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Johannes Heil hat mit einem sexistischen Statement für Aufsehen gesorgt

Der DJ und Produzent echauffierte sich gestern Abend vor seinen 50.000 Facebook-Fans in problematischer Art und Weise über Beatport.

von Philipp Kutter
06 April 2017, 3:05pm

Foto: Montage aus Promofoto von Johannes Heil und Screenshot Facebook 5. April 2017

Spätestens nach dem homophoben Statement von Ten Walls im Jahr 2015 sollte jedem klar sein, dass die Clubkultur nicht frei von Diskriminierungen ist. Sogar bekannte DJs können im argen Kontrast zu den Idealen stehen, die die elektronische Szene sich von Anfang an selbst setzte. Das zeigt nun auch der DJ und Produzent Johannes Heil, der seit den 90er-Jahren eine der Größen der elektronischen Szene in Frankfurt ist und früher regelmäßig im legendären Omen spielte.

Gestern Abend verfasste Heil einen Facebookpost, in dem er sich darüber beschwerte, dass er in den Techno-Charts von Beatport lediglich Musik finde, die kein richtiger Techno sei. Das sei "pussy" und die entsprechenden "pricks" (Scheißkerle, Arschlöcher, Schwänze) sollten sich mal ein paar Eier wachsen lassen:

Viele Fans schrieben daraufhin Kommentare, manche zustimmend, manche kritisch. Ein User schrieb, dass er Heil zwar bezüglich seiner Kritik an Beatport zustimme, allerdings fragte er auch, warum er das in dieser herabsetzenden Art und Weise mache:

Screenshot Facebook vom 5. April 2017

Statt mit Verständnis zu reagieren, setzte Heil in vulgärer Art und Weise noch einen obendrauf und bezeichnete das Argument des Users nicht nur als Nonsense sondern auch als "retarded" und "gay". Mittlerweile hat Heil alle Kommentare gelöscht, sein Posting aber stehen lassen und direkt oben auf seiner Facebookseite angepinnt. In einem zweiten Posting schrieb er dann noch dies:

Wie bewertet man diese Sache? In den gelöschten Kommentaren und in Facebookgruppen schrieben mehrere Leute, dass Techno nicht politisch sei. Das ist zum einen historisch nicht korrekt, da Techno und auch House in den USA eine spezifische politische Botschaft hatten. Zum anderen ist jede Form der Freizeitgestaltung insofern politisch bzw. gesellschaftlich, als dass die Menschen, die daran teilnehmen, durch die Gesellschaft geprägt werden. Diese Prägung geben sie nicht einfach an der Garderobe des Clubs ab. Heißt: Wenn es Homophobie in der Gesellschaft gibt, dann findest du sie ziemlich sicher auch im Sport, in der Techno-Szene und beim Schützenfest.

In den sozialen Medien wurde Heil unter anderem auch mit dem Argument in Schutz genommen, dass es sich um einen Witz gehandelt habe und das nun mal seine spezielle Art von Humor sei. Aber Humor ist nicht gleich Humor, es kommt immer darauf an was die Aussage des Witzes ist. Die Pointe von Johannes Heils Witz ist, diejenigen, die keinen richtigen harten Techno hören, als verweichlicht, weibisch und unmännlich darzustellen und berechtigten Fragen beleidigend aus dem Weg zu gehen. Weiblich besetzte Begriffe verwendet Heil in seinem Post und seinem Kommentar ausschließlich negativ, seine Äußerungen müssen daher als sexistisch bezeichnet werden.

Sein Profilfoto bei Facebook änderte Heil gestern nacht dann übrigens auch noch. Das Bild zeigt mehrfach das Wort "Blah" und Heil hat noch einen Kommentar darunter gesetzt: "Don't make a mountain out of a molehill and don't confound your personal opinion with what really is! JUST DON'T...."

Dieser Artikel ist zuerst bei THUMP erschienen.

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