Pommes-Krieg

Wie eine Frau seit Jahren wegen versalzener Pommes gegen McDonald's kämpft

Diese verrückte Geschichte hat wirklich alles: eine gescheiterte Verlobung, schweren Betrug und verschmierten Kot.

von VICE Staff
10 Januar 2018, 12:08pm

Collage: VICE (Pommes-Foto: freestocks.org | pexels | CC0)

Sie kämpft für Gerechtigkeit und das mit allen Mitteln. Gerechtigkeit bedeutet in ihrem Fall perfekt gesalzene Pommes. Dafür schreckt sie angeblich nicht einmal vor dem Gebrauch von Fäkalien zurück. Aber fangen wir von vorne an: Im Jahr 2013 begab sich eine Juristin in eine McDonald's-Filiale in Graz, in der ihr Pommes serviert wurden, die für ihren Geschmack zu salzig waren. Deshalb begann sie laut einer Pressemitteilung der österreichischen Agentur APA, lautstark mit Angestellten zu diskutieren.

Die heute 41-Jährige drehte offenbar derart auf, dass ihr "sehr konventioneller und konservativer" Freund, wie es in der Meldung heißt, die Verlobung mit ihr auflöste. Damit wären wir beim ersten verstörenden Fakt dieser Geschichte angekommen. Die Tatsache, dass ein Ausraster bei McDonald's reicht, damit Menschen ihre Verlobung beenden, lässt uns ein wenig an der Liebe im Allgemeinen zweifeln. Dass man sich überhaupt mit jemandem verlobt, der wie ihr Freund angeblich mit "seinen Eltern per Sie" ist, auch.


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Der Kreuzzug gegen die Frittenkartoffeln ging im Gegensatz zur Liebesbeziehung der wütenden Juristin jedoch weiter: Sie setzte sich abends stundenlang zu McDonald's, brachte ihre eigene Cola mit, weil ihr die der Fast-Food-Kette nicht schmeckte. Und sie geriet wieder und wieder mit dem Personal aneinander, diskutierte über "die Temperatur der Pommes oder die Menge des beigefügten Natriumchlorids". Die hörbehinderte Frau versuchte daraufhin vergeblich, die Gleichbehandlungskommission einzuschalten, weil sie den Eindruck hatte, aufgrund ihrer Einschränkung diskriminiert worden zu sein.

Einmal musste sie länger auf ihren bestellten Burger warten und vermutete dahinter böse Absicht. Bei der folgenden Auseinandersetzung behauptete ein Mitarbeiter vor den anderen Gästen, sie habe ihren Kot auf dem Klo verschmiert.

Die Frau bekam eine Kundenkarte mit dem Vornamen "Leck mich am" und dem Nachnamen "Schwanz"

Weil ihr niemand sonst helfen wollte, terrorisierte die Kundin folgerichtig den McDonald's-Kundendienst mit Mails und 20 bis 30 Anrufen am Tag. Dort stellte man ihr irgendwann genervt eine Kundenkarte aus. Vorname: "Leck mich am". Nachname: "Schwanz". Im Hintergrund habe sie immer Lachen gehört, sagte die Frau Anfang der Woche vor einem Wiener Gericht. Dort muss sie sich nun wegen schweren Betrugs verantworten.

Denn nachdem sie dem Kundendienst mit "den Medien" und der Gleichbehandlungskommission drohte, soll man ihr zwei Gutscheine von je 25 Euro zugestanden haben. Nur zweifelt McDonald's daran, dass diese Gutscheine tatsächlich echt sind. Deswegen steht die Frau nun wegen schweren Betrugs vor Gericht.

Wir stellen fest, dass Ernährungswissenschaftler wahrscheinlich Recht haben: Zu viel Salz ist ungesund.

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