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Dieser Mann bekommt 750.000 Dollar, weil er im Knast sechs Tage lang einen Ständer hatte

Harte Sache.

von VICE Staff
09 Juli 2015, 3:42pm

Symbolfoto: Wikimedia Commons | Public Domain

Rodney Cotton, ein ehemaliger Insasse des New Yorker Gefängnisses „The Tombs", erhält von der Stadt jetzt Schmerzensgeld, nachdem er in einem Rechtsstreit behauptete, im Jahr 2011 an einer sechs Tage andauernden Erektion gelitten zu haben, die seinen Penis dauerhaft schädigte.

Cotton wurden 750.000 Dollar zugesprochen, aber anstatt mit dem Geld seinen Schniedel irgendwie reparieren zu lassen, will der Einwohner Brooklyns laut den New York Daily News damit lieber zu seiner Tochter nach Atlanta ziehen.

Der Zeitung zufolge musste Cotton eine Haftstrafe absitzen, weil er gegen die Bewährungsauflagen einer Verurteilung wegen illegalen Besitzes verschreibungspflichtiger Medikamente verstoßen hatte. Während dieser Haftstrafe nahm er dann aufgrund einer bipolaren Störung das antipsychotische Arzneimittel Risperdal—eine der Nebenwirkungen dieses Mittels ist jedoch leider Priapismus (aka ein schmerzhafter Dauerständer). In der Anklage heißt es, dass sich Cotton aufgrund der nicht weggehen wollenden Erektion mehrfach beklagt hat, ihm bei den Behandlungen auf der Gefängnis-Krankenstation jedoch nur ein Beutel Eis sowie Schmerzmittel mitgegeben wurden. Er solle das Ganze „einfach aussitzen."

Als sich schließlich ein dritter Arzt den Fall ansah, wurde Cotton schnell in ein richtiges Krankenhaus gebracht, wo man ihn sofort notoperierte: Mithilfe eines Katheters wurde der Erektion quasi die Luft ausgelassen. Der Albtraum war damit jedoch noch nicht vorbei.

Die Fäden der OP, die sich eigentlich von selbst auflösen sollten, verhakten sich anscheinend in Cottons Penishaut, was die Ärzte dazu zwang, besagte Fäden operativ zu entfernen (angeblich ohne Betäubung). In der Anklage heißt es, dass dieser Umstand dazu führte, dass Cotton „dauerhafte Schäden am Penis" erlitt—inklusive „Funktionsverlust, Verstümmelung, Dauerschmerzen und Unbehagen".

Außerdem machte die verpfuschte Operation Cotton wohl impotent. Und da die Erektion so lange unbehandelt blieb, ist der Schaden jetzt so groß, dass auch keine Prothesen mehr helfen.

„Ich muss meine Männlichkeit und mich selbst neu definieren", meinte Cotton im Juni gegenüber DNAInfo. „Es fehlt jetzt einfach etwas." Anschließend fügte er noch hinzu, dass er sich Sorgen um seine Beziehung machen würde—er hätte Angst, seine Freundin nicht mehr zufriedenstellen zu können.

Für jeden der sechs Tage seiner Dauererektion ohne medizinische Betreuung bekommt Cotton 125.000 Dollar. Die Stadt New York hat inzwischen auch den Vertrag mit Corizon beendet, dem Gesundheitsdienstleister, dessen Ärzte anfangs noch als Mitangeklagte aufgeführt waren. Die durch die Gewinnorientierung verursachten Probleme gehen jedoch anscheinend weit über die Gefängnisinsassen hinaus, die an ungewöhnlich langen Erektionen leiden. Und laut der Anklage handelte es sich bei Cottons zweitem behandelnden Arzt um Dr. Landis Barnes. Barnes steht auch noch in einem anderen Fall vor Gericht: Er meinte zu einem Häftling, dass der seinen abgetrennten Finger auch gleich auf den Müll werfen könnte.

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Trotz der hohen Summe ist Cotton fest davon überzeugt, dass ihm das Schmerzensgeld keine Gerechtigkeit bringt.

„Wenn ich zwischen dem Geld und dem Wiedererlangen meiner Männlichkeit entscheiden müsste", sagte er gegenüber Daily News, „dann würde ich mich ohne zu zögern für die zweite Option entscheiden."