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Wissenschaftler sagen, dein Penis geht klar, und jetzt entspann dich

Eine neue Metastudie hat endgültig herausgefunden, wie lang der Durchschnittsständer wirklich ist.

von Allie Conti
04 März 2015, 10:22am

Foto: graibeard | Flickr | CC BY-SA 2.0

Manche Wissenschaftler verrichten wirklich wichtige Arbeit: Sie finden Heilmittel für Krankheiten, sie bauen Maschinen zur Wetterbeinflussung oder erfinden das Internet. Aber es kann auch nicht jeder Alan Turing sein. Und manche Forschung geht eher in die Richtung Gesprächsthema für Schulsport-Umkleidekabinen.

Beispiel. Wie groß ist ein normaler Penis? Man hat zwar schon wirklich sehr oft versucht, diese Frage zu beantworten (die normalerweise von nervösen Männern gestellt wird), aber die wohl anspruchsvollste Auseinandersetzung mit dem Thema wurde vor Kurzem vom British Journal of Urology veröffentlicht.

Sie trägt den Titel „Am I Normal?" und soll dir endgültig Aufschluss darüber geben, ob dein Schwanz normal groß ist. Die Autoren sind 96 Volltextstudien zu dem Thema durchgegangen, haben davon dann 70 aus diversen Gründen wieder aussortieren müssen (darunter „Penislänge nicht gemessen" oder „Kadaver") und schließlich vom Rest die Ergebnisse zusammengefasst und analysiert.

„Man könnte annehmen, dass Männer ohne Sorgen bezüglich ihrer Penisgröße die berühmte ‚rosarote Brille' tragen", heißt es in der Studie. Wenn man bedenkt, dass dieser Satz quasi von fast 100 Forschungsgruppen geschrieben wurde, die sich alle intensiv mit dem gleichen Problem beschäftigten, dann erscheint es einem schon komisch, dass er in der Analyse enthalten ist.


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Der Beweggrund hinter der Besessenheit von Umfang und Länge ist folgender: Wenn du einen kleinen Penis hast, wird jeder über dich reden. Oh sorry, eigentlich wollte ich sagen: Männer könnten eine körperdysmorphe Störung entwickeln, wenn sie sich zu viele Sorgen darüber machen, wie sie untenrum bestückt sind. Die Intention der Autoren bestand darin, Ärzten eine Grafik zu liefern, die sie ihren Patienten zeigen können, falls die fälschlicherweise annehmen, dass sie einen Mikropenis ihr eigen nennen oder auf ähnliche Art und Weise „entstellt" sind.

Jetzt die gute Nachricht: Dein Schwanz ist ganz normal. Ernsthaft, er ist voll ausreichend. Offenbar besitzen nur 2,28 Prozent der Männer ein abnormal kleines Glied, wenn man 12 Zentimeter im erigierten und 7 Zentimeter im schlaffen Zustand als Durchschnittswerteannimmt. Es gibt wohl auch keinen wirklichen Zusammenhang zwischen Penislänge und Körpergröße, Gewicht, Alter, Fingerlänge oder irgendetwas anderem. Echte Wissenschaftler, mit Doktortitel und so, haben außerdem lange und intensiv analysiert, ob an diesem ganzen Schuhgrößen-Mythos etwas dran ist. Dem ist natürlich nicht so. (Ob du ein Arsch bist, lässt sich an deinen Fingern hingegen wunderbar feststellen, aber das nur am Rande.)

Zum Sample: Die meisten Probanden der Studien waren europäischer Abstammung, aber auch Daten aus Ländern wie Nigeria, Jordanien und Südkorea wurden in die Auswertung einbezogen. Bei der Erstellung des universellen Penisprofils sind die Autoren zu folgendem Schluss gekommen: „Es ist nicht möglich, aus den vorliegenden Meta-Analysen irgendwelche Schlüsse darüber zu ziehen, ob verschiedene Rassen auch verschiedene Penisgrößen besitzen."

Die Studie scheint den Männern dieser Welt wohl auch eine Art multikulturelle Botschaft der Gemeinsamkeit und Hoffnung mitgeben zu wollen, aber 2,28 Prozent werden deswegen natürlich richtig sauer sein. „Wenn man die eigenen Attribute mit denen anderer Männer vergleicht, dann ist das ein ‚zweischneidiges Schwert' und könnte eine vermeintliche Ungleichheit bestätigen", heißt es weiter.

Laut der Autoren hilft die Studie auch dabei, „den Zusammenhang von Kondomversagen und Penisgröße zu untersuchen"—ein vernünftiger Ansatz. 2001 hat das Unternehmen LifeStyles Condoms etwas ganz Ähnliches probiert, wobei das Ganze damals eher wie die Handlung eines richtig schlechten Pornos und nicht wie eine wissenschaftliche Untersuchung daherkam: Während des Spring Breaks in den USA war der Kondomhersteller vor einem Club zugegen und bat 401 Männer in ein Zelt, wo deren Penislänge mit dem Ziel gemessen wurde, „ein besseres Kondom zu entwickeln." Nur 300 der Männer bekamen einen Steifen.

„Im Anbetracht der durchschnittlichen Penislänge von 14,92 Zentimetern, die beim LifeStyles Condoms Average Penis Size Survey ermittelt wurde, hat es den Anschein, als ob Männer im Durchschnitt ihren Penis um 0,6 bis 1,2 Zentimeter größer machen, wenn sie selbst messen und uns dann das Ergebnis mitteilen", heißt es bei LifeStyles. „Die Resultate zeigen, dass der Unterschied zwischen kleinen, normal großen und übergroßen Penissen nicht so drastisch ist, wie man das vielleicht glauben mag."

Kurz vor dem Valentinstag dieses Jahr musste das thailändische Gesundheitsministerium eine Warnung vor den Gefahren zu großer Kondome herausgeben. Anscheinend schämen sich die Jugendlichen dort sehr, passende Pariser zu kaufen—was den Ausbruch diverser Geschlechtskrankheiten zur Folge hatte. Es dürfte also schon positive Folgen haben, wenn man die Männerwelt im Bezug auf die Penislänge einmal einnordet. Irgendwie habe ich allerdings auch das Gefühl, dass ein Typ, der sich Sorgen wegen seiner zu kleinen Fleischpeitsche macht, sich nicht wirklich um wissenschaftliche Studien schert. Wie dem auch sei: Dein Schwanz geht wirklich klar.