Dieser Typ isst 61 Jahre alte Erdnussbutter

Ein mutiger YouTuber probiert die Erdnussbutter aus einer Militärration von 1955. Er hat keine Krankenversicherung.

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07 Dezember 2016, 11:00am

Erdnussbutter gehört zu den Superfoods, ein wahres Energiepaket mit unglaublicher Kaloriendichte. Und Erdnussbutter ist ziemlich lange haltbar und kann locker ein paar Monate im Küchenschrank überstehen, dann noch mal drei bis vier Monate im Kühlschrank, bis sich irgendwann das Öl absetzt. Kein Wunder also, dass Erdnussbutter in Amerika seit Langem standardmäßig zur Militärnahrung gehört, den MRE, kurz für „Meals, Ready to Eat".

Auf YouTube hat ein Typ eine Portion Erdnussbutter aus einem MRE von 1955—und sie hat ihm sogar geschmeckt.

In dem Video sieht manSteve, wie er mutig die „älteste Erdnussbutter, die jemals gegessen wurde", isst. Man kann leider nicht wirklich überprüfen, ob das tatsächlich die älteste Erdnussbutter ist—in einigen Küchenschränken finden sich vielleicht noch Lebensmittel von vor dem Fall der Mauer, wer weiß also was es noch gibt da draußen. Aber mit 61 Jahren steht die Erdnussbutter definitiv ganz oben auf die Liste.

„Diese Erdnussbutter ist genauso alt wie meine Mutter. Krass! Die ist voll in Ordnung!", sagt Steve, der auf YouTube als Steve1989 MREinfo unterwegs. Steve betreut die Website MREinfo.com, bei der sich alles um, na ja, MRE dreht. Für seinen YouTube-Kanal filmt er sich dabei, wie er Vintage-MRE öffnet und verspeist. „Diese Erdnussbutter ist verdammte 61 Jahre alt."

Moderne MRE halten sich nach Angaben von Forschungseinrichungen der US Army für u. a. Militärnahrung bis zu 84 Monate, wenn sie bei einer optimalen Temperatur von umgerechnet 15 bis 21 Grad Celsius gelagert werden. Wenn man bedenkt welche Fortschritte die Lebensmitteltechnologie seitdem gemacht hat, hat sich ein MRE aus den 1950ern wohl nicht genauso lange gehalten.

Steve präsentiert in seinem Video echte Schätze, Essensrationen und Zubehörpakete aus der Zeit des Koreakriegs. Damals hießen sie noch „Ration, Combat, Individual", von 1958 bis 1980 dann „Meal, Combat, Individual" und ab dann „Meal, Ready to Eat".

Die großen, sperrigen Dosen wurden abgeschafft, weil sie zu viel Platz einnahmen und zu schwer waren. Einige Dosen enthielten Zigaretten, Streichhölzer, eine Wasserreinigungstablette, Kaugummi und Toilettenpapier. Steve öffnet zwei der Dosen von 1955: „Mal dran schnuppern… Riecht lecker", kommentiert Steve. Dann packt er ein paar Cracker und abgepacktes Kakaopulver aus. Darunter ist noch eine Dose mit kernloser Brombeermarmelade, sie ist schon ein bisschen ausgelaufen.

Oh je.

„Ahh, man, gar nicht cool. Schaut euch das an, Mist!", meint Steve. „Kein Wunder, dass es ein bisschen fruchtig gerochen hat." Er vermutet, dass die Dose durch Hitze aufgegangen ist, probiert aber trotzdem.

„Hey, die schmeckt ziemlich gut", meint er und langt noch mal zu. „Mann, ich hoffe, ich bekomme keinen Botulismus. Ich hab' keine Krankenversicherung."

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Das Kakaopulver ist nicht so toll: „Alter, geht gar nicht… Schmeckt wie Poolwasser mit Schokolade." Die echte Überraschung findet sich jedoch in der zweiten Dose. Hier ist eine kleine Erdnussbutterdose dabei, ein kleiner Gruß von Uncle Sam.

„Moment mal… ist das alte Erdnussbutter?", fragt er sich und seine Zuschauer. „OK, da bin ich gespannt."

Die Erdnussbutter ist „angereichert" und wurde von Cinderella Foods in Dawson, Georgia, hergestellt. Mit seinem guten, alten P38-Dosenöffner öffnet er die Dose und er scheint erstmal schwer enttäuscht, als die Erdnussbutter herausläuft.

Doch hat er eine Erkenntnis und seine Laune bessert sich schlagartig.

„Moment, ich esse hier gerade die älteste Erdnussbutter in einem Video, oder?"

Und so schlecht ist sie nicht.

„Warum ist die noch in Ordnung?", fragt er verwundert. „Sie schmeckt wie zwei Jahre alte Erdnussbutter oder so."

Er beschreibt seine Erdnussbuttererfahrung weiter. „Die legt sich nicht auf den Hals, kein Brechreiz. Ich hatte schon Kuchen, der 30 Jahre war, die ihr ist 61 Jahre alt."

Viele Kommentare auf YouTube waren positiv: „Ich glaube, ich liebe diesen Typen", schreibt Megan Van Buskirk.

Andere äußerten sich besorgt: „Prüfst du dein gekauftes Essen auch mit einem Geigerzähler?", fragte Paul Johnson.

Eine wurden auch wütend: „Warum probierst du das? Du bist ekelhaft", schreibt Jungle Addiction EUW.

Andere kommentierten nüchterner: „Oh, schau mal, du hast also Erdnussbutter gegessen", meinte Sierra Bird.

Doch harte Worte stören Steve nicht: „Das hier war Geschichte zum Anfassen. Und Wissenschaft."

Und diese Rationen sind (irgendwie) ziemlich begehrt. Der Kakao allein kann online 20 Dollar kosten, ein ganzes Rationspack 150 Dollar. Man kann sogar eine 1968er Dose Erdnussbutter für 29 Dollar kaufen, falls auch du etwas Erdnussbuttergeschichte probieren möchtest.