Festival

Not again: Fünf Menschen sind während des Time Warp Argentinien gestorben

„Wir konnten nicht drinnen bleiben. Es war zu heiß und zu voll."
18.4.16
Time Warp findet in insgesamt vier Ländern—wie hier in den USA—statt.

Die argentinische Ausgabe des Time Warp musste am Samstagmorgen vorzeitig abgebrochen werden: Fünf Besucher kamen während der Veranstaltung ums Leben, fünf weitere befinden sich im kritischen Zustand. Festivalgänger berichteten, dass sich der Club Complejo Costa Salguero unerträglich aufgeheizt hatte.

„Wir konnten nicht drinnen bleiben, da wir nicht mehr atmen konnten. Es war zu heiß und zu voll", sagte ein Augenzeuge dem lokalen Medium „TN". Der Leiter der versorgenden medizinischen Hilfe bestätigte gegenüber der BBC, dass alle Opfer zwischen 20 und 25 Jahren alt waren. Die Ermittlungen fokussieren sich auf einen etwaigen Drogenkonsum.

Time Warp sagte die zweite der beiden Nächte umgehend ab. In seiner offiziellen Reaktion versuchte das Festival, den Angehörigen beizustehen: „Our thoughts go out to the families and friends of the victims. We are taking the time to determine the cause of this tragedy. Tonight's festival has been cancelled. […] We ask everyone to keep their thoughts and prayers with those who lost their loved ones."

Unter den spielenden DJs haben bislang nur Luis Nieva und Kölsch ihr Beileid ausgedrückt.

Eine naheliegende Ursache für das Unglück könnten MDMA-Vergiftungen sein: Die Droge mindert die Fähigkeit des Gehirns, die Körpertemperatur zu regulieren, was gerade in geschlossenen heißen Räumen zu einer tödlichen Gefahr wird. Die argentinische Polizei will zuletzt einen rasanten Anstieg von Ecstasy- bzw. MDMA-Konsum im Land beobachtet haben. Ein Medikament, das im Notfall effektiv und schnell gegen die MDMA-induzierte Überhitzung wirken soll, befindet sich hingegen aktuell noch in der Testphase. In Nord- und Südamerika kommt es generell immer wieder zu Drogentoten auf Festivals, auch, weil die lokalen Bestimmungen Aufklärung und Testmöglichkeiten erschweren oder gar verbieten.

Besucher des Time Warps beklagten sich jedoch auch über hohe Preise für Wasser und unzureichende Belüftung.

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