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Diese Tricks verraten dir, ob dein Gegenspieler gute Karten hat

Eine Studie mit Black Jack-Spielern verrät, was das unbewusste Augenverhalten beim Kartenaufnehmen bedeutet.

von Christine Kewitz
30 Juni 2016, 8:28am

Bild: Shutterstuck

Gute Nachrichten für alle emotionalen Kartenspieler: selbst das eisigste Pokerface verrät durch seine Augenbewegungen mehr über sein Blatt als ihm lieb ist. Sogar Spieler, die sich rühmen, sich absolut nicht anmerken zu lassen, welche Karten sie auf der Hand halten, geben nämlich mehr Preis, als sie vielleicht denken. Eine neue Studie mit Black Jack-Spielern belegt nun nämlich, dass die Blicke der Spieler je nach Wertigkeit der Hand in eine bestimmte Richtung huschen.

Sobald ein Spieler die Karten in seiner Hand sortiert hat, schätze er grob ein, ob es sich um ein gutes oder schlechtes Blatt handelt und sein Blick wandert. Die Psychologen untersuchten für ihre Studie das Verhalten von 58 Probanden, wenn diese eine neue Karte aufnehmen. Dafür spielten die Personen Black Jack gegen einen Computer. Zogen die Spieler erst eine 10 und darauf eine 2, gingen ihre Augen ob dieser eher wenig wertvollen Karte horizontal nach links. Bei einer Karte, die das Blatt aufwertet, wanderten die Augen entsprechend nach rechts.

Dabei hat die verräterische Blickrichtung nichts mit den Augen der einzelnen Karte selbst zu tun, sondern sie bezieht sich auf den Wert des gesamten Blattes in der Hand, der vom Spieler im Kopf rechnerisch überschlagen wird. Beim Black Jack hat dieses spontane Zusammenzählen noch mal eine besondere Bedeutung, weil die Spieler in ihrer Augenzahl nicht über 21 kommen dürfen und unter dieser Prämisse entscheiden müssen, ob sie noch eine weitere Karte annehmen oder nicht.

Doch auch in anderen Kartenspielen, vor allem in Varianten, in denen Karten von einem Stapel gezogen werden, wie Rommé oder Mau Mau, kann die Augenbeobachtung sicherlich hilfreich sein. Es scheint nämlich kaum möglich zu sein, dieser Bewegung bewusst gegen zu steuern und sein Pokerface starr zu halten. Solch unbewusste Reaktionen werden in den meisten Fällen überhaupt nicht wahrgenommen und lassen sich somit auch nicht beeinflussen.

„Ob unsere Ergebnisse wirklich hilfreich für echte Black Jack Spieler sind, muss noch herausgefunden werden", so der Psychologe Kevin Holmes in der Studie. „Die relativ kleinen Veränderungen in der Blickrichtung sind für den untrainierten Beobachter kaum zu sehen. Vielleicht lassen sich die Bewegungsmuster mit ein wenig Training jedoch dafür nutzen, auf den Wert der Kartenhand zu schlussfolgern." Immerhin gibt die Studie echten Profis schon jetzt eine weitere Legitimation, sich mit ihrem vielleicht liebsten Accessoire an den Spieltisch zu setzen: Der stilechten, getönten Zocker-Sonnenbrille.