Nachtwölfe im All

Wladimir Putin Lieblingsrockerclub hat seine Flagge auf die ISS geschickt.
20.4.16

Nachtwölfe-Foto von Dmitry Serebryakov/AFP/Getty Images

Aus der Up in Flames Issue

Die Nachtwölfe, ein von Wladimir Putin geschätzter, nationalistischer Motorradclub aus Russland, haben möglicherweise das erste Gangzeichen der Welt ins All geschickt, ihre Flagge. Das Banner der Nachtwölfe schwebt nun hoch über den Konflikten irdischer Politik im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS.

Den Nachtwölfen und ihrem Anführer, Alexander „der Chirurg" Saldostanow, ist die Einreise in die USA, die auf der ISS stark vertreten ist, verboten. Damit bekommt
die Flaggenaktion etwas von einem absichtlichen Affront.

Der antiamerikanische Rockerclub bezieht Mittel vom Kreml, um russischen Regierungsvertretern „Personenschutz" zu bieten. Mediale Aufmerksamkeit bekam der Chirurg unter anderem bereits mit Aussagen wie: „Wir müssen den gesamten Feminismus und die Homosexualität mit heißem Stahl aus unserem orthodox-christlichen Land herausbrennen." Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos schickte die Flagge im September mit dem Kosmonauten Sergei Wolkow ins All.

„Die Nachtwölfe sind Pro-Putin-Clowns, sie haben ihre Beziehung zu Putin ausgenutzt—die Flagge ist nur PR", sagte Pavel Luzin, ein Experte für Raumfahrtindustrie an der Staatlichen Universität Perm.

Das Motiv des Motorradclubs sei, „dass es supercool ist, dem Westen den Mittelfinger zu zeigen", doch er sei nicht sicher, ob das territoriale Gebaren der Wölfe im Westen überhaupt bemerkt worden sei.