Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
The Fiction Issue 2013

Liebesrezepte aus dem Kamasutra

Der 2.000 Jahre alte Hindu-Text enthält einige Liebesrezepte, die sich für Frauen (und Männer) jedes Zeitalters als hilfreich erweisen könnten. Hier einige Beispiele.

von Vice Staff (Weiblich)
12 August 2013, 7:26am

Illustrationen von Julia Scheele

Wie viele Werke alter Literatur lässt sich auch das Kamasutra auf verschiedene Art und Weise lesen: als Möglichkeit, einen Einblick in die Ansichten und Bräuche einer seit Langem vergangenen Kultur zu erhalten, oder auch als geradlinigen Leitfaden für die Brezel-Position beim Sex. Der 2.000 Jahre alte Hindu-Text enthält jedoch auch einige Liebesrezepte, die sich für Frauen (und Männer) jedes Zeitalters als hilfreich erweisen könnten. Hier einige Beispiele:
 
Eine Salbe und Kränze aus den Blüten von Nauclea Cadamba, Spondias mangifera und Eugenia Jambolana bewirken, dass eine Frau nicht mehr von ihrem Mann begehrt wird. Je älter man wird, desto klarer werden einem die praktischen Einsatzbereiche für diese Art von Salbe.

Diejenige Frau, welche einen Mann auf einer Rohrpfeife blasen hört, die mit Salvinia cucullata, Costus speciosus, Tabernaemontana montana, Flacourtia cataphracta, Pinus deodora und Asteracantha longifolia bestrichen ist, wird ihm untertan.
 

Eine Salbe aus den Früchten von Asteracantha longifolia zieht die Vagina einer „Elefantenkuh“ für eine Nacht zusammen.



Die Lippe, die mit Lack gefärbt wird, den man siebenmal mit dem Hodenschweiß eines weißen Hengstes vermischt hat, wird weiß.

Pulver aus den Wurzelknollen des Nelumbium speciosum und des blauen Lotus sowie aus Terminalia tomentosa und sugandha mit Honig zu einer Salbe verrieben, weitet die Vagina einer „Gazelle“.

Die Früchte des Stechapfels, unter Speisen vermischt, werden den Essenden berauschen.

Myrobalanenfrüchte, versehen mit dem Milchsafte von Euphorbia antiquorum, Soma und Calotropis gigantea und den Früchten von Vernonia anthelminthica bewirken Weißwerden des Haares.

Eiserne Gefäße, bestrichen mit S´ravan·a und Panicum italicum, verrieben unter Terminalia Chebula und Spondias mangifera, werden zu kupfernen.

Eine Lampe, angesteckt mit dem Öle von S´ravan·a und Panicum italicum und einem Dochte aus Seide und Schlangenhaut, lässt zur Seite länglich zugeschnittene Hölzer wie Schlangen erscheinen.
 

Mehr aus der FICTION ISSUE 2013:

Eine Kurzgeschichte von Sibylle Berg: Sohn & Ball

Eine Kurzgeschichte von Elfriede Jelinek: Wir müssen weg

Liebesrezepte aus dem Kamasutra