Neue Musik

Ist Iggy Azaleas neue Single "Mo Bounce" der Todesstoß für ihre Karriere?

Iggy Azalea wurde einst eine strahlende HipHop-Zukunft vorausgesagt. Das neue Video zu "Mo Bounce" macht es uns aber schwer, noch gute Worte für sie zu finden.
27.3.17

Screenshot von YouTube aus dem Video "Iggy Azalea - Mo Bounce" von iggyazaleamusicVEVO

Iggy Azalea stand eine glänzende Zukunft bevor – in der Theorie. Als damals 2011 "PU$$Y"erschien, passierte in der HipHop-Community etwas ähnliches wie damals in Roswell 1947. Iggy Azalea war so etwas wie ein UFO im Rap. Das lag zum einen daran, dass sie rein optisch betrachtet das absolute Gegenteil von allem war, was "HipHop" ist: weiblich, weiß und noch dazu Australierin. Dass "PU$$Y" ein absoluter Banger war, war dann neben der optischen Komponente der zweite Grund, warum man bei Iggy Azalea schon fast an eine außerirdische Erscheinung glauben mochte.

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Aber wie auch bei UFOs, musste man auch im Laufe der Zeit bei Iggy Azalea feststellen, dass vieles mehr Schein als Sein ist. Nach der Nummer-eins-Hitsingle "Fancy", die den prophezeiten kometenhaften Erfolg scheinbar endlich besiegelte, verblasste Iggys Schein. Mit "Black Widow" konnte sie zwar nochmal an der Seite von Rita Ora einen weiteren Nummer-eins-Hit ihr Eigen nennen, aber musikalisch ging es bergab. Statt durch ihre Musik, fiel Iggy nur noch durch private Skandale, Rassismusvorwüfe und Twitterstreits auf. Ihr zweites Album Digital Distortion wurde mehrmals verschoben, ebenso wie eine Welttournee, die schließlich komplett abgesagt wurde. Die Singles "Azillion" und "Team" floppten. Das ist nun über ein Jahr her.

Wann Digital Distortion rauskommen wird, ist bis heute nicht bekannt – dafür gibt es jedoch eine neue Single, die auf das irgendwann erscheinende Album einstimmen soll. Also haben wir sie uns angehört, das Video dazu angesehen und uns eingestimmt. Und unsere Stimmung sagt uns, dass sich Iggy vielleicht noch weitere zwei Jahre Zeit lassen sollte, bis sie dieses Album herausbringt. Mannomann, "Mo Bounce" ist grauenhaft. Auch die zahlreichen wunderschönen Frauenpos, Neontangas und unfassbar süßen kleinen Tänzerinnen können nicht darüber hinwegtäuschen.

Wie bei allen Iggy-Tracks ist auch "Mo Bounce" bombastisch und gewollt "catchy" produziert. Und das ist genau das Problem. Lange haben wir nichts mehr mit so wenig Seele und so viel Kalkül gehört (und gesehen). Höchstes Autoradio-Aggressionspotenzial. Dabei hätten wir so gerne an UFOs geglaubt.

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