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„Eine Milliarde Muslime“: Deutsche Islamisten starten Facebook-Kampagne für ISIS

Während der Ansturm der Terrorgruppe im Irak ins Stocken kommt, rufen ISIS-Fans in Deutschland zur Unterstützung auf—mit Hashtags, Katzenfotos und Dschihad-Muffins.

Es kam, wie es kommen musste: Jetzt sind sich nicht mal mehr unsere Islamisten für Like-Aktivismus zu schade. Während der Vormarsch der ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) langsam zum Stehen kommt, rufen deutsche Fans der islamistischen Terrorgruppe zur Unterstützung des „Staates“ auf—indem sie ihre Anhänger auffordern, beschriftete Pappschilder auf Facebook hochzuladen.

Die Kampagne nennt sich "Eine Milliarde Muslime zur Unterstützung des islamischen Staates" und funktioniert relativ einfach, erklärt ein Nutzer:

„Einfach auf einem Papier "Eine Milliarde Muslime zur Unterstützung des islamischen Staates" schreiben und individuell gestalten und noch schreiben von wo du teilnimmst, in dem Fall zum Beispiel "Support from Germany" oder vor einem Landesmerkmal.. Dies ist eine internationale Kampagne um uns bei den Löwen unseres Staates zu bedanken.. Also nimmt teil in shaa Allāh! Möge Allāh azza wa jall euch dafür reichlich belohnen, amin“

Und macht es dann auch gleich selbst vor:

Damit die Kampagne bis zu ihrem offiziellen Ende am 20. Juni (also morgen) ihr Ziel erreicht, müssen zwar noch ein paar Millionen mehr Unterstützer zusammenkommen. Bis auf ein paar französische Brüder habe ich auch keinen Hinweis finden können, dass die Kampagne wirklich international ist. Trotzdem sind dem Ruf schon einige deutsche Fans der „Dawla“ (Staat) gefolgt und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen, um „ihren Löwen“ Mut zu machen: 

Nur weil es um den heiligen Krieg geht, muss man ja nicht gleich auf Farbe verzichten! Allerdings sind nicht alle ISIS-Fans mit soviel zeichnerischem Talent gesegnet:

Aber gut, ist auch ein Österreicher. Die Idee, den Pass gleich mit auf die Pappe zu legen, soll woll der Authentifizierung dienen. Es könnte sich aber auch die Angewohnheit der ISIS-Kämpfer beziehen, ihre Pässe zu vernichten, wenn sie erstmal „auf den Boden der Ehre“ in Syien oder dem Irak angekommen sind. Aber nicht alle Möchtegern-Jihadis sind ganz vor deutschem Lokalpatriotismus gefeit: 

Der hier scheint irgendwo aus der Gegend um Bonn zu kommen. Danach richten ein paar Jungs Grüße aus Hamburg aus:

Weil diese Aktion im Internet stattfindet, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis das erste Katzenfoto auftaucht. Ein deutscher Löwe für unsere Löwen in Mossul!

Bezaubernd. Danach folgen Jihad-Brownies (nur echt mit den Herzen):

Dann wird sich noch ein bisschen über die Schiiten lustig gemacht, die sich gerade im ganzen Irak in Milizen organsieren, um die militanten Sunniten um ISIS zu bekämpfen. Offensichtlich wird die Mobilmachung nicht besonders ernst genommen:

„Miskin“ heißt soviel wie „der Arme“. In einem können die Schiiten den deutschen Facebook-Jihadis aber doch richtig auf die Nerven gehen: wenn sie deren gewaltverrlichende Seiten melden und die dann von Facebook gelöscht werden. Das ist ein schiitischer Komplott, ganz sicher!

Während ihre Brüder im Irak sich also mit bewaffneten Schiiten, der irakischen Armee, den Peschmerga und möglicherweise bald auch amerikanischen Luftangriffen auseinandersetzen müssen, kämpfen ihre deutschen Unterstützer tapfer an der Heimatfront. Indem sie ständig neue Facebook-Seiten aufmachen, Hass gegen Schiiten und andere Ungläubige verbreiten, und Pappschilder mit Hashtags darauf vor Straßenschildern fotografieren. Gott bewahre uns!