Satanisten haben eine Kirchenvertreterin zur Lesbe im Jenseits verwandelt

Satanisten haben zum Ärger homophober Kirchengänger der Westboro Baptist Church eine Homo-Zeremonie über dem Grab der verstorbenen Frau ihres Anführers abgehalten. Die lebt jetzt als Lesbe im Jenseits weiter. Und die Kirche tobt vor Wut.

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19 Juli 2013, 11:07am


Fotos vom Satanic Temple

Der Satanische Tempel ist eine aufkeimende Gemeinschaft in den USA, die sich dem dunklen Herrn verschrieben hat. Wir wurden auf sie aufmerksam, weil sie kürzlich zum ersten Mal eine sogenannte „Rosa Messe“ über einem Grab abgehalten hat—die Rosa Messe ist ein satanisches Ritual, das den heterosexuellen Geist eines Verstorbenen in einen homosexuellen verwandeln soll—es ist so ähnlich wie die mormonische Totentaufe, nur viel schwuler.

In diesem Fall war es das Grab von Fred Phelps Mutter. Phelps ist der Typ, der die Westboro Baptist Church gegründet hat—eine inzestuöse Gemeinschaft in den USA, die dem radikalen Prediger folgt, der glaubt, dass Erdbeben, Wirbelstürme und die Anschläge vom 11. September die Strafe Gottes waren, weil wir Homosexuelle in der Welt dulden. 

Am Sonntag hielt der Satanische Tempel ein Ritual am Familiengrab der Phelps in Mississippi ab. (Zwei Rosa Messen wurden durchgeführt. Eine mit einem weiblichen Paar und eine mit zwei Männern.) Ich hab also den Tempelsprecher und Zeremonienmeister, Lucien Greaves, angeschrieben, um herauszufinden, was eine Rosa Messe genau ist. Obwohl er nicht ins Detail gehen wollte, erzählte er mir in einer E-Mail: „Dort werden Schriften rezitiert, Kerzen angezündet und ein zeremonielles Verfahren durchgeführt, dessen Details wir auf unserer Website westboro-baptist.com veröffentlichen werden. Wenn es noch andere Leute gibt, die hier eine Rosa Messe abhalten wollen—mit Respekt dem Friedhof gegenüber—, können sie hier alle Infos finden.“

Die Idee für die Messe kam im April auf, als die Westboro Church ankündigte, gegen die Beerdigungen der Bostoner Bombenopfer protestieren zu wollen. Letztendlich protestierten sie dann doch nicht, erklärten aber, sie waren „im Geiste“ an einer solchen Demonstration beteiligt. Natürlich hat sich wieder jeder darüber aufgeregt—sowohl über die ursprünglichen Pläne als auch über die anschließende Erklärung auf—einschließlich der Satanisten. 

Und so beschloss der Satanische Tempel, laut Pressemitteilung, dass eine gleichgeschlechtliche Trauungszeremonie „am Grab von Fred Phelps Mutter ein geeigneter Weg sei, um die Westboro-Baptisten „im Geiste“ zu treffen (und natürlich ordentlich zu ärgern). Und dieses Mal auf unsere Art und Weise.“

Jetzt ist Phelbs Mutter, Catherine Idalette Johnston, offiziell „im Geiste“ eine Lesbe—so wird sie zu einem weiteren Ziel der „Gott hasst alle Schwuchteln“-Proteste, die ihr Sohn mit der Kirche organisiert. Lucien erzählte mir: „Wir glauben, dass Fred Phelps glauben muss, dass seine Mutter im Jenseits nun homosexuell ist. Außerdem, wenn Überzeugungen unverletzliche Rechte sind, hat niemand das Recht, unser Recht darauf, zu glauben, dass seine Mutter jetzt homosexuell ist, anzufechten.“  

Der Tempel ermutigt andere homosexuelle Paare dazu, die Wanderung zum Magnolia-Friedhof in Mississippi zu machen und sich über dem Grab abzuknutschen. Sie sagen, dass jedes Mal, wenn ein gleichgeschlechtliches Paar über dem Grab eines Rosa-Messe-Empfängers rummacht, der Geist des Verstorbenen vermutlich einen gespenstischen Orgasmus bekommt.

Und Paaren, die daran interessiert sind, eine eigene Rosa Messe durchzuführen, hat Lucien Folgendes zu sagen: „Ich würde sie ermutigen, so etwas mit uns zu vereinbaren, damit wir einen offiziellen und formellen Priester stellen.“

Aber es kommt noch abstruser: Neben der Unterstützung von republikanischen Politikern und homosexuellen Geistern hat der Satanische Tempel jetzt angekündigt, sich für eine Autobahn unter dem „Adopt a Highway“-Projekt, zu bewerben. Du kannst einen Teil oder eine ganze Autobahn in den USA adoptieren, und bist dann dafür verantwortlich, diesen Abschnitt schön sauber zu halten. Im Gegenzug steht dein Name auf einem Schild auf dieser bestimmten Autobahn. Die Satanisten haben dazu ein schauderhaftes Video erstellt, um Geld für die Aktion zu sammeln:

Helft den Satanisten, die Autobahn sauber zu halten!