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Popkultur

Darf Facebook für Imitierte Waren Werben?

Werbung auf der Facebook-Seitenleiste erleichtert den Verkauf von gefälschter Kleidung, Handtaschen und Schmuck mehr denn je.
23.4.13

Fotoillustration von Alex Cook

Die Werbung auf der Facebook-Seitenleiste erleichtert den Kauf von Kleidung, Handtaschen und Schmuck mehr denn je. Leider sagen einige, dass es dadurch aber auch leichter wird, Kopien zu verscherbeln, obwohl Facebook offiziell Werbung für zweifelhafte Waren sperrt. Im Oktober hat ein Händler für Football-Bekleidung aus Albuquerque gegen Facebook geklagt, weil es—nach Angaben des Händlers—im Falle von Werbung für nachgemachte Trikots tatenlos blieb. Den Prozess nahm Eric Feinberg mit Befriedigung zur Kenntnis. Er ist zwar nicht direkt von dem Fall betroffen, aber er ist der Begründer der Fans Against Kounterfeit Enterprise, FAKE, einer gemeinnützigen Organisation, die den Verkauf von nachgemachten Trikots bekämpft. Ich rief Eric an und fragte ihn, warum ihm der Kampf gegen kopierte Sportkleidung so am Herzen liegt. VICE: Wie kam es dazu, dass du dich im Kampf gegen gefälschte Trikots engagierst?
Eric Feinberg: Ich befasste mich mit den sozialen Medien, weil ich von meinen PR-Kunden den Auftrag bekommen hatte, bei Facebook Mundpropaganda durch Fotowettbewerbe und Kommentare anzuregen. Aber als ich Fotos von NFL-Spielen gepostet habe, wurden diese von gesponserten Werbeanzeigen für gefälschte Trikots markiert, die dann auf jedermanns Timeline erschienen. Facebook sucht nach Anzeigen, die zu den Vorlieben der User passen. Aber wie konnte ich guten Gewissens das Social-Media-Marketing meines Kunden machen, wenn ich wusste, das Produkt meiner Arbeit erscheint neben Werbung für nachgemachte Waren. Und wenn ich diese Firmen [die wohlgemerkt echte Waren verkauften] auf die Werbung ansprach, wussten sie nicht, wovon ich rede. Es heißt ja immer, dass Kopien von Markenprodukten nur großen Firmen wie Nike oder Reebok schaden. Warum sollten sich die kleinen Leute darüber aufregen? Wie betrifft sie das?
Wenn man eine Website für gefälschte Produkte besucht, gibt man denen Zugang zu seinen persönlichen Kreditkarteninformationen. Und wenn es einem nichts ausmacht, seine Informationen nach China zu schicken, nur um ein paar Dollar zu sparen, dann bitte schön! Geheimhaltung ist das andere Problem. Wie sind die Anzeigen zu sehen? Werden meine Informationen nach China verkauft? Der Handel mit gefälschten Waren kostet jährlich zwischen 750.000 und 1 Million Arbeitsplätze. [Diese Zahlen sind nicht bestätigt.] Der Nutzer erwartet von Facebook, dass sie rechtmäßige Werbung veröffentlichen, aber das tun sie nicht. Finden Sie, dass sich Kunden, die wissentlich nachgemachte Waren kaufen, ebenfalls strafbar machen?
Ich finde, die Verkäufer sollten strafrechtlich verfolgt werden. Es gibt Leute, die kaufen diese Produkte in Massen auf und verkaufen sie dann weiter. Es verstößt nicht gegen das Gesetz, gefälschte Waren zu kaufen, sondern nur, Profit daraus zu schlagen.