Der berauschende Alltag in einer Gras-Apotheke
Drogen

Der berauschende Alltag in einer Gras-Apotheke

Wir haben eine Marihuana-Apothekerin aus Colorado mit zwei Einwegkameras ausgestattet, damit sie ihren Berufsalltag für uns in #weedporn-verdächtigen Fotos dokumentiert.
09 Mai 2016, 4:00am

Interessante Berufsfelder sind es immer wert, mal näher betrachtet zu werden. Aus diesem Grund haben wir Emily mit zwei Einwegkameras ausgestattet. Emily kommt aus Denver, Colorado, und arbeitet dort als "Budtender", was im Grunde bedeutet, dass sie in einer Gras-Apotheke die Kundschaft berät und gleichzeitig auch noch im unternehmenseigenen Gewächshaus tätig ist. Als große Marihuana -Enthusiastin raucht sie dabei auch selbst täglich ordentlich was weg und hilft bis zu 300 Kunden, sich bei der riesigen Auswahl an verschiedenen Gras-Sorten, Esswaren und anderen Produkten zurechtzufinden.

Neben dem Inneren der Weed-Apotheke hat Emily zudem noch #weedporn-verdächtige Bilder im weitläufigen Lagers des Unternehmens geschossen, wo frischen Pflanzen wachsen und gedeihen. Dazu haben wir uns noch darüber unterhalten, wie es ist, in einer kommerziellen Gras-Apotheke zu arbeiten, wo laut Emily täglich zwischen 5.000 und 10.000 Dollar Umsatz gemacht werden.

VICE: Wie war's auf der Arbeit? Und wie bist du in den Tag gestartet?
Emily: Mein Tag begann damit, dass ich vor der Arbeit erstmal gekifft habe—also das tägliche "Wake and Bake". Bei uns sind Ganztagsschichten normal und deshalb dauert ein Arbeitstag von 08:45 Uhr bis 19:45 Uhr. Im Grunde habe ich da einen ganz entspannten Arbeitstag dokumentiert. Unsere Filiale für das medizinische Marihuana liegt genau nebenan und ich bin dann normalerweise der Budtender, der zwischen den beiden Läden hin- und herspringt. Die medizinische Filiale gibt es jetzt schon seit drei Jahren, die Filiale für das Marihuana als entspannendes Genussmittel erst seit knapp einem.

Später habe ich dann noch mal schnell ins Lager geschaut, um auch mal die andere Seite einer Gras-Apotheke festzuhalten. Nur wenige Leute haben nämlich die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines Marihuana-Gewächshauses zu blicken, weil unsere normalen Kunden da natürlich keinen Zutritt haben. Dort findet das ganze Heranziehen, Verpflanzen, Klonen und Trimmen statt.

Auf den Fotos sind verschiedene Gefäße voller Gras zu sehen. Wodurch unterscheiden sie sich?
Das sind alle Sorten, die wir derzeit im Sortiment haben. Die Gefäße mit den schwarzen Etiketten beinhalten die Indica-Sorten, während die weißen Etiketten für die Sativa-Sorten stehen. Außerdem habe ich noch die Tupperdosen fotografiert, die unsere im Safe aufbewahrten Rücklagen darstellen.

Inwiefern unterscheiden sich eure günstigsten Produkte von euren teuersten Produkten?
Wir wollen natürlich wettbewerbsfähig bleiben, indem unsere Spezialangebote in beiden Filialen fast das Gleiche kosten. Im Allgemeinen kosten sieben Gramm bei uns um die 45 Dollar. Unsere teuerste Sorte gibt es im Laden für Genuss-Marihuana. Sie kostet pro Gramm zwar 15 Dollar, enthält aber auch das meiste THC—nämlich mindestens 20 Prozent.

Mehr von Julians Arbeiten findest du auf seiner Website oder bei Instagram.