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Das FBI hat jemanden festgenommen, der das tödliche Gift aus ‚Breaking Bad' kaufen wollte

Cheng Le wurde von verdeckten Ermittlern im Deep Web in die Falle gelockt.

von Allie Conti
22 Januar 2015, 5:15pm

Der Wunderbaum (Ricinus communis)—aus seinen Samen wird Rizin gewonnen. (Foto: Wikimedia | Maksim | CC BY-SA 3.0)

„Das klingt jetzt vielleicht etwas direkt, aber verkaufen Sie Rizin? Ich habe danach gesucht und es tauchten viele von Ihren Angeboten auf."

Mit diesen Worten ging Cheng Le den Ermittlern in die Falle. Mitte 2014 hatte ein FBI-Agent ein Pseudonym übernommen, das zuvor von einem Händler für Giftstoffe benutzt worden war. Im Dezember wählte sich dann der 21-jährige Le ins Deep Web ein—diesem bizarren Teil des Internets, in dem du Drogen, Waffen, gefälschte Ausweise und so ziemlich alles andere erwerben kannst, was dein Herz begehrt—und nahm mit dem verdeckten Ermittler Kontakt auf.

Jetzt erwartet Le wahrscheinlich eine lebenslange Haftstrafe.

Bei ihrem ersten Schriftwechsel besprachen Le und der verdeckte Onlineermittler des FBI die genauen Details bezüglich der Wirkung und der Verabreichung von Rizin. Die tödliche Dosis variiert, je nachdem ob einem das Gift durch eine Injektion oder über die Nahrung verabreicht wird, und Le wollte sichergehen, dass seine Kunden—er behauptete, dass er das Zeug weiterverkaufen will—nicht doch noch plötzlich jemanden niederstechen müssen, der nach Verabreichung des Giftes noch genug Kraft aufbringen kann, um sich zu wehren.

„Wenn du daraus simple und einfach zu handhabende Todespillen machen könntest, dann würde sich das zeug wunderbar verkaufen", schrieb Le dem FBI-Agenten, wie man in der Strafanzeige einsehen kann. Pro Pille war er bereit, 200 Dollar zu zahlen, wobei er auch noch durchblicken ließ, dass es noch wenigstens einen weiteren Abnehmer geben würde. Er bat außerdem noch um eine Extraportion Rizin, um damit mit Ratten zu experimentieren. „Wir verkaufen hier immerhin den Tod in Reinform und da gilt: je risikofreier und effektiver, desto besser", erklärte der mutmaßliche Rizinkäufer.

Am 18. Dezember bat dann Le den FBI-Agenten, ihm das Rizin an ein Postfach in Manhattan zu schicken. Die Agenten sprachen daraufhin mit dem Manager der Postfiliale, der ihnen bestätigte, dass Le das Fach gehört. Durch Akten des NYPD kam man dann in den Besitz eines Fotos und der Adresse des Käufers, der auch nur zwei Straßen von besagter Filiale entfernt wohnte. Am 23. Dezember um ca. 19:15 Uhr holte Cheng Le mit blauen Gummihandschuhen sein Paket (in dem sich kein echtes Gift befand) ab. Er wurde noch am gleichen Tag in seiner Wohnung verhaftet.

Rizin kommt in der Natur in den Samen des Wunderbaums vor. Die US-Regierung zog während des ersten Weltkrieges sogar in Erwähnung, Gewehrkugeln mit dem Gift zu überziehen. Die Pläne wurden aber schnell wieder fallen gelassen. In jüngerer Zeit ist Rizin vor allem durch Breaking Bad bekannt—ein großer Teil der letzten Staffel dreht sich um eine Portion Rizin und das, was am Ende damit gemacht wird.

Zur gleichen Zeit wie Les Anklage muss sich auch der vermutete Gründer eines weiteren Drogenumschlagplatzes im Deep Web—der Silk Road—vor einem New Yorker Gericht verantworten. In diesem Fall könnte es noch ziemlich problematisch werden, da der gemeine Geschworene von den ganzen Feinheiten des Tornetzwerkes keinen blassen Schimmer hat. Tor wird vom FBI wie folgt definiert: „Ein spezielles, über die ganze Welt verteiltes Computernetzwerk, das nur den Sinn erfüllt, die echte Internet Protocol (IP) Adresse derjenigen Computer zu verschleiern, die auf das Netzwerk zugreifen, und damit auch den Aufenthaltsort und die Identität des Netzwerknutzers."

In Les Fall sieht die Beweislage allerdings recht eindeutig aus. Am Dienstag klagte ihn ein Geschworenengericht wegen der versuchten Beschaffung eines biologischen Giftes und der Verwendung eines falschen Namens zum Zweck der Durchführung eines illegalen Geschäfts an. Jetzt haben die Terrorismus- und die Betäubungsmittelabteilung der amerikanische Staatsanwalt die Ermittlungen aufgenommen. Le, der momentan in Manhattans Metropolitan Correctional Center festgehalten wird, wird sich wahrscheinlich Freitag zu den Anklagepunkten äußern.

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