
Pegida-Plakat in Dresden. Foto: Lea Hepe
Am Freitagmorgen wurde bekannt, dass einer der Pegida-Chefs der ermordeten und verbrannten schwangeren 19-Jährigen Maria P. in einem Beitrag die Schuld an ihrem eigenen Tod gegeben hat, weil sie genau gewusst habe, „auf was sie sich einlässt”.
Maria P. wurde vor etwas mehr als einer Woche erstochen, mit Benzin übergossen und verbrannt. Die mutmaßlichen Täter sind zwei 19-jährige, einer davon war der Vater des Kindes. Man weiß nicht viel über das Motiv, außer dass der Vater nicht sehr glücklich über die Schwangerschaft war und der andere „schon immer mal jemanden brennen sehen” wollte.
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Die ganze Geschichte ist von einem so gedankenlosen und grausamen Nihilismus, dass es einem fast die Sprache verschlägt. Es sei denn, man ist Pegida-Organisator und hängt sich daran auf, dass einer der Täter einen Migrationshintergrund hat.
Siegfried Daebritz, der zum Orga-Team der Dresdner Pegida gehört, erklärt in dem von der BZ reproduzierten (aber mittlerweile gelöschten) Facebook-Post unter anderem:
„Sie hat genau gewusst, worauf sie sich einlässt, genau wie die Frau vom Integrationsbambipreisträger Bushido und genau wie eine Freundin meiner Frau, die einem Hasan in den Westen folgte und mittlerweile auch nur noch auf die Fresse bekommt und das Haus nicht mehr verlassen darf, ohne dass ein männlicher Verwandter ihres Liebsten dabei ist.”
Etwas weiter behauptet Daebritz dann auch noch, dass Maria sich „sehr erfolgreich in die Gesellschaft der Zuwanderer integriert/assimiliert … sozusagen erfolgreich türkisiert/islamisiert” habe.
Mit der Aussage hat Daebritz nicht nur bewiesen, dass er ein sehr, sehr herzloser Mensch ist. Er hat außerdem das Rennen um den größten Pegida-PR-Fail gewonnen, dass die Organisatoren schon seit zwei Wochen untereinander zu veranstalten scheinen.
Natürlich hat eine Organisation, die sich „Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” nennt, es von Anfang an mit der Außenwirkung nicht leicht gehabt. Aber trotz des dämlichen Namens und des rassistischen Mists, den die Demonstranten Woche für Woche von sich gaben, hatte zumindest die Organisatoren es relativ lange geschafft, durch keine allzu offensichtlich rechtsradikale Äußerungen aufzufallen.
Das endete schlagartig vor zwei Wochen, als ein Hitler-Selfie vom Gründer Lutz Bachmann auftauchte—zusammen mit einer geleakten Nachricht, in der er Flüchtlinge als „Viehzeug” bezeichnete. Bachmann trat am nächsten Tag zurück—allerdings erst, nachdem die AfD einige Verwirrung gestiftet hatte, als seinen Rücktritt schon vor der Entscheidung öffentlich begrüßt hatte.
Nach Bachmanns Rücktritt ging die öffentliche Selbstdemontage der Pegida erst so richtig los. Zuerst behauptete die AfD, sie habe die Organisation beraten, dann dementierte Katrin Oertel vehement, die AfD habe irgendwas damit zu tun. Gleichzeitig distanzierte sich die Dresdner Pegida von der Leipziger Legida, weil die ihnen zu radikal war. Und zu guter Letzt traten am Mittwoch fünf Mitglieder des Pegida-Teams inklusive Katrin Oertel aus der Pegida aus, weil Bachmann ihnen immer noch zu viel Einfluss in der Pegida hatte, und kündigten ihren eigenen Montagsspaziergang für Montag in einer Woche an. Kein Wunder, dass nicht wenige Beobachter die Pegida schon seit dieser Woche für erledigt halten.
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