror.

„Wir werden jedoch die Art, wie wir unsere Küche darüber informieren, ändern und stattdessen ‚add white ppl' oder ‚with white sauce' schreiben, um Verwirrung bei unseren Kunden zu vermeiden. Wir möchten uns für jegliche Unannehmlichkeiten und das Missverständnis bei unserem Gast entschuldigen, wir hoffen, das Curry hat geschmeckt und dass er oder sie uns wieder besucht."

The Mirror wirft Kandasamy jedoch vor, dass sie nie ihre Behauptung, dass ‚ppl' für ‚Milch' steht, erklärt habe. Stuart Lynn kauft ihr das auch nicht ab und weiß daraufhin, dass ‚weiße Milch' redundant wäre. „Welche Farbe hat Milch denn sonst? Ich habe mit einem indischen Freund gesprochen und ‚ppl' bedeutet nicht Milch. Sie versuchen einfach nur sich herauszureden."