Quantcast
Das Leben im Devadasi Sexkult

Vor ein paar Wochen haben wir euch Prostitutes of God auf VBS gezeigt, das Ganze wurde von Sarah Harris moderiert, die quer durch Südindien reiste, um die Sexsklaven des Devadasi Kults zu treffen.

Vor einiger Zeit haben wir euch Prostitutes of God gezeigt, das Ganze wurde von Sarah Harris moderiert, die quer durch Südindien reiste, um die Sexsklaven des Devadasi Kults zu treffen. Da unsere Gehirne manchmal etwas schwerfällig arbeiten, haben wir euch nie den kurzen Artikel gezeigt, denn sie über ihre Erfahrungen geschrieben hat. Hier ist er also.

Das auf dem Bild sind Mala und Belavva. Sie sind beste Freundinnen und Mitglieder des historischen Hindukultes der Prostitution. Sie haben sich ihre Namen in schwarzer Tinte auf ihren Unterarm tätowieren lassen. Daneben stehen die Initialien ihrer Lieblingskunden. Die Mädchen sind so genannte Devadasis, das heißt, sie sind „die Diener Gottes“.

Ich traf sie in einem kleinem Dorf in Karnataka, im Süden Indiens. Wir saßen zusammen auf dem Boden ihrer Lehmhütte und machten Chapati, ein traditionelles Fladenbrot. Meins schmeckte jedoch etwas seltsam.

Das war in meiner ersten Woche, in der ich für VICE eine Dokumentation über diese geheime, religiöse Praxis filmte. Dabei werden pubertierende Mädchen mit einer Hindu-Göttin „verheiratet" und leben von da an in der Sex-Sklaverei.

„Bisher gibt es keine Religion, sondern nur Sex“, sagt die 19jährige Belavva. Sie war erst acht Jahre alt, als ihre Mutter sie für 200 Rupien (3 Euro) an einen Bauern aus der Gegend verkaufte. „Manchmal bin ich sehr wütend auf meine Familie und in meinem Kopf sind so viele Fragen. „Ihr wusstet doch genau, was mit mir passieren wird, wie konntet ihr mir das antun? Warum macht ihr mich zu einer Prostituierten, statt einen Mann für mich zu finden?“ Meine Familie sagt dazu nur: „hätten wir dich nicht verkauft, dann wären wir verhungert.“

Als Devadasis gehören sie zu den Unberührbaren und sind somit von der Gesellschaft ausgeschlossen. „Die Menschen betrachten uns mit Abscheu, weil wir unsere Körper für Geld verkaufen. Doch in Wahrheit sind wir Göttinnen und unsere Familien verlassen sich auf uns. Wer würde sie versorgen, wenn wir mit unserer Arbeit aufhören würden?“, fragt Belavva. Vor kurzem hat sie sich mit HIV infiziert, aber sie hat Angst, ihren Kunden zu sagen, dass sie ein Kondom benutzen sollen. Die Kunden würden dann zu anderen Mädchen gehen, die es auch ohne Kondom machen.

Sie sagte mir: „Wir Devadasis müssen von außen gut aussehen. Die Hässlichkeit verstecken wir in unserem Inneren. Nur wenn wir hübsch aussehen, kommen auch Kunden."

Dieser Menschenhandel, verdeckt unter einem Kult, wurde 1988 bereits für illegal erklärt, aber die armen Familien sehen meist nur diese eine Chance, um zu überleben. Sie verkaufen ihre Töchter, meist für weniger als sechs Euro an Zuhälter in den Sextourismus. In diesem Teil von Indien werden jedes Jahr an die 1.000 Mädchen verkauft.

Für die nächsten drei Wochen reisten wir durch viele Dörfer und Städte in Nord-Karnataka, der Heimat von mehr als 25.000 Devadasis. Wir wollten herausfinden, wie dieser Hindukult, auch heute noch im 21. Jahrhundert, in weiten Teilen von Indien derart blühen kann. Je mehr wir herausgefunden haben, desto gruseliger wurde es. Schaut euch einfach den Film an.

Ich sitze mit zwei Davadasi-Prostituierten auf dem Boden und mache Chapati. Sie lachen mich aus, weil es komisch aussieht, wie ich meinen Mais enthülse.

Wir bekamen eine Menge Aufmerksamkeit, besonders während des Saundatti-Festivals.

Die Erste von vielen glamourösen 12-Stunden-Bahnfahrten in Indien. Shame, der Kerl neben mir, war nicht so gut auf die Reise vorbereitet wie ich.

Malavva zieht nun ihre Enkelkinder allein auf. Ihre Tochter, eine Devadasi, starb an HIV.

Eine Offenbarung nach der Hälfte unserer Reise: Auch Männer können Devadasis werden. Pandu erklärte uns den Trick, wie man Kunden für das Tragen von Komdomen begeistern kann.

Sudir (links), unser Dolmetscher, mit seinem neuen Freund.

Malavva (links) wurde von ihrer Mutter mit 12 Jahren in die Prostitution verkauft. Jetzt verkauft sie ihren Körper an LKW-Fahrer, für gerade mal 30 Pence.

Das wichtigste Fest im Yellamma Kalender: das Saundatti-Festival.

Sari shoppen mit den Devadasis. Die Mädchen trauen sich meist nicht alleine in die Stadt, sie gehören zu den Unberührbaren.

Das berüchtigte Rotlichtviertel in Gokul Nagar, nirgends ist die Rate der mit HIV Infizierten höher als hier.

Das ist Anita, die stolze Besitzerin eines Bordells in Sangli. Sie gab uns einen Rundgang durch ihr Haus, zeigt uns ihre beeindruckende Sammlung von Saris, Farbfernsehern und hausgemachten Sex Rooms".

Wilkommen in einem der vielen seltsamen Hotels Indiens.

Die Hotelmitarbeiter haben ohne ersichtlichen Grund, kleine pelzige Hasen auf unsere Zimmer gebracht. Aber wie ihr sehen könnt, war unser Kameramann Pierre mit dieser ungewöhnlichen Behandlung sehr zufrieden.