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The Last of Us

Der letzte Rest

,The Last of Us' wird das wahrscheinlich geilste Spiel des Monats, des Jahres, der apokalyptischen Zukunft! Release am 14. Juni!
3.6.13

Der Rest von was? Der Rest von uns, der Menschheit, und die hat auch aktuell wieder mit einigem zu kämpfen: Istanbuls Pfefferspray-Proteste, französische Homo-Hasser, wegen denen man sich am Notre Dame-Altar erschießt, und indische Vergewaltigungs-Gangs, die als Reaktion inzwischen zu Selbstjustiz-Aktionen indischer Frauen führen. Faszinierenderweise ist das alles für uns Menschen aber kein Grund, uns in watteweiche Plüschwelten zu flüchten, sondern spornt uns im Gegenteil nur dazu an, uns in der Freizeit einfach neues Grauen und neue Greuel ausdenken.

Warum das so ist, weiß wohl keiner so genau. Vielleicht hat unsere Faszination für den Untergang (egal, welcher Art) damit zu tun, dass wir keine Pause vom schrecklichen Newsfeed der Wirklichkeit mehr vertragen und uns ständig neu unter Strom stellen wollen. Nach dem Motto: Wenn ich mir in den Finger zwicke, tut auch der Beinbruch weniger weh. Oder aber wir brauchen das Furchtbare in der Nachrichten- und Unterhaltungswelt ganz einfach um an die eigenen privaten Katastrophen weniger zu denken.

Wie dem auch sei — Apokalypse und Suspense sind paradoxerweise seit jeher Themen, die uns Menschen faszinieren. Und noch nie zuvor hatten wir die Möglichkeiten, den ewigen (Alp)traum vom Ende unserer Tage so schön und formvollendet umzusetzen, wie heute. Die beliebtesten Motive dieser düsteren Visionen sind heute: Zombie-Holocaust, Zusammenbruch der Zivilisation und  dystopische Zukunftsfantasien. Also allesamt Garanten dafür, dass wir auch weiterhin keine Chance auf ein Momentchen Ruhe und inneren Frieden haben werden.

Aber wer braucht schon Ruhe und Frieden, wenn er Zombies haben kann? In etwa das müssen sich auch die Macher des heiß erwarteten Games The Last of Us gedacht haben, das die Fäden der fiktiven Menschheitsvernichtung perfekt ins Ungewisse spinnt. Der Release des Spiels ist für den 14. Juni 2013 angesetzt—ein Datum, das ich bereits auswendig weiß, weil ein bestimmter Nerd-Freund von mir seit Wochen von nichts anderem mehr spricht (und vermutlich auch kaum noch von was anderem träumt). Es wird Survival-Horror der taktischen Metzelklasse, mit einem wasserdichten Skript und ganz viel Hosen-voll-Potenzial. Das Uncharted-Team nimmt sich endlich auch der Thematik "Untotenplage" an, was beides bereits im Vorfeld einiges an solider In-Game-Action verspricht.

Wir und die ganze Abenteurer-Community reiben bereits unsere knochigen Knöchel in unerträglich-froher Erwartung dieser Game-Ausgeburt. Ellie und Joel werden der Anarchie Bostons und den Fungus-Zombies — Fußpilz und Schuppenflechte sind nichts dagegen — schon irgendwie entkommen … ODER?! Und zum letzten Mal: Ellie wird nicht von Ellen Page (die aus Juno) gesprochen. Dass die animierte Figur ein bisschen so aussieht, irgendwie so ähnlich heißt und auch eine ähnlich frühreife Teenager-Attidtude hat, ist kompletter Zufall. Psst, aber dafür spricht die kleine Kanadierin einen Charakter in Beyond: Two Souls und wird ordentlich ge-motion-captured. Auch mein Lieblingsjesus William Dafoe ist dabei, Sony sei Dank.

The Last of Us erscheint exklusiv für die PlayStation 3, von wo aus das Game wahrscheinlich sogar Kinogeschichte schreiben wird. So wie schon Uncharted 3 um vieles besser war als der letzte Indiana Jones, darf man auch hier wieder cineastische Rafinesse erwarten, die in Hollywood zum Teil abhanden gekommen ist (nicht zuletzt weil dessen Schreiber in die Games-Branche gewechselt sind). Vielleicht macht die Naughty Dog-Produktion also viele der mäßigen Zombiefilm-Titel der letzten Jahre wieder gut, die sich einen Tick zu viel auf ihre eigene Prämisse verlassen und sonst nicht viel geboten haben. Wir können in der Zwischenzeit nur hoffen. Auf ein supergutes Game und eine superschlechte Zukunft für die Menschheit. Aber nur auf der PS3-Plattform. Und damit kann der "Abstieg" auch schon beginnen. Viel Glück, ihr fertigen Überlebenskünstler da draußen!