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Du bist DJ? Lass die Finger von Ketamin!

Dieser DJ berichtet, wie ihn sein Job und der Konkurrenzkampf in eine lebensgefährliche Abhängigkeit stürzten.

von Philipp Kutter
06 Juni 2016, 2:35pm

Erick Morillo ist seit Mitte der 90er ein erfolgreicher House-DJ. Promofoto.

In den letzten Jahren haben mehrere DJs gesundheitliche Probleme mit ihrem Berufsalltag publik gemacht. Motor City Drum Ensemble sprach über seine nicht enden wollenden Panikattacken—selbst nachdem seine Tour schon lange vorbei war. Deadmau5 erzählte im vergangenen Jahr von seinen Depressionen. Am Wochenende sprach nun die House-Legende Erick Morillo („I Like To Move It") über seine Ketamin- und Alkoholabhängigkeit und den daraus resultierenden Kampf mit dem DJ-Alltag.

Im Gespräch mit Pete Tong beim International Music Summit (IMS) auf Ibiza berichtete Morillo, wie er zunehmend in den Strudel der Abhängigkeit kam. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte er sich das Schmerzmittel sogar gespritzt. Der Konsum sei derartig exzessiv geworden, dass er fast seinen Arm verloren habe. „Ich konnte irgendwann nicht mal mehr normal pinkeln gehen. Immer wenn ich es versucht habe, waren die Schmerzen so unerträglich, dass ich ins Krankenhaus musste. Dort wurde ich dann sediert. Als ich wieder zu mir kam, hatten sie einen Teil meines Arms entfernt, weil er sich durch die Injektionen so stark entzündet hatte." Seitdem hat Morillo eine große Narbe am Arm.

Über seine psychischen Zustand redete Morillo auch. Junge aufstrebende DJs waren für ihn eine massive Konkurrenz, die er kaum ertragen konnte. „Mein Ego war gekränkt, weil ich nicht mehr die Nummer eins war. Ab diesem Punkt wurden die Dinge hässlich." Ketamin machte diese Kränkung für ihn erträglicher, zumindest schien es ihm so. Dreimal ging er aufgrund seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit in die Reha. Morillo redete auch über seine größten Tiefpunkte. Er wurde drei mal verhaftet, aus einem Flugzeug der British Airways verbannt, weil er „etwas auf Toilette liegen gelassen hat" und den Verlust seiner großen Liebe.

Sieh dir das Gespräch von Tong und Morillo unten an:

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