Yale bringt echt gute Fotografen hervor

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Yale bringt echt gute Fotografen hervor

Selbst im Anbetracht des guten Rufes der Yale-Universität ist die diesjährige Fotografie-Abschlussarbeit-Ausstellung ungewöhnlich vollgepackt mit beindruckenden Werken.
22 Juni 2015, 4:00am

Foto: Ilona Szwarc

Seitdem Walker Evans im Jahr 1965 damit angefangen hat, an der Yale School of Art Fotografie zu unterrichten (damals war der Kurs noch ein Teil der Grafikdesign-Fakultät), hat das dortige Fotografie-Programm schon so einige verdammt gute Künstler hervorgebracht. Aber selbst im Anbetracht dieser Tatsache ist die diesjährige Abschluss-Ausstellung ungewöhnlich vollgepackt mit bemerkenswerten Werken. Das Ganze trägt den Titel „Lovely Dark" und wird von Jack Pierson kuratiert—ein einflussreicher Künstler aus der Fotografie-Szene, der vor allem mit der sogenannten Boston School in Verbindung gebracht wird. Ich habe mich mit Pierson getroffen und ihm einige Fragen zu der Yale-Ausstellung sowie zu seinen anderen anstehenden Projekten gestellt.

VICE: Wie kuratiert man eine Ausstellung, bei der man die Künstler nicht selbst auswählt?
Jack Pierson: Für mich wird das dann zu einer Übung im richtigen Zusammenstellen des Materials.

Warum haben sich die Studenten gerade für dich als Kurator entschieden?
Weil Collier Schorr wohl abgesagt hat!

Eine Vorschau des 2015er Buchs der Studentenarbeiten der Yale Photo MFA (Design: Michela Povoleri)

Warum trägt die Ausstellung den Titel Lovely Dark?
Das stammt aus dem Essay, das der Schriftsteller Hilton Als für den Katalog geschrieben hat. Ich habe dazu den Eindruck, dass allen Werken der Ausstellung eine gewisse Dunkelheit zugrunde liegt.

Dunkelheit im Sinne von angsteinflößend?
Das weiß ich jetzt nicht genau und ich würde auch nicht von einem Goth-Stil sprechen. Mir wird gerade klar, dass viele der Künstler aus schlimmen und zerrütteten Verhältnissen stammen.

Ist das ein guter Ausgangspunkt, um mit der Kunst anzufangen?
Vielleicht ist die Ausstellung nicht wirklich bedrückend, aber niemand hier will wie Ryan McGinley „Lebensfreude" ausdrücken. Das Ganze hat viel mehr einen gewissen Nan-Goldin-Touch. Obwohl Nan ja auch irgendwie Lebensfreude verbreitet.

Bei vielen dieser Arbeiten geht es um Familie und vorstädtische Angstgefühle ... Angsterfüllt ist gut! In deinem Alter ist es OK, Angst zu haben und nicht so nach dem Motto „Ich habe bereits aufgegeben und will, dass alles einfach nur hübsch, glücklich und freudestrahlend daherkommt" zu leben.

Gefällt dir ein Werk der Ausstellung besonders gut?
Nein, die sind alle super. Obwohl ich auch total auf Zak Arctanders Videobeitrag stehe, aber der ist Teil der anderen Show.

Ja, das ist die Show, die du in der Launch F18 Gallery kuratiert hast.
Ja, er hat ein Video zu dieser Ausstellung beigesteuert, das ich richtig gut finde. Seine Fotos werden zwar auch immer toll sein, aber als ich das Video gesehen habe ... Weißt du, Fotografie sagt mir eigentlich gar nicht mal so sehr zu.

Nein?
Zumindest nicht an einer Wand.

In einem Buch aber schon?
In einem Buch, in gedruckter Form oder aus einem Magazin herausgerissen ... dann ja.

Wenn man eine ganze Reihe an Fotos aufhängt, dann kann das wirklich irgendwie tot oder kalt wirken.
Genau. So ist das Ganze einfach leblos. Aber Zak blickt auch mal über diesen Tellerrand hinaus und macht richtig coole Sachen. Ich war bei seiner letzten Show und meinte zu ihm, dass er in Sachen Präsentation noch mal einen draufsetzen müsse. Ich weiß nicht, was er vorhat, aber es wird bestimmt mächtig. Ich habe da schon was von Abdeckplanen gehört.

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Foto: Elle Perez


Hier
findest du weitere Informationen zu den derzeitigen Yale-Fotografie-Studenten.