30 Dinge, die Van der Bellen in diesem Wahlkampf nicht getan hat
Foto: Parlamentsdirektion | Mike Ranz

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Die längste Wahl der Welt

30 Dinge, die Van der Bellen in diesem Wahlkampf nicht getan hat

Danke, Sascha.
30.11.16

Der mittlerweile beinahe ein Jahr andauernde Wahlkampf lässt sich wahrscheinlich ziemlich gut mit dem ersten Satz aus Wolf Haas' Brenner-Büchern beschreiben: "Jetzt ist schon wieder was passiert." Beinahe täglich werden wir mit Meldungen darüber bombardiert, was Hofer jetzt schon wieder gesagt hat, welches Buch er herausgegeben hat, welche rhetorischen Tricks er angewandt und welche Bevölkerungsgruppe er heute verärgert hat.

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Neben Norbert Hofer, den man für österreichische Verhältnisse schon fast als ein bisschen skandalträchtig bezeichnen könnte, kann es schon mal passieren, dass ein eher ruhiger, älterer Mann wie Alexander Van der Bellen wie eine Schlaftablette wirkt. Es wirkt, als könne er mit den Schlagzeilen, die Hofer täglich abliefert, nicht mithalten—fast so, als würde er schlichtweg einfach nichts machen, außer da und gegen Hofer zu sein.

Aber manchmal ist Nichtstun einfach die bessere Wahl—und vielleicht sollte man Provokationen nicht immer belohnen. Manchmal ist es besser, den Mund zu halten, nicht jedem Trend nachzurennen und einfach mal gemütlich in der Wiese zu liegen und eine zu rauchen. Und weil es an der Zeit ist, Van der Bellen in mancher Hinsicht für sein Nichtstun zu danken, wollen wir euch hier all die Dinge aufzählen, die er in diesem elendigen Wahlkampf im Gegensatz zu seinem Kontrahenten nicht gemacht hat. Danke, Sascha.

1. Van der Bellen fordert nicht, die Briefwahl abzuschaffen.

2. Van der Bellen versendet keine nervigen und möglicherweise rechtswidrigen Massen-E-Mails.

3. Van der Bellen zweifelt nicht an der Existenz muslimischer Pflegekräfte in Österreich.

4. Van der Bellen macht keine Witze über das Liebesleben seiner Tochter in der Öffentlichkeit.

5. Van der Bellen hat kein Buch herausgegeben, von dem er sich nun stellenweise distanziert.

6. Van der Bellen fordert keine "Bedenkzeit" vor Abtreibungen.

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7. Van der Bellen hat keine absurde Homestory von oe24 TV bei sich zu Hause drehen lassen.

8. Van der Bellen ist vielen Fragen von Journalisten nicht ausgewichen.

9. Van der Bellen hat keinen Burschenschafter als Lieblingsmaler.

10. Van der Bellen hat nach der Wahl seine Fans nicht dazu angestichelt, eine Wahlmanipulation für möglich zu halten.

11. Van der Bellen hat noch nie Kornblume im Knopfloch getragen.

12. Van der Bellen hat keine Abschlusskundgebung veranstaltet, bei der jemand den Hitlergruß gezeigt hat.

13. Van der Bellen hat sich bei einer Geschichte über einen Knesset-Besuch nicht in Widersprüche verstrickt.

14. Van der Bellen noch nie eine parlamentarische Anfrage zu Chemtrails gestellt.

15. Van der Bellen ist nicht gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

16. Van der Bellen findet nicht, dass wir uns noch wundern werden, was alles geht.

17. Van der Bellen versucht nicht, Hofer einen Strick aus Aussagen zu drehen, die ein x-beliebiger vermeintlicher Unterstützer auf Twitter veröffentlicht hat.

18. Van der Bellen hat nicht falsch aus einer Diplomarbeit zitiert und keine Studentin hat ihre Arbeit daraufhin als missbraucht bezeichnet.

19. Van der Bellen hat keinen NLP-Kurs gemacht.

20. Van der Bellen sagt in Diskussionen nicht 15 Mal das Wort "Nazi" (oder was auch immer das Gegenteil des Wortes "Kommunist" ist, das der andere Kandidat besonders gerne hat).

21. Van der Bellen hat nicht "so wahr mir Gott helfe" als Wahlspruch genommen und Gläubige dazu gebracht, sich von ihm distanzieren zu müssen.

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22. Van der Bellen hat kein Parteihandbuch mit verfasst, in dem steht, die Gebärmutter sei "der Ort mit der höchsten Sterbewahrscheinlichkeit im Land".

23. Van der Bellen will Kopftücher nicht verbieten.

24. Van der Bellen hat keinen Mann aus dem Neo-Nazi-Milieu zu seinem Bürosprecher gemacht.

25. Van der Bellen tut nicht so, als wäre er nie für den Öxit gewesen.

26. Van der Bellen zählt Felix Baumgartner, Tanja Playner oder Reinhold Lopatka nicht zu seinen Unterstützern.

27. Für Van der Bellen ist Objektivität im Journalismus nicht "so eine Sache".

28. Van der Bellens Immunität soll nicht aufgehoben werden, weil er Wahlwerbung per Massenmail verschickt hat.

29. Van der Bellen hat keine irreführenden Einladungen zu Wahlveranstaltungen verbreiten lassen.

30. Van der Bellen hat für kein Foto mit einem Autor des rechten Magazins Aula posiert.