Alles Fotos: Mathias Zwick
Vor sechs Jahren eröffnete in einem Teheraner Einkaufszentrum der erste iranische Skateshop. Dort findet man die meisten beliebten amerikanischen Marken. Die wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen gegen den Iran zwingen den Shop-Besitzer Alireza jedoch dazu, seine Waren aus Dubai zu importieren. Obwohl er das nicht muss, hat Alireza trotzdem ein Bild der iranischen Staatsoberhäupter aufgehängt, um bestimmte Kunden nicht zu verärgern
Eine Gruppe Skateboarder aus Teheran macht sich auf, um andere iranische Skateboard-Enthusiasten kennenzulernen. Die rund 340 Kilometer südlich gelegene Stadt Isfahan ist dabei ihr erster Halt. Vor einer Moschee skitcht Erfan an einer Kutsche, die eigentlich für Touristen gedacht ist
Normalerweise sitzt man im Iran auf einem Teppich, um zu essen, um Tee zu trinken oder um sich auszuruhen. Während sie auf Freunde aus Isfahan warten, improvisieren die Skateboarder aus Teheran mit einem Board ohne Rollen
Normalerweise tummeln sich unglaublich viele Menschen auf dem Großen Basar von Teheran, aber am Freitag herrscht im Iran Ruhe. So haben die Skateboarder die Möglichkeit, in gespenstischer Atmosphäre durch die engen Gassen des Marktlabyrinths zu rollen
Ashkan vollführt vor einem Wandgemälde des ehemaligen Ajatollahs Ruhollah Chomeini einen Kickflip
In der südöstlichen Stadt Kerman sind auch Mädels auf Skateboards unterwegs. Dabei tragen sie die vorgeschriebenen Schleier
Die Gruppe aus Teheran kommt bei ihrem Trip auch in den Genuss, bei Yazd durch die iranischen Berge zu skaten
Erfan ist das ganze Jahr über als Skateboard-Lehrer aktiv. Während der Reise durch den Iran wird er aufgrund des rollenden Gegenstands unter seinen Füßen immer wieder von Kindern und Jugendlichen angesprochen. Viele von ihnen haben noch nie zuvor ein Skateboard gesehen
In den vergangenen Jahren hat sich in allen größeren iranischen Städten eine Skateboard-Szene entwickelt. Dabei nutzen die Skateboarder die Mischung aus moderner und traditioneller Architektur als ihren Spielplatz—und dort, wo es keinen Skatepark gibt, bleibt ihnen auch nichts anderes übrig
Bei Âbo atash [Wasser und Feuer] handelt es sich um den größten Skatepark im ganzen Nahen Osten. Die Anlage wurde vor drei Jahren von einem deutschen Unternehmen gebaut und dient seitdem als Ort, wo sich Jugendliche auf ihren Skateboards und BMX-Rädern austoben können. Über diverse Lautsprecher wird Elektro-Musik gespielt und Schaulustige sitzen auf der Tribüne, um das Treiben bei einem islamfreundlichen alkoholfreien Bier zu beobachten
Teheran ist nicht nur die fortschrittlichste Stadt des Iran, sondern auch die Heimat der größten Skateboard-Community des Landes. Die Jugendlichen filmen sich unter Beobachtung der erstaunten Passanten dabei gegenseitig mit GoPro-Kameras und laden die Aufnahmen anschließend bei Instagram hoch (die App wurde von der Regierung im Gegensatz zu Facebook noch nicht geblockt)