Hamburger Informatikstudent programmiert Stummschalter für Facebook-Feed
Mit Hilfe eines kleinen Browser-Hacks kannst du deinen News-Feed stummschalten, um dich in aller Ruhe den sonstigen Freuden des sozialen Netzwerks widmen zu können.
Unsere schöne neue Informationswelt zu kuratieren muss ein furchtbarer Knochenjob sein. Erst recht wenn du so nutzerfreundlich wie Facebook sein willst. Mit der Flut des täglichen News-Feeds klarzukommen kann aber auch für den einzelnen User ziemlich kompliziert werden.Das dachte sich wohl auch der Hamburger Informatikstudent Max Friedrich und hat einen kleinen praktischen Browser-Hack programmiert. Mit Quiet Please kannst du deinen News-Feed einfach komplett stummschalten bzw. verstecken. Öffentliches Senden ist netterweise weiterhin möglich, aber der überflutende Rückkanal wird verborgen.
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Mit dem neuen Stylesheet kannst du dich nebenbei auch in die schöne Anfangszeit des Social-Networking beamen, als Facebook noch der neue heiße Scheiß war. Damals vor der Internet-Ewigkeit von rund acht Jahren war Facebook noch eine angenehm übersichtliche und irgendwie klarere Freundschaftswelt im Gegensatz zum sonstigen herrschenden MySpace-Chaos.
Bild: Max Friedrich via GitHub. Verwendet mit freundlicher Genehmigung
Wie Max mir per E-Mail berichtete, hat er das Stylesheet vor allem zur Optimiereung seines eigenen Zeitmanagments gebaut. Er habe wegen des 2006 eingeführten News Feeds schlicht zuviel Zeit auf Facebook verbracht. Und wenn er sich längere Zeit nicht einloggte, überkam ihn das bekannte virtuelle Unwohlsein etwas ganz wichtiges zu verpassen. Bei näherer Analyse im Eigenversuch entlarvte Max dies jedoch einfach als Illusion, da ihn „die allermeisten Posts dort überhaupt nicht interessieren":Ich will auf Facebook vor allem Nachrichten und Chat benutzen, weil viele Leute nur so erreichbar sind. Anstatt nun „unwichtige" Freunde zu löschen oder im Newsfeed stummzuschalten, habe ich einfach mal die Notbremse gezogen und den ganzen Newsfeed versteckt.Eine naheliegende Lösung für die Probleme des modernen Informationsdaseins, die er netterweise nach einer einwöchigen Testphase nun auch auf GitHub für den geneigten Safari-Nutzer zur Verfügung gestellt hat. Für Chrome-User gibt es übrigens hier oder hier andere Tools, die dir den Tod deines Newsfeeds versprechen. Auf Hacker News entbrannte natürlich gleich eine Folgedebatte darüber, wie die Algorithmen mit denen Facebook dir deinen News Feed kuratiert, denn überhaupt funktionieren bzw. besser funktionieren sollten.
Max Friedrich. Bild mit freundlicher Genehmigung.
Alle anderen Facebook-Funktionen wie Chat, Nachrichten und deine digitale Erreichbarkeit bleiben bei „Quiet Facebook" wie bewährt bestehen. Und wenn du nun konkret wissen willst, was all deine stummgeschalteten Freunde gerade so sharen, dann sind auch diese Informationen ja nach wie vor nur einen Klick entfernt. Der 21-jährige Max Friedrich jedenfalls ist für sich im Reinen mit seiner digitalen Anpassung:
„Ich halte das für einen guten Kompromiss."
So kann er sich auch wieder dringenderen Web-Themen zuwenden wie dem ultimativen Gif-Zusammensteller „GifStream". Einer iOS-App, die dir aus extra eingerichteten Verzeichnissen neue Weirdo-GIF's kompiliert—die du dann per privater Nachricht auf Facebook verschicken kannst.
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