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Jamie Vardy zieht gegen seinen Doppelgänger in den Internet-Krieg

Die Doppelgänger-Posse wurde über Nacht zur Tragödie. Vardy hat sein Ebenbild auf Twitter blockiert. Doch die Internetgemeinde bricht für den Postboten eine Lanze.

von Will Magee
02 Juni 2016, 9:09am

PA Images

Auf den ersten Blink ist die Geschichte von Lee „Chappy" Chapman eine ziemlich traurige. Falls es an dir vorbeigegangen sein sollte: Chapman ist der offizielle Jamie-Vardy-Doppelgänger. Das bloße Konzept eines Celebrity-Doppelgängers ist schon traurig genug. Denn die Tatsache, dass wir Menschen eine Person feiern, weil ihm die Laune der Natur Gesichtszüge eines berühmten Fußballspielers verpasst hat, beweist: Um die Menschheit kann es nicht gut bestellt sein. Das alles ist Chapman aber egal. Er geht nämlich in seiner Rolle so richtig auf. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken am Doppelgänger-Himmel auf. Doch eins nach dem anderen.

Bevor Jamie Vardy bei Leicester City bekannt wurde, war Lee Chapman einfach nur irgendein Typ, der so aussah wie ein No-Name-Kicker vom No-Name-Klub Stocksbridge Park Steels. Chapman war Postbote und führte ein glückliches, wenn auch unaufgeregtes Leben. Als echter Leicester-Fan verfolgte er auch Vardys Werdegang seit dessen Wechsel zu den Foxes. Er feuerte Vardy leidenschaftlich von der Tribüne aus an. Und als der Leicester-Stürmer erfolgreich wurde, wurde auch Chapmans Ähnlichkeit zu Vardy immer mehr zu einem Thema.

Alles begann wahrscheinlich damit, dass im Pub irgendwer zu Chapman rüberrief: „Oi, Chappy, du solltest das zu Geld machen und als Doppelgänger bei Junggesellenabschieden und Bar-Mizwas auftreten." Doch sein Leben als gefeierter Doppelgänger begann erst an einem sonnigen Tag im Mai dieses Jahres. Dem Tag von Leicesters Meisterparade. Nachdem Chapman seine Frühschicht eilig zu Ende gebracht hatte und schnell Richtung King Power Stadium geeilt war, passierte das Unglaubliche. Die Titelhelden wurden im Meisterbus auf den am Straßenrand stehenden Chapman aufmerksam—der von Hacke bis Nacke in Leicester-Klamotten eingekleidet war und sogar an einen Fake-Gips gedacht hatte (Facepalm bitte dazudenken)—und ließen ihn zusteigen. Dass das Ganze kein Happyend für den traurigen Helden nehmen würde, hätte eigentlich klar sein müssen, als Vardy den Mann, der so gern wie er sein würde, einen Full-Kit-Wanker („Schwachsinniger in voller Montur") nannte.

Nach der Meisterfeier begann Chappys Moment to shine. Er trat in verschiedenen TV-Sendungen auf, darunter auch beim „Celebrity Big Brother", dem Ritterschlag für jeden D-Promi. Chapman war am Höhepunkt seines Doppelgänger-Schaffens angekommen. Und wurde jetzt von keinem Geringeren als Vardy selbst auf den harten Boden der Realität zurückgeholt.

Denn laut mehreren Berichten sollen Vardy und seine Frau Chapman bei Twitter und Instagram blockiert haben. In dieser modernen Tragödie ist ein Ausschluss auf den sozialen Medien wohl die Höchststrafe für einen traurigen Clown wie Chapman. Die Sun berichtet außerdem, dass Vardys Berater Chapman in einer SMS gerichtliche Schritte angedroht haben soll, wenn er durch öffentliche Auftritte das Ansehen seines Klienten beschmutzen sollte. Genau, das Ansehen des alten Saubermanns, der schon mal einen Japaner rassistisch beschimpft hat und wegen einer Körperverletzung-Verurteilung Fußfesseln tragen musste.

Doch wie in einer echten griechischen Tragödie durfte in diesem Plot natürlich auch ein Deus ex machina nicht fehlen—in Form der mitfühlenden Twitter-Gemeinde. Denn mittlerweile haben den armen Trottel so viele Briten in ihr Herz geschlossen, dass sie gegen Vardys Tyrannei und Grausamkeit mobil machen und ihm zu Ehren den Hashtag #MardyVardy (mardy = launisch) ins Leben gerufen haben, der in UK aktuell trendet. Der Vardy-Doppelgänger wurde zwar von seinem großen Vorbild verstoßen, doch die Liebe des Publikums scheint ihm sicher zu sein. Zumindest bis zum nächsten Akt.

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