Boy Makes Booze

Betrunkene Straftäter sind eine Gefahr für sich und ihre Mitmenschen, daher ist Alkohol im Knast nur denjenigen vorbehalten, die wissen wie man ihn sich, mit wenigen Zutaten, selbst herstellt.

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Nov. 11 2011, 12:00am

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Alles was hier zusammengepanscht wird, wird dir wahrscheinlich den Magen verderben. Genau genommen solltest du diese Rezepte auf gar keinen Fall jemals ausprobieren. Andernfalls wirst du womöglich dich selbst oder andere in Gefahr bringen—also lies es nur interessehalber und trink verdammt nochmal verantwortungsbewusst!

Auch ich zähle König Alkohol zu meinen engsten Freunden und seit wir uns kennen, sind wir so gut wie unzertrennlich. Oft sitze ich stundenlang mit ihm in einer dunklen Ecke und wir erzählen uns die tollsten Dinge:

Wusstest du, was Noah, nachdem er aus seiner dämlichen Arche trat, tat? Er pflanzte als allererstes einen Weinberg, betrank sich und schlief dann nackt in seinem Zelt ein. (Gen 9 20-21)

Mich wundert das kaum, wenn man auf einem Boot voll mit stinkenden Tieren keinen Alkohol bekommt. Was soll man denn auch die ganze Fahrt über machen? Ich glaube, dass Gefangene und Soldaten ähnlich verzweifelt sind, denn im Knast und bei der Armee ist dieses himmlische Geschenk nicht gern gesehen. Das liegt hauptsächlich daran, dass betrunkene Straftäter und bewaffnete Soldaten eine Gefahr für sich und ihre Mitmenschen darstellen könnten oder so. Daher ist Alkohol dort nur denjenigen vorbehalten, die wissen wie man ihn sich, mit wenigen Zutaten, selbst herstellt.

Damit du nicht verzweifelst, solltest du selbst jemals in solch eine missliche Lage geraten, werde ich dich ab jetzt jede Woche in die Geheimnisse des DIY-Cocktail-Clubs einweihen und dir zeigen, wie man durch Gärung einen Zeug erzeugt, mit dem du versuchen kannst, dich zu betrinken.

Tepache

Wir beginnen mit etwas exotischem und machen leckeren Tepache. Sprich den Namen so aus, wie du willst, aber sag ihn so oft du kannst: Teepatschee! Weil Tepache so schnell und einfach zu machen ist, findet man dieses Zeug häufig in mexikanischen Gefängnissen. Allerdings ist Tepache so lecker, dass er mittlerweile auch außerhalb des Knasts auf mexikanischen Märkten zu finden ist und dort einfach nur in einer Plastiktüte mit Strohalm serviert wird. Klasse, oder?

Der Trank wird eigentlich nur aus dem Fruchtfleisch und der Rinde einer reifen Ananas gewonnen. Man braucht nicht viel mehr, aber wenn du traditionell sein willst, kannst du noch Zimt, Nelken und Piloncillo, eine Art braunen Zucker, rein werfen. Um ehrlich zu sein, kannst du alles, was du in deiner Zelle / Umgebung findest, reinwerfen, weil letztendlich wirst du es aus lauter Verzweiflung sowieso trinken.

Zutaten:

1 reife, gelbe Ananas
1 Pfund Piloncillo, oder ein paar Klumpen braunen Zucker
1 Zimtstange
5-6 Nelken
1 großes Gefäß
Wasser


Wichtig ist, dass du dich beim Herstellen beobachtet, paranoid und ängstlich fühlst, sonst schmeckt es am Ende nicht.

Schritt 1:

Erstich die Ananas und schneide ihren Kopf und Boden ab.

Schritt 2:

Hacke sie in große Stücke.

Schritt 3:

Stopfe die Stücke in ein Gefäß oder in einfach in eine Plastiktüte, wenn du nichts anderes zu Hand hast.

Schritt 4:

Werf‘ den Zucker rein ...

Schritt 5:

… die Zimtstange ...

Schritt 6:

... und Nelken und was auch immer du sonst noch zur Hand hast.

Schritt 7:

Schütte Wasser auf das Zeug, bis alles bedeckt ist.

Schritt 8:

Verschließe dein Gefäß, aber so, dass immer noch Luft entweichen kann.

Schritt 9:

Lass es für mindestens 48 Stunden stehen. Nach 48 Stunden kann man, wenn man will, Bier rein kippen, um den Gärungsprozess zu beschleunigen. Das ist natürlich langweilig und es ist besser, das Zeug noch eine Woche oder länger gären zu lassen. Je länger der Tepache steht, desto mehr Alkohol wird erzeugt.

Schritt 10:

Wenn du es nicht mehr abwarten kannst und du der Meinung bist, dein Tepache ist fertig, dann ist dein Tepache fertig.



Filtere ihn durch deine versiffte Bettdecke und schmeiß einen Eiswürfel rein, wenn du einen hast. Jetzt kannst du den Tepache mit gutem Gewissen trinken. Und keine Sorge, er schmeckt zwar ein wenig vergammelt aber gleichzeitig auch süß. Ich habe in meinem Leben schon schlimmere Drinks als Tepache getrunken!

Prost!

Fotos: Grey Hutton

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