Diese Schule führt freie Uniformen- und Toilettenwahl ein

Was würden unsere Genderismus-Schreier sagen, wenn sich auch bei uns Schülerinnen und Schüler frei entscheiden können, welche Kleidung, Toilette und Umkleide sie benutzen wollen?

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25 Februar 2016, 5:00am

Die Schule befindet sich hinter dem Gebäude im Vordergrund, St. Georges Hall | Foto: Brian Yap | Flickr | CC BY-NC 2.0

Die Newtown High School of the Performing Arts im australischen Sydney hat auf Drängen zahlreicher Schülerinnen und Schüler ihre Schuluniform- und Toiletten-Regeln geändert, um Transgender-, genderqueeren und nicht-binären Schülerinnen und Schülern das Leben zu erleichtern.

Von jetzt an können Schülerinnen und Schüler frei entscheiden, welche Uniform, welche Toilette und welche Umkleide zu ihrer Geschlechtsidentität passen. Zwar konnten sie das auch schon vor der offiziellen Änderung der Regeln, doch jetzt bleibt ihnen der Aufwand erspart, die Schulleitung offiziell um Erlaubnis zu bitten, was der Newtown-Schüler Jo Dwyer in einem Interview mit The Age als langen und schwierigen Vorgang beschrieb.

Im Gespräch mit VICE erklärte das Bildungsministerium des australischen Bundesstaats New South Wales, die Uniform selbst habe sich nicht geändert, sondern sie sei schlicht geschlechtsneutral gemacht worden. „Schülerinnen und Schüler können alle Bestandteile der erhältlichen Uniform-Optionen tragen", sagte uns ein Sprecher. Außerdem ist die Newtown-Regelung auch nicht wirklich anders als im Rest von New South Wales, sondern sie ist lediglich expliziter.

„Normalerweise sollten Schülerinnen und Schüler nicht Toiletten und Umkleiden nutzen müssen, die von Menschen des Geschlechts verwendet werden, das ihnen bei der Geburt zugeteilt wurde, wenn sie sich selbst als ein anderes Geschlecht identifizieren", sagte der Sprecher. Newtown hat seine Regeln nun also so formuliert, dass klar ist, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Toilette, Umkleide und Uniform selbst frei wählen können.

Es ist vielleicht nicht verwunderlich, dass diese Entwicklung in Newtown passiert, immerhin ist dies eine der progressivsten Schulen Australiens. Als der damalige Premierminister (und Minister für Frauen) Tony Abbott die Kinder und Jugendlichen dort besuchte, machten sie ihn in einer Frage-und-Antwort-Session völlig fertig, mit unverblümten Fragen wie: „Ich will jetzt nicht sagen, dass ich Ihnen nicht vertraue, aber warum ist eigentlich ein Mann Minister für Frauen? Warum entscheidet ein Mann über Frauenrechte?"

Newtown ist nicht die erste Schule, die ihre Uniform-Regeln ändert, um nicht-binären und Transgender-Schülerinnen und -Schülern entgegenzukommen—in Großbritannien ist es bereits letztes Jahr zu solchen Änderungen gekommen—, doch die High School ist die erste in Australien. Christliche Lobbyisten schlagen indes Alarm. „Die Leute fragen sich, ob das die Richtung ist, in die uns die Regenbogen-Politik führt", sagte Wendy Francis, Sprecherin der Australian Christian Lobby, VICE gegenüber. „Diese Vorstellungen der Gender-Theorie gehen weit über Anti-Mobbing hinaus. Es handelt sich schon fast um missionarisches Verhalten."

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Anfang diesen Jahres hatte sich die Lobby bereits gegen das „Safe School"-Programm ausgesprochen, das darauf abzielt, jungen LGBTIQ-Schülerinnen und -Schülern zu helfen und ihre Altersgenossen aufzuklären. Die Organisation sagte, Mobbing sei in keiner Situation akzeptabel, kritisierte jedoch unter anderem, dass Grundschulkindern ohne elterliche Erlaubnis ‚queerer Sex' vermittelt werde. Auch äußerte die Organisation Bedenken über Anleitungen, in denen Jugendlichen gezeigt werde, wie man sich die Brüste flachbindet oder durch „Tucking" männliche Genitalien versteckt, da diese Praktiken gesundheitsgefährdend seien.

Nicht, dass das Bildungsministerium von New South Wales sich sonderlich um diese Art Meinung schert. Als VICE das Ministerium um einen Kommentar bat, sagte eine Sprecherin, es würde prinzipiell nicht „Dritten geantwortet" und außerdem „kommentieren wir diese Organisation nicht".

Es ist also unwahrscheinlich, dass Newtown mit seinen neuen Regelungen zu Uniformen, Toiletten und Umkleiden lange alleine bleiben wird. Letztes Jahr hat das CVJM-Jugendparlament des Bundesstaats Victoria einen Gesetzesvorschlag vorbereitet, laut dem in ganz Victoria Schuluniformen als geschlechtsneutral behandelt werden sollten. Das Programm Safe School macht dieselbe Empfehlung. Doch die Tatsache, dass es in Newtown, ganz ohne Gesetzesänderung zu diesem Schritt gekommen ist, zeigt, was Leute erreichen können, wenn sie sich mit einem gemeinsamen Ziel zusammenfinden.