Lutz Bachmann wird aus seiner Wohnung auf Teneriffa rausgeschmissen

Das Lotterleben mit Sonne, Cocktails und Sandalen für die PEGIDA-Ikone wird komplizierter.

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12 Oktober 2016, 11:57am

Foto: imago | Paul Sander

Alleine die Existenz Lutz Bachmanns macht schon jeden PEGIDA-Anhänger zur Witzfigur. Sie alle ähneln dem Barmann im Witz von Quentin Tarantino, dem mitten in die Fresse gepisst wird und der sich darüber auch noch freut:

Wir können Bachmann wirklich viel vorwerfen, aber die Art, wie er seine Anhängerschaft verarscht, nötigt einem wirklich Respekt ab. Die Person Bachmann zu sein und gleichzeitig als Initiator und Galionsfigur einer Bewegung zu gelten, die vorgibt, dafür zu kämpfen, dass in Deutschland Recht und Ordnung herrscht, ist wunderbar absurd.

Bachmanns eigene Bilanz: eine Verurteilung wegen 16-fachen Einbruchs mit Diebstahl, wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge; Flucht nach Südamerika, weil Angst vor dem Strafvollzug; nicht gezahlter Unterhalt für sein Kind. Und dann stellt sich der Typ vor Tausende Leute und skandiert: Wir sind das Volk? Und da ist niemand, der lacht?

Aber jetzt kommt es noch besser. Was viele schon vermutet haben, hat die Bild nun bestätigt: Bachmann schiebt mit Frau Vicky eine ruhige Kugel auf Teneriffa und lässt sich für die Demos nach Deutschland einfliegen. Frieren können die Anderen. Schon die ehemaligen PEGIDA-Weggefährten Tatjana Festerling und Edwin Wagenveld monierten, dass der selbst ernannte Patriot "seinen Lebensmittelpunkt nach Teneriffa verlegt habe und nur noch alle zwei Wochen für seine Widerstands-Show einfliegt." Wir berichteten darüber.

Im Zuge der PEGIDA-Demo zur Einheitsfeier in Dresden haben ihn Bild-Reporter beschattet. Bereits 15 Stunden nach der Einheitsfeier machte sich der Mann vom Volk wieder auf den Nachhauseweg zum Flughafen Berlin-Schönefeld, von wo es zurück auf die Sonneninsel ging.

Eine von Mauern gut gesicherte Parterre-Wohnung im Örtchen Los Menores dient der PEGIDA-Identifikationsfigur als Rückzugsort vor dem ungemütlichen Deutschland. Aber nicht mehr lange. Schon der kanarische Koordinator der Kommission für Flüchtlingshilfe (CEAR) erklärte gegenüber der Zeitung La Opinión de Tenerife: "Bachmann ist auf Teneriffa nicht willkommen." Und nun hat Bachmanns Vermieter Nägel mit Köpfen gemacht und ihm den Mietvertrag zum Monatsende gekündigt. Nach Bild-Informationen sei der Hausherr mit dem vorbestraften Dresdner nicht glücklich. Die Tage auf der Sonnenseite des Lebens scheinen gezählt.

Während sich also die Spanier nicht so leicht ins Gesicht pissen lassen, klappt das in Deutschland noch ganz gut. Bei der Demo in Dresden legte Bachmann sogar noch einen drauf: Auf sein Wohlstandsbäuchlein klebte er sich eine Deutschlandfahne im Miniaturformat mit der Aufschrift "Wir sind das Pack". So wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, Lutz Bachmann, die Identifikationsfigur der Beschimpften und Ausgegrenzten.

Aber das Pack trinkt keine Cocktails auf Teneriffa und das wird dem Pack allmählich auch klar. Die Luft für Bachmann wird immer dünner, weshalb er sich jüngst genötigt sah, auf den Bild-Artikel via Facebook zu reagieren.

Post von Lutz Bachmanns Facebook-Profil

Nur leider bleibt Bachmanns Versuch einer Erklärung in einer traurigen Mischung aus Ablenkung und Emoji-Tourette stecken: Anstatt konkret über sich selbst zu sprechen, faselt der Volksmann irgendwas von GSG9, Asien sowie Bomben in Europa und wirft mit mehr bunten Emojis um sich als Jecken zur Karnevalszeit mit Kamellen. Vielleicht ist es ja die Sonne dort drüben auf der Insel, die den Spaßkopf derart fröhlich stimmt. Doch Lutz, lass dir gesagt sein: Hier regnet's und wir finden das gar nicht lustig.

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