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Ernährung

Hildegard von Bingen war die coolste Dame im ganzen Mittelalter

Habt ihr schon mal etwas über Hildegard von Bingen gehört? Die Nonne aus dem Mittelalter? Vielleicht verdreht ihr jetzt die Augen und denkt euch: Eine Nonne? Echt jetzt, MUNCHIES? Aber mal halblang!
14.2.15

Habt ihr schon mal etwas über Hildegard von Bingen gehört? Die Nonne aus dem Mittelalter? Vielleicht verdreht ihr jetzt die Augen und denkt euch: Eine Nonne? Echt jetzt, MUNCHIES? Aber mal halblang! Bevor ihr voreilige Schlüsse zieht, ob diese Äbtissin nun interessant für euch ist oder nicht, will ich euch sagen: Die Hilde war die coolste Dame im ganzen Mittelalter. Und sie hatte Eier. Wenn sie mit etwas nicht einverstanden war, regte sie sich auf und nahm kein Blatt vor den Mund. Nicht mal vorm Papst. Dem schrieb sie nämlich im Laufe ihrer Amtszeit einige böse E-Mails, äh Briefe. Erst der Ratzinger hat sie 2012 heilig gesprochen.

Oft wird sie als die erste Feministin bezeichnet, Einfluss hatte sie auf jeden Fall. Sie behauptete, Botschaften von Gott zu erhalten, die sie niederschrieb. Etwas suspekt, ich weiß. Botschaften für uns Menschen, damit wir dieses anstrengende Leben, das wir uns geschaffen haben, besser meistern. Sie schrieb viel über Ernährung, über die Eigenschaften von Essen. Ungesundes bezeichnete sie als Küchengifte, Gesundes wiederum als Frohmacher. Und was sie niederschrieb, wird von der modernen Wissenschaft immer wieder bestätigt.

Frohmacher

Die Tatsache, dass Hildegard gewisse Nahrungsmittel wie Dinkel und Fenchel oder Gewürze wie Galgant und Bertram als frohmachend bezeichnete, ist deshalb interessant, weil sie damit auf den Einfluss unseres Essens auf unsere Psyche und unsere Laune aufmerksam machte. Wenn wir über Essen sprechen, geht es ja meistens nur um unseren Körper: Macht das dick oder schlank oder krank? Aber macht es froh? Es gibt so viele Ansichten über die „richtige" Ernährung. Sie wird zu unserer Ersatzreligion und selten werden wir bei MUNCHIES mit so einem heftigen Shitstorm konfrontiert, als wenn wir über Ernährung schreiben. Man weiß nicht wirklich, was gesund ist und was nicht. Gesundheit ist abhängig von Herkunft, Beschaffenheit, Verdauung und auch von unserem psychischen Zustand. Es ist ein so komplexes Thema, das immer wieder Fragen aufwerfen wird. Fakt ist: Wir sind keine Autos. Nur weil wir so und so viele PS haben, heißt das nicht, dass wir so und so viele Liter Benzin brauchen.

Zurück zu Hildegard. Wenn sie nicht gerade über Pflanzen schrieb, schrieb sie Musik. So furchtbar komplizierten Frauenchorgesang, der aber ziemlich froh macht. Tatsächlich soll ihre Musik den Herzschlag stabilisieren. In einem New Yorker Club spielt man in dem Raum, in dem sich Leute von ihrer Überdosis erholen, ein bisschen Hilde-Mucke, weil man eben dadurch wieder runterkommt und überlebt. Isn't she lovely?

Wir werden noch mehr über die Hildegard schreiben, weil wir sie mögen. Und deshalb versorgen wir euch mit einem Rezept für ein warmes Frühstück aus Dinkelflocken, Äpfeln und Mandeln, das man mit Gewürzen, dunkler Schokolade, anderen Früchten und Schlagsahne nach Belieben pimpen kann. Macht euch dieses Frühstück nach einer Nacht im Berghain und ihr werdet vor Hildegard auf die Knie gehen wollen. Dieses Frühstück macht dich wirklich glücklich. Nenn es nur nicht Porridge!

Foto:| Antonio Ponte | Flickr | CC BY 2.0