Die schönsten und schlimmsten Outdoor-Sex-Anekdoten

Sex im Sand ist furchtbar, ein Blowjob vor einem Club geht immer und eine Nummer an der Uni ist das Allerbeste.

|
Juni 4 2015, 6:00am

Titelbild: Chiara Cremaschi via photopin

Sex ist super. Und zwar nicht nur, wenn man im Winter den ganzen Tag unter der kuscheligen Decke herumrollt und permanent Sex hat, nur um danach kurz einzuschlafen und dann noch mehr Sex zu haben, sondern auch im Sommer, wenn man es nach Lust und Laune im Freien treiben kann.

Dass es die angeturnten Menschen nämlich nicht nur in den eigenen vier Wänden überkommt, wissen wir spätestens seit dem U-Bahn-Ficker und diesem einen Pärchen, das wir alle schon einmal um 5:00 Uhr früh beim Vögeln vorm Club erwischt haben. Und lasst euch das Eine gesagt sein—Sex im Freien kann so schön und gleichzeitig so furchtbar sein.

Damit ihr die Pros und Kontras für euer nächstes Outdoor-Schäferstündchen vernünftig abwägen könnt, haben wir also unsere besten und schlimmsten Anekdoten gesammelt—vom Sand, der sich in alle Körperöffnungen verirrt bis zum Sex vor einer Kirche.

Auf einem Berg voller Obdachloser

Ich weiß gar nicht mehr, was der Anlass war. Ob wir zu Hause waren und uns langweilig war, oder ob wir eh schon auf dem Berg waren, geknutscht haben und einfach geil geworden sind. Jedenfalls hatten mein damaliger Freund und ich irgendwann Sex auf einem Berg, der wunderschön ist, aber auch dafür bekannt, dass auf einer Seite sehr viele—wirklich sehr, sehr viele—Obdachlose wohnen. Ich war also über eine Parkbank gelehnt und mein Freund stand hinter mir, meine Augen waren zu und in Richtung eines Gebüschs gerichtet. Nach ein paar Minuten raschelte es dann plötzlich im Gebüsch, etwa 20 Zentimeter vor uns. Kurz Stille. Dann kam ein Obdachloser aus dem Gebüsch, sah uns kurz an und ging.

An der Uni

Wenn du an der Uni lebst, musst du logischerweise auch den Geschlechtsverkehr in die Uni verlegen. Ob in verwinkelten Bibliotheksgängen oder im Vorraum des Vorlesungssaals—man hat schon überall mit jemandem geschlafen. Genauso wie man als Mensch mit vernünftigem Lebensmittelpunkt den heimischen WG-Küchentisch (wenn ihr ehrlich seid, habt ihr das alle schon gemacht!) oder den Balkon zweckentfremdet, sucht man sich seine Ecken an der Uni zusammen. In die Bibliothek der klassischen Philologie oder der Altertumswissenschaften bin ich gegangen, wenn es mir um echte Zweisamkeit ging. War ich indifferent gegenüber anderen Menschen, suchte ich Orte, die möglichst angenehm sind, etwa den Park neben dem Uni-Hauptgebäude.

Nonplusultra der Uni-Sexerfahrungen ist aber: Stehend, an der Außenwand eines Vorlesungssaals, sie schlingt ihre Beine um dich. Wenn du das nächste Mal wieder in der Vorlesung sitzt, überkommt dich ein wohliges Gefühl. Und das bleibt für den Rest des Semesters so.

MOTHERBOARD: Ob Virtual-Reality-Sex auch freilufttauglich ist?

Auf einer Litfasssäule und einer Bühne

Es war 2008 und in meiner Stadt war so etwas wie Leben, weil die Fußball-EM bei uns stattgefunden hat. Mein Freund und ich sind gerade von einer Party abgehauen, bei der meine Freunde angefangen haben, sich gegenseitig eine Glatze zu rasieren und halblustige Fotos machten, auf denen ihnen noch vereinzelte Haarbüschel auf dem sonst kahl rasierten Kopf rumhingen. Das Penthouse war also voller Haare und wir waren betrunken und geil. Wir sind also knutschend zu dem Platz spaziert, bei dem eben wegen der EM eine Bühne aufgebaut war. Während mein Freund mich nur noch durch die Stadt getragen und dabei schon halb ausgezogen hat, sind wir irgendwann bei einer Litfaßsäule angekommen, gegen die er mich mit einem Ständer drückte—bereit für Dinge, die nicht mehr bis zu Hause warten konnten.

Irgendwie sind wir dann auf die Idee gekommen, auf die Liftaßsäule zu klettern. Dort oben habe ich ihm dann einen geblasen, wir haben rumgemacht und vor lauter Wildheit habe ich ausgeblendet, dass wir a) gesehen werden können, es b) ziemlich sicher von irgendeiner Kamera aufgezeichnet wird, weil die Säule direkt vor einer Bank-Filiale stand, und c) wir ziemlich leicht runter knallen hätte können. Ob uns Leute gesehen haben, weiß ich nicht, aber es war mir um 4:00 Uhr morgens auch ziemlich egal. Irgendwann wurde es uns dort oben selbst im Rausch zu unbequem und wir haben uns halbnackt über den Platz geschleppt und auf der Bühne gefickt. Vorne. Wären Leute hier gewesen, hätten wir für die Leute gefickt.

Der Frisbee-Blowjob

Ich habe herzlich wenig Erfahrung mit Sex in der freien Natur. Ich bin nicht prüde, aber ein Opfer meines Gemütlichkeitstriebs. Bevor mich Insekten, Pflanzen oder Scherben zwicken, roll ich lieber auf unnatürlich kuscheligen Polstern herum. Einmal gab es jedoch einen betrunkenen Sommerabend vor einem Club—direkt auf der kleinen, mit Gras bewachsenen Verkehrsinsel nahe dem Eingang—und ich lehnte mit einem Mädel an einem Baum, das damals noch nicht annähernd wusste, dass sie meine zukünftige Ex-Freundin werden sollte. Ich bearbeitete sie mit peinlichen Liebesgeständnissen und ähnlichen von Notgeilheit angeheizten Anbrat-Sprüchen.

Sie war glücklicherweise auch ziemlich besoffen und meine Vehemenz trug Früchte, da sie an mir hinunterglitt und mir die Hose öffnete—während ich sie noch flüsternd anbetete. Ich sah erst ihr zu und dann zwei verranzte Goa-Typen direkt vor uns Frisbee spielen. Sie hatte meinen Penis im Mund, was so schön war, dass mich sogar die Freizeitsportler nicht wirklich störten und ich die Augen wieder schloss. Oralsex ist eigentlich immer super, außer vielleicht für die Frisbee-Typen, die unfreiwillig in unsere enthemmte Mini-Orgie mit hineingezogen wurden. Als ich nach ein paar Minuten breit grinsend die Augen wieder aufmachte, war niemand mehr vor uns. Es könnte eventuell auch am Tageslicht gelegen haben, das langsam abgenommen hatte, aber ich bezweifle es.

Am Strand

Ich nehme euch am Anfang gleich mal sämtliche Illusionen. Sex am Sandstrand ist scheiße. Zugegeben, der Gedanke war auch für mich verführerisch. Das Meeresrauschen, das Zirpen der Grillen, der Blick über den Horizont, das verbotene Lagerfeuer, der weiche Sand ... alles hat zusammengepasst. Genau dieser weiche Sand war es aber, der im Endeffekt alles versaut hat. Nach kürzester Zeit klebte er überall an unseren verschwitzten Körpern und machte unsere Haut zu Schleifpapier, was wiederum höllische Schmerzen verursacht hat. Dazu kam, dass dieser verdammte Sand in jede, und ich meine wirklich JEDE, Körperöffnung gedrungen ist, die ein Mensch so hat. Jedes noch so versteckte Loch war am Ende mit Sand gefüllt. Die Mischung aus Rest-Sonnencreme, Schweiß und Sand hat anfangs noch zu einem harmlosen Jucken geführt, aber so ist es nicht lange geblieben.

Wir haben irgendwann beschlossen, dem ganzen Gestöpsel ein frühzeitiges Ende zu bereiten, weil unsere Haut dank des natürlichen Schleifpapiers nach einiger Zeit so dermaßen wund geschürft war, dass wir eher Lust hatten, uns mit Pflaster zu bekleben, als uns weiter anzufassen. Wahrscheinlich hat man so oder so keine Chance gegen den Sand. Sand gewinnt immer. Wenn ihr also nicht mit langweiligen Bussi-Bussi-Sex, bei dem ihr apathisch aufeinander liegt, zufrieden seid, rate ich davon ab, Sex am Strand zu haben.

Vor einer Kirche

Das letzte Stadtfest war dann doch ziemlich langweilig. Nach sehr vielen, überteuerten Drinks, kurzen, uninspirierten Gesprächen mit Lallenden und ein bisschen frustriert, beschlossen mein damaliger Freund und ich, den Heimweg anzutreten. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir schließlich in das Viertel, in dem ich aufgewachsen bin. Eine Kirche thront auf einer kleinen Anhöhe und man hat eine Wahnsinnsaussicht über die ganze Stadt.

Der Gedanke lag also nahe, zur Kirche hochzusteigen, und noch schnell das Feuerwerk zu schauen. Und dann überkam es uns—Feuerwerk, Sommernacht, Alkoholeinfluss und die Steinstufen einer protestantischen Kirche.

Während ich ziemlich aufregenden Sex hatte, erinnerte ich mich an meinen Pfarrer, der mir die Stellung der Frau in der Kirche während der Konfirmationszeit erklärt hatte. Nun ja, die Stellung der Frau war mir in diesem neuen Kontext doch sehr bewusst. Nach diesem Gedanken entwickelte sich der Sex vom irgendwie düsteren und verdorbenen Tabu-Bruch-Schäferstündchen zur puren Situationskomik. Als es in Richtung Höhepunkt ging, brachte ich ein „Oh Gott" und dann einen Lachanfall hervor.

Vor der Arena

Ein langjähriger Freund von mir spielt in einer Band und immer, wenn er ungefähr einmal im Jahr nach Wien kommt, haben wir was miteinander. Dann schläft er bei mir und am nächsten Tag liefere ich ihn zur Abfahrtszeit wieder beim Tourbus ab. Dieses eine Mal war es allerdings ein bisschen komplizierter, weil der Tourbus schon um 2:00 Uhr nachts wieder abfahren sollte, und wir uns in Arena-Nähe ein stilles Plätzchen für unser routiniertes Schäferstündchen suchen mussten.

Den Backstage-Bereich konnten wir vergessen, weil dort in jeder Ecke ein Roadie oder Bandkollege herumhing, das Klo war uns zu ekelhaft und aufgrund mangelnder Alternativen ist es letzten Endes der Parkplatz neben der großen Halle geworden. Eine eigentlich ganz gemütliche Ecke, ein paar Euro-Paletten standen auch herum.

Was wir nicht bedacht haben, war, dass in der großen Halle noch fleißige Arena-Mitarbeiter gearbeitet haben. Einer von denen wollte wohl auch schauen, was da eigentlich auf dem Parkplatz los ist, hat die Tür aufgerissen und uns erwischt. Es gab dann noch einen kurzen, dramatischen Abschied und dann habe ich ihn wieder zum Bus zurückgebracht.


Titelbild: Chriara Cremaschi | Flickr | CC BY-ND 2.0

Mehr VICE
VICE-Kanäle