Die klügsten Dinge zum Terror in Paris, die wir bisher gehört und gelesen haben

Wer im letzten Jahr ab und zu mal im Internet vorbeigeschaut hat, dem musste schon in den ersten Stunden nach den Paris-Anschlägen klar sein, dass es im Netz sehr viel rassistischen, paranoiden, dummen und gefährlichen Müll als Reaktionen geben würde. Tatsächlich gab es so viel davon, dass wir den gefährlichsten Müll davon in einem eigenen Artikel zusammengefasst haben, um die Sache zumindest ein bisschen in den Griff zu bekommen.

Aber nicht alles, was die Menschen in den letzten Tagen von sich gegeben haben, war so wenig konstruktiv. Glücklicherweise lassen sich einige Leute weder von Terrorismus noch von irrationalen Reaktionen auf Terrorismus den kühlen Kopf oder die Intelligenz nehmen.

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Wie das im Internet so ist, musste man sich zwar anfangs durch einigen ignoranten Schwachsinn kämpfen, aber zwischen diesem Mist findet man eben auch sehr viel Kluges. Ich glaube sogar, dass ich in den letzten Tagen trotz der vielen Emotionalität ein bisschen mehr Konstruktives und Positives gelesen habe, als es sonst der Fall ist.

Eine Angst von mir, die ziemlich nahe lag und immer noch nahe liegt—nicht zuletzt wegen der Kriegsrhetorik, die die französische Regierung in den letzten Tagen angeschlagen hat—war, dass die Ereignisse wieder einmal zu einer „Auge um Auge, Zahn um Zahn”-Mentalität führen könnten, die sich in Isolation, Fremdenfeindlichkeit und letztendlich in weiterer Gewalt auswirken würden. Erstaunlicherweise scheint eine breite Masse aber nicht gewillt zu sein, sich von Vergeltungsgefühlen treiben zu lassen. Nennt es hoffnungslosen Optimismus, aber streckenweise konnte man fast das Gefühl bekommen, zumindest ein Teil der Menschen hätten seit dem 11. September wirklich ein bisschen dazugelernt.

Einige paar kluge Köpfe schafften es darüber hinaus, anschaulich zu machen, warum islamophobe und muslimenfeindliche Reaktionen nicht nur kontraproduktiv für ein Miteinander, sondern darüber hinaus auch noch hilfreich für die Fundamentalisten selbst sind:

Abgesehen davon war es aber auch schön zu sehen, dass sich die Leute ihren Humor nicht einmal in solchen Zeiten austreiben lassen. Dieser Kerl hier zum Beispiel. Er schafft es nicht nur, einen zum Lachen zu bringen, sondern lässt einen gleichzeitig die Perspektive junger Muslime mitten in der westlichen Welt einnehmen und damit auch kapieren, wie sich viele bei der jetzigen Debatte ungefähr fühlen müssen:



Der Letzte, dem der Humor verloren gehen könnte, ist vermutlich John Oliver. Niemand hat im Zuge des aktuellen Terrors charmanter klargemacht, was Terroristen letztendlich sind: Arschlöcher.

Eigentlich ist es schon fast erstaunlich, dass es da draußen immer noch Leute gibt, die auch nach der millionsten Wiederholung nicht müde werden, klarzustellen, dass der Islam an sich auch nicht gewalttätiger oder friedfertiger ist als jede andere Religion da draußen.

Der französische Fußball-Nationalspieler Lassana Diarra etwa. Während er am Freitag Abend auf dem Spielfeld im Stade De France stand, wurde seine Cousine von einem der Terroristen getötet. Etwas später veröffentlichte er dieses Statement.

Die Facebook-Übersetzung ist etwas holprig, aber die Botschaft ist dennoch klar verständlich. Wenn es selbst diese Leute schaffen, in einer so beschissenen Situation so viel Grips und positive Gedanken zu zeigen, dann sollten wir das verdammt noch mal auch hinbekommen.

Tori auf Twitter: @TorisNest

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