Eine Dresdnerin gibt zu, eine Vergewaltigung durch Flüchtlinge erfunden zu haben

Schlechte Nachrichten für Pegida-Anhänger.
30.11.15

Pegida-Demonstranten in Dresden. Foto: imago | Robert Michael

Man kann über die ganzen besorgten Bürger, die sich—wahlweise im Internet oder bei Reallife-Pegida-Demos zusammenrotten—sagen, was man möchte. Nicht aber, dass sie keine rege Fantasie haben. Immer wieder stilisieren sie die „Flüchtlingsströme" als eine Art Kriminalitätsinjektion in unsere Gesellschaft und wenn es keine realen Verbrechen gibt, die von Asylbewerbern begangen wurden, dann denkt man sie sich eben aus.

Eine der kriminalistischen Lieblingsgeschichten der „Asylkritiker" ist die des bösen männlichen, muslimischen Flüchtlings, der aus einem Kriegsgebiet geflohen ist, um deutsche Mädchen und Frauen zu vergewaltigen. Da passt es doch ganz wunderbar in die Argumentationskette, wenn es einen realen Fall gibt, in dem eine Dresdnerin am 21. Oktober dieses Jahres von zwei „südländisch aussehenden" Männern überfallen und anschließend missbraucht worden sein soll—richtig?

Lügenpartei statt Lügenpresse – Märchenstunde mit der AfD.

Nachdem der Vorfall in rechten Kreisen immer wieder gerne zitiert und als „Seht her ihr Gutmenschen! Wir hatten die ganze Zeit recht!"-Vorzeigeargument genutzt wurde, stellt sich jetzt heraus: alles erfunden. Die Tat hat nie stattgefunden und entspringt einzig und alleine der Fantasie des angeblichen Opfers, wie sie nun gegenüber der Staatsanwaltschaft Dresden zugab. Nach den vermeintlichen Tätern wurde nach Eingang der Anzeige umfangreich mit Phantombildern gesucht, da, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, „die Gefahr bestand, dass Bewohner eines nahe gelegenen Asylbewerberheims als Täter in Frage kommen würden."

Was dabei natürlich nicht vergessen werden darf: Dieser Fall ist nicht nur deswegen so eklig, weil er Ressentiments gegen Flüchtlinge schürt. Er spielt gleichzeitig auch den Leuten in die Hände, die „Vergewaltigungsvorwürfe" gerne als nichtig abtun und tatsächlichen Missbrauchsopfern unterstellen, sie hätten sich den Übergriff im Nachhinein aus persönlichen Gründen ausgedacht.