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Flüchtlinge in Deutschland

Nach Pätz, Hellersdorf und Schneeberg laufen ebenfalls in Rötha Nazis gegen Asylbewerber auf

Die Redner kamen von der NPD und warnten die Bewohner unter anderem davor, dass der Aufenthalt der 30 Flüchtlinge im 4000-Einwohner-Dorf als nächstes zur Einführung der Scharia führt.

von Björn Kietzmann
15 November 2013, 12:22pm

In Rötha blieb eine größere Beteiligungen von Anwohnern aus. Die meisten der 80 bis 100 Teilnehmer schienen mehr oder weniger organisierte Neonazis und rechtsradikal(e) (angehauchte) Jugendliche zu sein. Die Redner kamen von der NPD und warnten die Bewohner unter anderem davor, dass der Aufenthalt der 30 Flüchtlinge im 4000-Einwohner-Dorf als nächstes zur Einführung der Scharia führen wird. Fackeln wurden von der Polizei verboten. Als Gegenprotest gab es zum einen den Kirchenchor, dessen Mitglieder zusammen mit einzelnen Flüchtlingen am Eingang des Hotels, in dem die Flüchtlinge leben, zwei Stunden lang ausharrte, bis die Rechten abgezogen waren. Zum anderen eine Antifa-Demo/Kundgebung mit rund 100 Leuten.

Rötha ist einer von mehreren Standorten in Deutschland, wie zum Beispiel Hellersdorf oder Schneeberg, wo die NPD versucht, mit fremdenfeindlichen Parolen und bizarren Gerüchten, neuen Anhänger und Wähler an sich zu binden.

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Auch im brandenburgischen Pätz sprechen die Veranstalter von einer parteiunabhängigen Demonstration. Das Logo der NPD auf einem Banner wurde abgeklebt. (Pätz, 25.10.2013).

Angemeldet wurde die Versammlung von einer Neonazi-Kameradschaft aus dem nahegelegenen Königs-Wusterhausen. Redner stammten ausnahmslos von der NPD. Sebastian Schmidtke (Chef der Berliner NPD) stimmte über eine Lautsprecheranlage die Parolen an. (Pätz, 25.10.2013).

Die Parolen auf den Schildern in den einzelnen Städten sind teilweise identisch. Auch in Schneeberg wird der Aufmarsch von einem NPD-Funktionär und dem lokalen Kreisvorsitzenden Stefan Hartung (vorne links) angeführt—er ist Demo-Anmelder, Redner und Organisator des Schneeberg-Protests (02.11.2013, Aufmarsch der Bürgerinitiative „Schneeberg wehrt sich“).

Auf NPD-Fahnen oder dergleichen wird verzichtet, stattdessen werden Deutschlandfahnen oder Fahnen der Region mitgeführt (26.10.2013, Aufmarsch der „Bürgerinitiative Marzahn Hellersdorf“).

Führende Berliner Neonazis koordinieren den Protest vor Ort. Uwe Dreisch (links, Funktionär der Partei Die Rechte, ehemaliger Chef der verbotenen Neonazi-Kameradschaft Frontbann24) und Berlins NPD-Chef Sebastian Schmidtke (rechts). Schmidtke ist einer der Anmelder des Protestes (26.10.2013, Aufmarsch der „Bürgerinitiative Marzahn Hellersdorf“).

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

Als Hauptredner tritt Maik Scheffler (stellvertretender Vorsitzender der NPD Sachsen) auf, Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

80-100 Menschen beteiligen sich am Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

Als Hauptredner tritt Maik Scheffler (stellvertretender Vorsitzender der NPD Sachsen) auf, Aufmarsch der „Bürgerinitiative Rötha wehrt sich“, 14.11.2013.

Zeichen der Solidarität: Der örtliche Kirchenchor singt mehr als zwei Stunden lang im Beisein einzelner Flüchtlinge vor der Unterkunft der Asylbewerber, 14.11.2013.

Zeichen der Solidarität: Der örtliche Kirchenchor singt mehr als zwei Stunden lang im Beisein einzelner Flüchtlinge vor der Unterkunft der Asylbewerber, 14.11.2013.

Zeichen der Solidarität: Der örtliche Kirchenchor singt mehr als zwei Stunden lang im Beisein einzelner Flüchtlinge vor der Unterkunft der Asylbewerber, 14.11.2013.

Rund 100 Menschen beteiligen sich an einer Antifa-Demo in Solidarität mit den Flüchtlingen, 14.11.2013.

Rund 100 Menschen beteiligen sich an einer Antifa-Demo in Solidarität mit den Flüchtlingen—Polizisten haben eine Kette gebildet und ein Zusammentreffen mit dem rechten Aufzug zu verhindern, 14.11.2013.

Rund 100 Menschen beteiligen sich an einer Antifa-Demo in Solidarität mit den Flüchtlingen—Polizisten haben eine Kette gebildet und ein Zusammentreffen mit dem rechten Aufzug zu verhindern, 14.11.2013.

Auf der Antifa-Demo berichtet ein Flüchtling über die Bedingungen, unter denen Asylsuchende in Sachsen leben, 14.11.2013.