Die Gefahren der Masturbation

In extremen Fällen kann Selbstbefriedigung Schwänze zum Brechen und Arterien zum Bersten bringen. Seid vorsichtig da draußen.

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16 Februar 2015, 1:00pm

Foto: kellinahandbasket | Flickr | CC BY 2.0

Am Valentinstag, während ihr Pärchen und Dreiergespanne romantische Dinner genossen und Rosenblüten über eure ganze Einrichtung gestreut habt, haben die Singles dieser Welt in Gesellschaft einer Flasche Wein Netflix angeworfen und unweigerlich auf ihre Hände geblickt, oder in Richtung der Schublade, in der sie ihre Vibratoren aufbewahren. Nur du und ich, Kumpel. Wie immer.

Masturbation ist natürlich etwas Großartiges, aber wie bei jedem Genuss im Leben kann zu viel davon etwas Schlechtes sein. Ich gehe davon aus, dass du über die gesundheitlichen und psychischen Vorteile regelmäßiger Masturbation Bescheid weißt – bei Männern verringert es das Prostatakrebsrisiko und Frauen kann es nach den Wechseljahren helfen, den Beckenboden wieder zu stärken – aber sich einen rubbeln kann auch negative Konsequenzen haben, und manche davon sind ziemlich schauerlich.

Ich habe mit Dr. Richard A. Santucci, Chefarzt der Urologie am Detroit Receiving Hospital, gesprochen, um herauszufinden, zu was für einer Horrorshow es deinen Intimbereich machen kann. Was er mir erzählte war alles andere als schön.

Penisbrüche

Du weißt hoffentlich, dass sich im erigierten Penis nicht wirklich ein "Knochen" befindet. Es gibt allerdings einen inneren Kern namens "Corpus cavernosum", der bei akrobatischem Sex oder energischer Masturbation abknicken und brechen kann – dein Schwanz kann sich zusammenfalten wie eine Fahne bei einer Militärzeremonie. Jeder Bericht von Überlebenden eines solchen Vorfalls klingt so schmerzhaft, dass du dir wünschen wirst, deine Oberschenkelknochen würden stattdessen mit einem Vorschlaghammer zertrümmert.

Nehmen wir zum Beispiel diesen unglückseligen 17-Jährigen . (Achtung, der Link enthält ein paar widerliche Bilder.) Als er eines Tages grob masturbiert hatte, hörte er plötzlich einen Knall, woraufhin seine Erektion sofort verschwand. Dann begann sein Schwanz anzuschwellen. Er schwoll weiter an bis er sein inzwischen auberginenförmiges Glied für eine Notoperation ins Krankenhaus brachte.

Leider fügen sich viele der armen Würstchen diese Art Verletzung zu, weil sie verzweifelt versuchen, der Versuchung einer lustvollen Berührung zu widerstehen: Im Iran und anderen Nahostländern gibt es erschreckend hohe Penisbruchraten, wovon sich 50 Prozent auf eine Anti-Masturbationstechnik namens Taghandaan zurückführen lassen, die Teenagern beibringt, ihre Ständer schnell zu biegen, um sie loszuwerden. Und genau das tun diese jungen Männer dann auch oft.


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Innere Blutungen

Eine Frau in Kalifornien verklagte 2011 den Sexspielzeughersteller Pipedream Products, Inc., nachdem einer der Dildos der Firma sie fast getötet hätte. Eben noch benutzte sie das Sexspielzeug wie vorgesehen, eine Sekunde darauf gab es einen stechenden Schmerz in der Vagina und starke Blutungen. Ihr Freund rief schnell den Krankenwagen und sie wurde in die Notaufnahme gebracht, wo sie sich vollständig erholte, nachdem man vielleicht einen Liter Blut in sie zurückgepumpt hatte. Es stellte sich heraus, dass die Blutung von einer ihrer Darmbeinarterien kam. Diese Blutgefäße liegen tief im Unterbauch und können durch das stumpfe Trauma bersten, wenn ein Objekt in die Vagina oder den Anus eingeführt wird.

Harnröhrenblutung

Nicht jeder Typ holt sich auf dieselbe Art einen runter. Manche mögen eine feste Faust um den Schaft, andere konzentrieren sich mehr auf Spitzenreibung, und manche Typen lieben es einfach, sich Fremdkörper in ihre Harnröhre zu stecken. Ein älterer Australier der letzteren Kategorie dachte, es würde Spaß machen, sich eine Zehn-Zentimeter-Gabel in seine Harnröhre zu stecken. Eine Menge Blut, Gleitmittel und Zangen später war das Objekt entfernt und der Mann uriniert nun wie jemand, der mit dem Daumen das Loch eines Gartenschlauchs zuhält.

Wo wir beim Thema sind, Dr. Santucci würde gerne diese Gelegenheit nutzen, dich zu bitten, bitte keine Golfbleistifte, Glasrührstäbchen, Thermometer, und einfach so ziemlich alles andere in deine Harnröhre zu stecken. (Er musste all diese Gegenstände bereits entfernen.) Du WIRST es irgendwann verlieren, und du WIRST in der Notaufnahme landen und du WIRST einen Arzt brauchen, der es dir mit einem noch größeren Instrument herausfischt. Hier gibt es eindeutig mehr Kontra als Pro, Sportsfreund.

Hodensackrisse

Es ist ein Teil des Erwachsenseins, die deprimierende Wahrheit einzusehen, dass unsere Jobs öfter todlangweilig sind als spannend. Der andere Aspekt des Erwachsenseins ist, angemessene Methoden zu finden, mit dieser Langeweile umzugehen, zum Beispiel sich beim Scheißen extra viel Zeit zu lassen oder seiner Geliebten eine SMS zu schicken. Eine definitiv unangemessene Methode, mit Langeweile am Arbeitsplatz umzugehen, ist Masturbation, vor allem wenn der Arbeitsplatz voll schwerer Maschinen ist. Ein inzwischen legendärer Mann musste das am eigenen Leib erfahren, als er in der Mittagspause seine übliche Lust-Session abhielt, die darin bestand, seine Latte gegen den laufenden Treibriemen einer Maschine zu pressen. Anscheinend lehnte er sich, vom Orgasmus ergriffen, zu weit in den Treibriemen und sein Hodensack wurde davon mitgerissen, was ihn unter Notablass seines linken Hoden durchs Zimmer fliegen ließ. Das Ganze wird noch schlimmer, denn anstatt sich sofort medizinische Hilfe zu suchen, beschloss unser Freund, seinen geschredderten Hodensack zusammenzutackern und sich wieder an die Arbeit zu machen. Seine Geschichte wurde so weit geteilt, dass die meisten Leute glauben, es handle sich dabei um eine düstere Legende – aber zu seinem Unglück ist sie wahr.

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Foto: Flickr | Liz West | CC BY 2.0

Wundbrand

Vor wenigen Jahren wies sich ein normalerweise gesunder 29-jähriger Mann selbst ins Krankenhaus ein. Er hatte Fieber und hatte sich seit zwei Tagen durchgehend übergeben. Nachdem man ihm mehr Informationen entlockte, darunter die Tatsache, dass er sich mit Flüssigseife einen runtergeholt hatte bis sein gesamtes Gehänge wundgescheuert war, stellten die Ärzte fest, dass sein Hodensack und Perineum mit abgestorbenem Gewebe bedeckt und von Fournier-Gangrän (Googlen auf eigene Gefahr) betroffen waren. Dieser Kerl konnte nach ein paar Hauttransplantaten seinen Schwanz behalten, aber hätte er länger gewartet, dann hätte er vielleicht seinen Puller verloren – oder sein Leben. Sei nicht dieser Typ.

Tod

Das bringt uns auch schon zum Worst-Case-Szenario. Man kann, in seltenen Fällen, an Komplikationen, die aus Onanie resultieren, sterben. Eine Frau erlitt im Dezember 2014 plötzlich einen Herzstillstand, nachdem sie über Unterleibsschmerzen geklagt hatte. Es stellte sich heraus, dass sie aufgrund eines spontanen Durchbruchs ihrer linken gemeinsamen Darmbeinarterie einen hämorrhagischen Schock erlitten hatte. Die Aussage ihres Mannes, zusammen mit dem offensichtlichen stumpfen Trauma, ließ die Mediziner darauf schließen, dass übermäßig aggressive Dildonutzung die Ursache war. Die Ärzte kontrollierten die Blutung zwar mit einer Gefäßprothese, doch die Frau starb an ihren Verletzungen.

Solche Todesfälle sind allerdings extrem selten, also lass dir davon keine schlaflosen Nächte bereiten. Die häufigere Art des Masturbationstodes ist das Ersticken bei der autoerotischen Atemkontrolle, woran laut Dr. Santucci "in den westlichen Ländern jedes Jahr eine von zwei Millionen Personen" stirbt. Er rät dringend davon ab, dass ihr das jemals ausprobiert.

Gute Nachrichten

Ja, das klingt alles verdammt furchteinflößend. Aber bevor ihr das verdächtig steife Handtuch werft, tröstet euch mit Dr. Santuccis beschwichtigenden Worten: "Es ist ziemlich schwierig, zu viel zu masturbieren. Ich habe es in meiner 20-jährigen Laufbahn als Urologe vielleicht zwei Mal gesehen."

Um den peinlichsten Notaufnahmenbesuch deines Lebens zu vermeiden, musst du dich lediglich ein wenig mäßigen. Und wenn du nach deinen Solo-Sessions Hautabschürfungen und anhaltende Schmerzen bemerkst, dann ist die beste Medizin ein Masturbationsurlaub: Lass die Finger von dir, bis dein Körper sich selbst heilen kann.

Allerdings ist Selbstbefriedigung manchmal Teil einer eher psychischen Krise, da Menschen, die mit viel Stress zu kämpfen haben, oft obsessiv und mustergesteuert werden, und diese Obsession kann sich schnell auf die Genitalien konzentrieren. In diesen seltenen Fällen, in denen reine Willenskraft nicht ausreicht, um deine Hände im Zaum zu halten, ist es an der Zeit, sich professionelle psychiatrische Hilfe zu suchen.

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