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The Hot Box Issue

Wie tötet man die Riesenkatzen in Australien? Natürlich mit Riesenhunden!

Angeblich gibt es in Australien bis zu 20 Kilo schwere Katzen, die alles auffressen, was nicht schnell genug ist, um wegzurennen. Um die Katzen-Epidemie zu stoppen und das Ökosystem zu erhalten, will man Riesenhunde einsetzen, die diese Katzen jagen...
9.10.13

Foto von Jake Weigl

Die Tiere in Australiens Northern Territory sind tendenziell größer und seltsamer als die Fauna anderswo. Als daher im Juni von über Tausenden herumstromernden, verwilderten Katzen mit einem angeblichen Gewicht von bis zu 20 Kilo berichtet wurde, die alles zerfleischten, was kleiner und sanfter war als sie selbst, schockierte das eigentlich niemanden. Das Problem ist aber, dass die Katzen immer größer werden, und mit ihrer Mordlust die Biodiversität des Ökosystems gefährden. Graeme Gillespie, der Leiter der Abteilung terrestrische Ökosysteme des Northern Territory Department of Land Resource Management schien, als ich ihn anrief, gar nicht so beunruhigt über die Größe der Katzen. Er erklärte, sie seien eigentlich nicht wesentlich größer als die größten Hauskatzen, doch er räumte ein, dass es ein Problem gebe. „Selbst eine kleine Katze verspeist innerhalb von 24 Stunden mehrere Vögel, Reptilien oder Säugetiere“, sagte er. „Rechnet man das zusammen, könnte eine Katze jährlich vermutlich 2.000 Tiere fressen.“ Georgia Vallance, eine Forscherin, die sich die zu Untersuchungszwecken aufgeschnittenen Mägen dieser Katzen angesehen hat, stimmte zu. „Die Menge an Tieren in den Mägen dieser Katzen ist gigantisch“, sagte sie. „In einer der gekeulten Katzen befanden sich die Überreste von zwei Kurzkopfgleitbeutlern, eines Samtgeckos, eines Vogels und einiger Insekten.“ Die riesigen Katzen zu verfolgen und zu untersuchen ist viel schwerer, als man angesichts ihrer Größe vermuten würde. „Sie sind sehr scheu, sie verstecken sich, sie sind Einzelgänger und meist nachtaktiv“, erklärte Graeme. „Sie sind sehr schwer zu fangen, und geht dir eine verwilderte Katze doch einmal in die Falle, merkt sie sich das und geht Fallen in Zukunft aus dem Weg.“ Also bringen die Wissenschaftler—einer an Trickfilme erinnernden Logik folgend—Hunde ins Spiel. Dean Yirbarbuk, Leiter der Warddeken Rangergruppe, berichtete einer örtlichen Nachrichtenwebsite, dass die Hunde „sich auf Katzen spezialisieren … Sie jagen die Katzen, scheuchen sie auf einen Baum, wo wir sie betäuben oder irgendwie fangen und ihnen ein Funkhalsband anlegen können, um dann ihr Signal zu verfolgen.“ Graeme betonte, dass diese Katzenjagdhunde die besten der besten sein müssten. „Das kann nicht jeder Hund“, sagte er. „Bestimmte Hunderassen sind dazu fähig, und nur einzelne dieser Rassehunde eignen sich wirklich. Von drei oder vier trainierten Hunden ist vielleicht nur einer geeignet.“ Ich fragte, ob es nicht fortschrittlichere Methoden gebe, eine Katze zu verfolgen—könnte man dazu nicht Drohnen einsetzen? Er gab jedoch zu bedenken, dass die Hunde seit Jahrtausenden auf diese Jagdmethode hin gezüchtet werden. „Ihr Geruchs- und Geschmackssinn ist mehr als 100.000 Mal ausgeprägter als unserer, daher können sie Spuren extrem erfolgreich verfolgen.“ Das Projekt hat allgemeinen Beifall gefunden, nicht nur als geniale Methode, ein Umweltproblem anzugehen, sondern auch als Showdown zwischen den zwei größten Rivalen in der Geschichte.

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