FYI.

This story is over 5 years old.

Tech

Wie ich mich dank Augmented Reality einer virtuellen Anti-Aging-Kur unterzog

Eine neue Augmented Reality Anwendung erleichtert dir die Entscheidung bei der Auswahl der Schönheitsoperationen, die du als nächstes durchführen lassen solltest.
09 Januar 2014, 11:29am
Mein ModiFace-Gesicht. Bild: Autor

Ich starre in eine modifizierte Kinect und dann auf einen Split-Screen-Bildschirm. Auf der linken Seite sieht man meine alte, normale Fratze. Aber auf der rechten zeigt sich mein dünneres Gesicht mit erhöhten Wangenknochen und schlankerer Nase. Ich sehe sehr viel symmetrischer aus, fast wie eine Anime-Figur.

Inmitten des Gedränges der CES komme ich in den schmeichelhaften Genuss von ModiFace, einem interaktiven Augmented Reality Gerät zur Unterstützung der Entscheidung, welche Beauty-Produkte oder Schönheitsoperationen der Nutzer denn nun zur ultimativen Verbesserung seines Aussehens braucht.

Ich stand mit dem Geschäftsführer im Venetian Hotel in Las Vegas, und versuchte, nicht allzu offensichtlich zurückzuschrecken. Auch im Angesicht tanzender Drohnen, verblüffender Roboter und der Überwachungstechnologie, die sonst die Ausstellungshalle bevölkert zog die ModiFace-Anwendung mit ihren viel versprechenden Aussichten auf sich.

Vorgestern wurde das Produkt, welches das Unternehmen mit schmissigen Schlagwörtern wie „3D-Augmented-Reality-Make-up" und „Anti-Aging-Spiegel" vermarktet, offiziell vorgestellt. Die Anwendung soll in Einkaufszentren, Schönheitskliniken und Zahnarztpraxen zum Einsatz kommen. Der Kunde starrt in die Kamera und entscheidet über Make-up, Lidschatten und Gesichtskorrekturen. Die beste Auflösung hat es zwar nicht, aber es funktioniert trotzdem verdammt gut.

Parham Aarabi, Gründer und Geschäftsführer von ModiFace erklärt, wie das Gerät Umsätze ankurbeln könnte: „Wenn man das Gerät in Schönheitskliniken oder an der Kasse bei L'orèal platziert, dann steigert dies die Chancen einer vom Kunden gewollten Schönheitsumwandlungen. Etwas innovatives im Einzelhandelsgeschäft zu haben, weckt Interesse beim Kunden. Wenn jemand vorbeigeht, kann er sich selber mit Make-up sehen. Die Chancen, dass die Kunden dann auch etwas kaufen, erhöhen sich drastisch."

ModiFace hat bereits eine ziemlich beliebte App auf dem Markt—bisher wurde sie fast 30 Millionen mal heruntergeladen—mit der Nutzer ihr Make-up verändern können und „Schönheitskorrekturen" in ihren Selfies vornehmen können. Sicherlich ist die Beliebtheit einer App, die auf den äußerlichen Mängeln seiner Kunden fußt, ein bisschen beunruhigend. Es ist zu erwarten, dass ModiFace dafür kritisiert werden wird, die persönliche Verunsicherung seiner Kunden auszunutzen, um nicht nur Make-up zu verkaufen, sondern auch Schönheitsoperationen zu forcieren. Persönlich findet Aarabi die Perspektiven von ModiFace in der Medizinindustrie am spannendsten.

Das Konzept vom Schönheitsspiegel kommt schon zum Einsatz wie Aarabi mir erzählt. Die ModiFace Technologie wird für virtuelle Make-Over-Programme von Allergan und L'orèal verwendet. Er hat bereits 36 Deals mit bekannten Marken am laufen. Die erweiterte Realität für Schönheitstechnologie ist nicht zu stoppen:  „In unserem Probelauf gab es nach der Nutzung des Schönheitsspiegels eine spürbare Umsatzsteigerung und einen 124 prozentigen Anstieg der Schönheitsumwandlungen."